| Neuzeitliches
Köln -
Köln heute |  |
Rubrik:
Kölner
Geschichte
Thema:
Neuzeitliches Köln -
Köln heute
mit
Geschichtsdaten
zum Neuzeitlichen Köln
>
Stadtentwicklung -
Stadtbefestigungen -
Verkehrskreuz
mit Brücken -
Medienmetropole - kölnmesse - Autostadt
0.
Vorbemerkungen und Inhalt
Historisch und
kulturell
umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei Epochen.
Diese
geschichtliche Epochen
Kölns
werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner
Geschichte" dieses
Internetauftritts näher
beschrieben:
Römisches
Köln
| um
19
v. Chr. - um 455 n. Chr. | ab
50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr. römischen
Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiserresidenz |
| Mittelalterliches
Köln | um
455 - um 1500 | um
460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
bis 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab
1288 de facto und ab 1475 de jure Freie Reichsstadt |
Neuzeitliches Köln - Köln heute
| ab
um 1500 | 1794
- 1814 französische Besatzung
1815 - 1918 Königreich Preußen
aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in
der BRD |
Inhalt
1.
Entwicklung Kölns
zur
modernen
Großstadt2.
Stadtbefestigungen3.
Verkehrskreuz und Brücken
4. Politische
Entwicklung5.
Stadterweiterungen6. Kölner
Merkmale6.1
Medienmetropole
Köln
6.2
Messe-
und
Kongress-Stadt Köln6.3
Autostadt
Köln
6.4
Kölner
Zoo6.5
Kölner
"Erfindungen"
D. Wichtige
Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen modernen Köln
1.
Entwicklung Kölns zur
modernen
Großstadt
Nach den glanzvollen Epochen des Römischen
Köln und des Mittelalterlichen
Köln
sowie nach dem vorübergenden wirtschaftlichen Niedergang Ende des 17.
und im 18.
Jhdt. erlebte
Köln
im Zuge der industriellen Revolution einen immensen
Aufschwung. Die
Rheinmetropole Köln (bis 1919 Cöln geschrieben) entwickelte
sich im 19. und 20. Jhdt. zu einer modernen
Großstadt und mittels diverser Stadterweiterungen und Eingemeindungen zur Millionenstadt.
Die Region profitiert dabei wie schon im Mittelalter von der
äußerst
verkehrsgünstigen und zentralen Lage in Europa. Köln wird von seinen
Bewohnern und den vielen Besuchern
geschätzt als Stadt zum Ausgehen und Einkaufen, zum Feiern
und Erleben der vielfältigen Kultur-Szene mit den
zahlreichen
bedeutenden
Einrichtungen wie der riesigen Kölnarena
(leider jetzt Lanxess-Arena genannt), den Kölner
Museen, der
Kölner Philharmonie, dem Kölner Opernhaus, dem Kölner Schauspielhaus,
den zahlreichen
Clubs und den vielen privaten Theatern.
Köln
ist heute
- eine
Medienmetropole mit u. a. WDR,
RTL und dem Verlag
DuMont-Schauberg auch als wichtige Arbeitgeber,
- eine
Handelsmetropole - ein Merkmal also, das schon im frühen
Mittelalter begründet wurde - mit einer Reihe von
klangvollen
Namen im Kölner Raum wie u. a. dem
Sitz zweier großen Handelsunternehmen (REWE Group AG, die Nr. 10
der weltgrößten Handelsunternehmen, und
Galeria Kaufhof GmbH,
einer der führenden Warenhausbetreiber Europas und - noch - Teil
des Metro-Konzerns)
sowie dem Platz 1 in Deutschland bezüglich der
Ansiedlung von Institutionen des Handels (des Außenhandels,
über 20 des Großhandels und über 25 des Einzelhandels),
- ein bedeutender
Produktions- und Industrie-Standort mit einem
der wichtigsten Fahrzeug- und Motorenbau-Standorte Deutschlands (s.
auch unter Autostadt Köln),
einem
der größten
europäischen Chemie-Standorte mit einem regionalen
Chemiegürtel um Köln mit ca. 230 Chemie-Unternehmen und 65000
Beschäftigten in der Region (ab 2013 auch mit dem Firmensitz des großen
Chemiekonzerns Lanxess, einer Abspaltung aus dem Bayer-Konzern) sowie
mit einer ausgeprägten
Maschinenbau- und
Elektrotechnik-Industrie (über 130/110 Unternehmen),
- ein
Wirtschaftszentrum
(mit über 40 Unternehmenszentralen) und u. a. Sitz von ca. 150
chinesischen Handels- und Wirtschaftsunternehmen und damit
drittgrößtes chinesisches Wirtschaftszentrum Deutschlands,
- ein
bedeutendes Zentrum der Kredit/Versicherungs-Branchen (die Versicherungs-Stadt Köln liegt mit mit 60
Versicherungs-Unternehmen
nach Anzahl der Beschäftigten
auf Platz
2
knapp hinter
München und ist Hauptsitz von 12 Versicherungs- Unternehmen - u.
a. von Axa, DEVK und AMB Generali -),
- ein
Zentrum des Dienstleistungs-Gewerbes (neben dem schon
erwähnten Medien-Zentrum
u. a. mit dem Sitz der Hauptverwaltung der Deutschen
Lufthansa) sowie ein
Zentrum der Informations- und Kommunikations-Technologie (die Region
Köln gehört zu den 4 größten dieser Branche in
Deutschland), das mit der Ansiedlung der NRW-Niederlassung von
Microsoft am
Rheinau-Hafen im September 2008 eine weitere Aufwertung mit einer
großen Sogwirkung
erhalten hat und demnächst mit dem TK-Dienstleister Detecon nach dessen
Umzug von Bonn nach Köln ergänzt werden wird,
- mit
13 Hochschulen
eine der bedeutendsten Hochschul-Städte Deutschlands und eine
Stadt der Wissenschaft und Forschung mit
- der 1388
gegründeten
und nach ihrer Schließung in der Franzosenzeit
Kölns im Jahre 1919 wiederbegründeten Universität zu
Köln; die Uni Köln ist die deutsche
Uni mit den zumeist meisten oder zweitmeisten Studierenden aller Unis in
Deutschland, wobei die Fern-Uni
Hagen nicht mitbetrachtet wird, und die zweitälteste
Universität Deutschlands, die als
erste deutsche Uni nicht von Kaiser oder Fürsten, sondern
von den Kölner Bürgern gegründet worden ist (im
Wintersemester 2011/2012: Platz 2 in Deutschland mit ca. 42100
Studierenden hinter der Maximilian-Universität München mit ca.
43800 Studierenden),
- der
Sporthochschule
Köln als
bundesweit einzige und weltweit größte
Sportuniversität (aktuell ca. 5200 Studierende),
- der
Fachhochschule
Köln als größte Schule für angewandte Wissenschaften in Deutschland
(aktuell ca. 15600 Studierende),
- den
folgenden
weiteren Hochschulen: Hochschule für Musik und Tanz Köln
(eine der größten und traditionsreichsten
Musikhochschulen Europas),
Kunsthochschule für Medien, Katholische Hochschule NRW, private
Rheinische Fachhochschule Köln, Fachhochschule für
öffentliche Verwaltung, Cologne Business School, Kölner
Studienzentrum der Fachhochschule für Ökonomie und
Management,
Internationale Filmschule Köln, Kölner Campus der Macromedia
Hochschule für Medien und Kommunikation sowie Europa Fachhochschule
Fresenius Köln,
- wie
schon seit dem frühen Mittelalter Sitz des
Metropolitan-Bistums der Kirchenprovinz Köln der
katholischen Kirche mit dem Metropolitan-
(Erz-) Bistum Köln (1 von 7 deutschen
Erzbistümern; mit ca. 2,14 Mio. Katholiken das mitgliederstärkste
Bistum in
Deutschland, Platz 35 in der Welt) und den
Suffragan-Bistümern Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier (Nachkriegs-Erzbischöfe mit dem Kölner Dom als
Bischofskirche:
Kardinal
Joseph Frings 1942-1969 und Kardinal Joseph Höffner
1969-1987,
seit 1987 Kardinal Joachim Meisner) (Im Mittelalter gehörte zur
Kirchenprovinz Köln
ein riesiges
Gebiet mit dem Metropolitan- (Erz-) Bistum Köln und den
Suffragan-Bistümern Lüttich (bis 1559), Utrecht (bis 1559), Münster,
Osnabrück (bis 1995), Minden (bis um 1648) und Bremen (bis 848/870).) ,
- ein
bedeutendes Verkehrskreuz -
das
"Verkehrskreuz des Westens"
- in den deutschen und europäischen
Verkehrsströmen auf der Strasse, den Schienen und dem Rhein
(mit den dazugehörenden vielen Rheinbrücken)
- eine
Einkaufsmetropole und zunehmend eine Stadt zum Feiern
und
darüberhinaus auch - ein
Stadt der Parks mit dem Rheinpark
in Deutz und dem inneren und äußeren Grüngürtel
sowie dem 1860
gegründeten Kölner
Zoo, dem
drittältesten Zoo Deutschlands, mit u. a. nach Fachmeinung
dem modernsten Elefantenpark
Europas.
Laut
einer Studie für das Handelsblatt (Sept. 09) gehört Köln
mit Hamburg, Berlin, München und Frankfurt zu den 5
Städten mit den
besten wirtschaftlichen Entwicklungschancen in den nächsten 5 bis
10
Jahren. Bezüglich der Handels- und Einkaufsmetropole Köln ist zu erwähnen, dass -
für Besucher und Kölner gleichermaßen ideal - sich in
der Innenstadt/Altstadt
-
eine Einkaufs-Zone
mit u.
a. den bekannten Einkaufsstraßen Schildergasse,
Hohe
Straße,
Ehrenstrasse und Breite Strasse,
Hinweis:
Die
Schildergasse war
gemäß Zählungen der Passanten pro
Stunde in den letzten Jahren - mit ganz wenigen Ausnahme -
stets
die
Einkaufsmeile Nr. 1 in
Deutschland; so belegte sie z. B. 2007 Platz 1 vor der
Kaufingerstraße in
München
und der Zeil in Frankfurt. 2008 stand
die
Kölner Schildergasse
bei einer
Zählung der
Passantenfrequenz in 74
europäischen Einkaufsstraßen sogar auf Platz 1 in
Europa (mit ca.
17200
Passanten/ Std.) vor
der Oxford
Street
West in London (ca. 16100) und der
Mönckebergstraße in Hamburg (ca. 15500). Auch
2011 war die Schildergasse mit ihrem
Sortiments- und
Geschäfte-Mix wieder auf
Platz 1 in
Deutschland. |
-
eine Kultur-Zone
mit mehreren
Kölner Museen,
Kirchen (inkl. Dom
und einigen der Romanischen Kirchen)
und der geplanten Via Culturalis und - die
Altstadt-Vergnügungs-Zone
am Rhein (Martinsviertel,
Rheingarten,
Heumarkt, Alter Markt) mit unzähligen
Kneipen und Restaurants
unmittelbar nebeneinander befinden ... also für jeden etwas.
Seit Ende 2004
ist Köln
(mit
Standort in
Köln-Deutz)
Sitz
der "European Aviation Safety Agency" (EASA) - eine der EU-Fachagenturen
-. Die EASA ist eine Art TÜV für die Sicherheit des
zivilen Flugverkehrs
in Europa. Mit der Ansiedlung der EASA geht der Ausbau Kölns zu
einem Kompetenz-Zentrum
der Luft- und Raumfahrt weiter. Schon zuvor Köln-Wahn angesiedelt
wurden die
"Europäische Weltraum-Agentur" (ESA) und das "Deutsche Zentrum
für
Luft- und Raumfahrt" (DLR). Übrigens ist in Köln-Deutz auch die
Hauptverwaltung der Deutschen Lufthansa angesiedelt.
Ein wichtiges Projekt zur Weiterentwicklung der Stadt ist im
Zuge der
Regionale 2010 in Arbeit, das Projekt "Stadtentwicklung beiderseits des
Rheins". Zitat
hierzu aus dem
Internetauftritt der Regionale 2010:
Die
Kölner Innenstadtentwicklung steht im
Spannungsfeld von „Bewahrung“ und „Aufbruch“. „Bewahrung“ steht
für die Pflege des historischen Erbes vor allem in der
linksrheinischen Innenstadt, „Aufbruch“ demgegenüber für die
dynamische Stadtentwicklung im Rechtsrheinischen. Hier haben sich in
den letzten Jahren alte Industriestandorte zu modernen Arbeits- und
Wohnstandorten entwickelt. Das Gesamtprojekt "Stadtentwicklung
beiderseits des Rheins Köln" thematisiert und beinhaltet diese
Facetten der Kölner Stadtentwicklung. Ausgangspunkt und
verbindendes Element beider Stadthälften ist dabei der Rhein.
Linksrheinisch
steht das Modul "Archäologische Zone" im Bereich
des Rathausplatzes für das historische Erbe von Stadt und Region.
Unter Einbindung des unter dem Spanischen Bau gelegenen Praetoriums,
dem Palast des Statthalters der Provinz Niedergermanien zur
Römerzeit, entsteht im Bereich des Rathausplatzes ein großes
unterirdisches archäologisches Museum, das Einblicke in 2000 Jahre
Stadtgeschichte anhand von Originalfunden am Originalschauplatz bietet.
Rechtsrheinisch
wird der dynamische Stadtentwicklungsprozess
thematisiert und u.a. baulich durch die Umgestaltung des Ottoplatzes am
Bahnhof Deutz zu einem neuen repräsentativen Stadteingang
deutlich. Im Rahmen der so genannten Rechtsrheinischen Perspektiven
werden die Veränderungen der vergangenen 10 Jahre und die
künftige Stadtentwicklung im Entwicklungsgebiet rund um den
Bahnhof Deutz in den Jahren 2010 und 2011 in einem Symposium und
Workshop bewertet und für die Zukunft skizziert sowie im
Frühjahr 2011 durch eine Ausstellung dokumentiert.
Als
verbindendes drittes Projektmodul wird das innerstädtische
rechtsrheinische Ufer zwischen den Poller Wiesen im Süden und dem
Eingang zum Rheinpark und Tanzbrunnen im Norden als so genannter
Rheinboulevard neugestaltet. Zentrales Element ist dabei eine
großzügige Rheintreppe zwischen Hohenzollern- und Deutzer
Brücke. Durch den Rheinboulevard wird vis-à-vis der
Kölner Altstadt eine neue Aufenthaltsqualität am Rhein
für Stadt und Region geschaffen.
In der langen
Geschichte Kölns entwickelte sich der Name der Stadt
weiter. Die Römer nannten das um 19. v. Chr.
gegründete Oppidum
Ubiorum mit der Verleihung des
Status einer Stadt römischen Rechts fortan Colonia
Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) und später
offenbar nur noch Agrippina.
Die nachfolgenden Franken nannten sie wohl schlicht Colonia. Hieraus
entwickelten
sich im
Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein)
bzw.
lateinisch Colonia
Agrippina
sowie in der Neuzeit Cöln
und ab 1919 der heutige
Name Köln (mundartlich:
Kölle).
Köln
war im Laufe seiner 2000-jährigen Geschichte ab dem 1. Jhdt. nach
Chr. bis Anfang des 20. Jhdt. stets eine Festungsstadt. Nach
- der
mittelalterlichen Stadtbefestigung mit der mittelalterlichen
Stadtmauer
(Länge inkl. der Rheinseite:
über 8
km) und deren Vorfeldeinrichtungen
folgten im 19
Jahrhundert
- die preußischen
Festungsringe (Länge Äußerer Festungsring: ca. 42 km),
womit Köln zur stärksten
Festung im Westen des preußischen Königsreichs ausgebaut wurde. Militärisch
bewähren mussten sich die Kölner Festungsringe (s. auch
Skizze unten) zum Glück nie.
Die
große mittelalterliche Stadtmauer wurde 1881 leider bis
auf einige
Reste abgerissen ... aus heutiger Sicht ein ungeheurer Kulturfrevel,
weil dadurch ein bedeutendes Baudenkmal, das heute sicher zum
Weltkulturerbe der
UNESCO zählen würde, verloren gegangen ist.
Zunächst wurde im Zuge
der militärischen Entwicklungen von den Preußen von 1816 bis 1863 ca. 600 m vor
der damals
noch vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer der linksrheinische "Innerere Festigungsring" gebaut.
Vor
den Forts und Lünetten dieses Rings wurde später eine
Stadtumwallung
errichtet. Hinzu kam ein Wall um das rechtsrheinische Deutz. Aufgrund
der waffentechnischen Entwicklung reichte dieser Innere Festungsring
bald
nicht mehr
aus. So wurden nach dem Krieg 1870/71 von 1873 bis 1881 die
Festungswerke des "Äußeren Festungsrings",
eine neue die
Stadt links-
und rechtsrheinisch umkreisenden Gürtelfestung, errichtet
(Länge: ca. 42 km; Entfernung vom Dom: im Durchschnitt ca. 6,5
km). Dieser
Ring
löste den inneren Ring als Verteidigungsanlage ab und wurde ab 1887 verstärkt. Zu dem
äußeren
Vollring um die Festung Köln gehörten 12 große Forts
(Einzelwerke 220*160m) mit 23
zugeordneten
kleineren Zwischenwerken und mehreren Zwischenfeldbauten (insges. ca.
180 Festungsbauwerke). Er sollte ebenso
wie die früheren Stadtmauern die Stadt vor
feindlichen
Angriffen schützen. Infos über die Festung
Köln sind u. a. auf den Internet-Seiten Festungsstadt
Cöln,
AG Festung
Köln,
CRIFA zu erhalten. Das
Zwischenwerk VIII B in Köln-Rodenkirchen kann jeden ersten
Samstag
im Monat ab 12 Uhr besichtigt werden.
Nach dem ersten
Weltkrieg
mußte
der Festungsring gemäß Vorgabe der
Alliierten abgerissen werden (ab 1920). So sind heute nur
noch
wenige Forts und
Zwischenwerke mit strategisch unwichtigen Teilen erhalten. Nach Plänen des
damaligen
Oberbürgermeisters Konrad Adenauer
(Kölner OB
1917 - 1933)
sollten anstelle der ehemaligen Festungswälle nunmehr zur
friedlichen
Nutzung ein innerer und ein äußerer Grüngürtel um
Köln
und im Gebiet der Forts Erholungsanlagen erstellt werden, von denen ab
1922 große
Teile auch realisiert worden sind. Der links- und rechtsrheinisch
verlaufende äußere Grüngürtel hat eine Länge von ca. 46 km (im
rechtsrheinischen Teil allerdings noch unvollständig, eine Auffüllung
der Lücken ist in Vorbereitung). In Westen dieses äußeren
Grüngürtels
ließ der freizeit- und sportbewußte OB eine damals
richtungsweisende
große Sportanlage - das Müngersdorfer Stadion - errichten
(siehe
Sportstadt Köln).
Die dank
Adenauer erhalten gebliebenen
Forts verrotten leider überwiegend vor sich hin (auch wieder ein
Frevel
wie beim Abriß der Stadtmauer). Wenigstens einige
Organisationen/Vereine kümmern sich
darum - hoffentlich mit Erfolg. In manch anderen Städten werden
die Forts als Denkmäler gepflegt und sind
zum Teil sinnvollen - oftmals kulturellen - Nutzungen zugeführt
worden. Warum nicht in Köln?
Die
preußischen Festungsringe hatten
ebenso wie die vorhergehenden römischen und mittelalterlichen
Festungsringe (Stadtmauern) auf die Struktur der späteren
Stadtentwicklung großen
Einfluss. Es wurden große Gebiete vor den Festungsbauwerken aus
militärischen Gründen freigehalten und konnten in der
jüngeren Vergangenheit dann bebaut
werden (wie z. B mit dem Güterbahnhof und anschließend dem
Mediapark in der nördlichen Kölner Innenstadt, dem Komplex
Gericht/Arbeitsamt im Westen und dem
Komplex Kölnarena/Technisches Rathaus im Stadtteil Deutz) und mit
den vorerwähnten beiden Grüngürteln genutzt werden. Auch
der lrh.
Eisenbahnring mit der Zufahrt zum Hbf. wurde entlang der Trasse des
inneren Festungsrings gebaut. Um die Erforschung und den Erhalt der
Festungsringe aller Epochen als historische Baudenkmäler aus der
2000-jährigen Geschichte des befestigten
Kölns kümmert sich der neue Verein Fortis Colonia
(Motto: "2000 Jahre wehrhaftes Köln").
Der
Verfasser
empfiehlt
als Mitglied die Unterstützung des gemeinnützigen
Vereins
>
Fortis Colonia - 2000 Jahre befestigtes Köln e. V.,
der
sich um die wichtigen und bedeutenden Kölner Festunges-Denkmaler
wie die römische und mittelalterliche Stadtmauern sowie die Bauwerke
der preußischen Festungsringe
kümmert, durch
Mitgliedschaft und/oder Spenden.
3. Verkehrskreuz und Brücken
VerkehrskreuzWie schon im Mittelalter
durch die
Lage am Rhein (mit dem
Umschlagplatz zwischen Niederrhein und Oberrhein) macht auch heute die geografische
Lage
Kölns mitten in der der EU und die hervorragende
Verkehrs-Infrastruktur den Raum Köln für viele Branchen und
Kongressveranstalter sowie - zusammen mit dem kulturellen Status einer Kulturmetropole und
dem Ruf einer
lebendigen lebenslustigen Stadt - auch für Touristen immer attraktiver.
Köln ist das
"Verkehrskreuz des
Westens" mit
- dem 52 km langen Kölner Autobahnring,
an dem 11
Autobahnen angeschlossen sind und der mit täglich 350000
Fahrzeugen der am stärksten ausgelastete BAB-Abschnitt in
Deutschland
und einer der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben der Fernstraßen
West-Europas ist,
- dem Eisenbahnkreuz
Kölner
Hauptbahnhof,
der mit täglich
ca. 1250 Zügen und jährlich ca. 100 Mio. Reisenden eines der
meistbefahrenen und
wichtigsten
Eisenbahnkreuze Europas ist und der durch den messenahen rechtsrheinischen Bahnhof
Köln-Messe/Deutz
als zweiter Kölner IC-Bahnhof ergänzt wird,
- dem
Container-Bahnhof
Köln-Eifeltor als inzwischen größtem
Güter-Umschlagbahnhof für
den sogenannten kombinierten Verkehr (Transport mit
verschiedenen Verkehrsträgern)
in Europa und mit einem eigenen Autobahnanschluss,
-
dem seit 1957
kommerziell
genutzten internationalen
Flughafen in
Köln-Wahn, dem "Köln
Bonn Airport", laut Test der Zeitschrift Capital 2006 hinter
München auf Platz 2 der besten deutschen Flughäfen und bei
einer Umfrage unter weltweit 8,2 Mio. Passagieren 2009 in der Welt auf
Platz 24 der beliebtesten Flughäfen (Düsseldorf Platz 50) und
dabei unter den deutschen Flughäfen auf Platz 2 hinter
München (Quelle KStA 02.0209), der
- unmittelbar an einer an
den
Kölner Autobahn-Ring angeschlossenen BAB liegt und damit ideal mit
dem Pkw anzufahren ist und zudem
lage- und preismäßig günstige Parkmöglichkeiten
aufweist,
- seit 13.06.04
über
einen Flughafen-Bahnhof verfügt,
damit aus Köln und dem gesamten Einzugsgebiet mittels S-Bahn, RE-
und IC-Zügen bequem erreichbar ist sowie über die
ICE-Hochgeschwindigkeits-Strecke Köln - Frankfurt mit
einer Fahrzeit von nur
etwa 1 Stunde auch mit dem interkontinentalen Großflughafen
Frankfurt verbunden
ist ,
- seit Herbst 2002 von 2
nach dem Produktstart schnell stark
expandierenden sog.
Günstigpreis-Fliegern
- German Wings (GW hat seinen Sitz in Köln Köln und ist deren
größter Flotten-Standort) und TUIFly (früher: Hapag Lloyd Express ) - genutzt wird, denen
später andere folgten (Köln
Bonn Airport ist das größte
Drehkreuz dieser Produkt-Gattung in Deutschland),
- Luftfracht-Drehkreuz des
US-Paket-Konzern
UPS für ganz Europa (seit
1986!) sowie seit Oktober 2010 Drehkreuz des weltweit größten
Express-Frachtunternehmens FedEx für Zentral- und Osteuropa
ist
und
-
mit
aktuell ca. 30 Fluggesellschaften
und ca. 80 Zielen in rund 30 Staaten - darunter große internationale
Drekkreuze - (etwas weniger als vor der
Finanzkrise) in den letzten 10 Jahren der am stärksten
wachsende
Flughafen in Deutschland war und 2009 trotz leicht rückläufiger Tendenz
bei den Passagieren im
Gesamt-Verkehrsaufkommen weiterhin an 4. Stelle der deutschen
Verkehrs-Flughäfen lag (im Frachtaufkommen Platz 2, bei den
Passagierzahlen Platz 6) (2010: Passagiere 6. Stelle,
Fracht 3. Stelle knapp hinter Leipzig),
- seinen Binnenhäfen
am Rhein als der
verkehrsreichsten
Wasserstraße der Welt
(Häfen Niehl I + II, Deutz und Godorf mit Ölhafen) (mit einem
Warenumschlag von 11 Mio t pro Jahr nach Duisburg
zweitgrößter deutscher
Binnenhafen-Standort).
Zur
Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört der
erste Flughafen Kölns, der ehemalige
Flughafen
Butzweilerhof, der auf
Initiative des damaligen OB Konrad Adenauer von
einer
vormaligen militärischen Fliegerstation (Aufbau ab 1912) ab 1926
zu einem
großen zivilen Flughafen
ausgebaut worden war und der sich in
den
1930-iger Jahren zum
Luftkreuz des
Westens und nach
Berlin-Tempelhof zum zweitgrößte Flughafen Deutschlands
entwickelte. Ein
noch davorliegendes viel beachtetes Luftfahrtereignis für
Köln war 1909 die Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z
II) mit Graf Zeppelin,
dem
Pionier der Luftfahrt, nach Köln (mit einem Rundflug
über Köln) in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen
Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens
Butzweilerhof).
Mit dem Krieg endete die
große Bedeutung des Flughafens, der bis 1980 noch für
Sportflugzeuge genutzt wurde. Der kommerzielle Luftverkehr der Region
Köln/Bonn wird seit 1957 auf dem vorher nur militärisch
genutzten Flughafen Köln-Wahn abgewickelt.
Heute beherbergen die denkmalgeschützten
Teile
des Butzweilerhofs ein Flughafen-Museum der
Stiftung
Butzweilerhof
mit einer
Daueraustellung zur Geschichte
der
Kölner Luftfahrt.
Zur
Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört auch, dass hier am
06.08.1932 vom
damaligen OB Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn, die
"Kraftwagenstrasse Köln - Bonn" (heute: BAB 555), eingeweiht
worden ist.
Brücken
Mit der Neuzeit begann
auch
der Bau von zahlreichen Brücken über den Rhein. 1822 wurde
die erste
Schiffsbrücke mit Schleusen
für die
Durchfahrt von Schiffen, die Deutzer
Schiffsbrücke, in Betrieb genommen.
Bald darauf
folgte - als
erste befestigte Brücke nach der
römischen Brücke von um
310 - die Dombrücke
(am Ort der heutigen Hohenzollernbrücke), die 1859 eingeweiht worden ist
und deren
Bau durch den zunehmenden Eisenbahnverkehr ausgelöst worden war.
Diese Brücke bestand aus einer zweigleisigen
Eisenbahnbrücke
und einer Straßenbrücke und wurde von den Kölner wegen
ihrer Gitterträgerkonstruktion "Muusfall" (Mausefalle)
genannt. Dass
die Gleise über die Dombrücke genau auf den Chor des Doms
zuliefen und kurz vor dem
Dom zum neuen - ebenfalls 1859 eingeweihten - "Central-Personenbahnhof"
abbogen, eine Trassenführung, die
auch heute noch die Gleise über die an gleicher Stelle
nachfolgende
Hohenzollernbrücke
aufweisen, soll
vom damaligen preußischen
König Friedrich Wilhelm IV veranlaßt worden sein. Vor dem Bau dieses
ersten
Kölner zentralen
Bahnhofs
endeten in
Köln 5 Eisenbahnlinien konkurrierender Gesellschaften an
dezentralen
Bahnhöfen (davon einer - der Bahnhof der
Cöln-Mindener-Eisenbahngesellschaft -
rechtsrheinisch).
Der
Central-Personenbahnhof
war eine Kombination
von Kopf-
und Durchgangs-Bahnhof. Die rechtsrheinischen - am Deutzer Rheinufer
gelegenen - Bahnhöfe der Cöln-Mindener-Eisenbahn (ab 1847) und der
Bergisch-Märkischen-Eisenbahn (ab 1882) blieben noch bis zur
Realisierung des heutigen Deutzer Bahnhofs (1913) in Betrieb. Mit der weiteren
Zunahme
des
Eisenbahnverkehrs und nach Verstaatlichung der
Eisenbahnen durch die
Preußen in 1880 wurde der Central-Personenbahnhof 1894
an gleicher Stelle durch einen neuen Bahnhof (nunmehr ein reiner
Durchgangs-Bahnhof), den
heutigen Hauptbahnhof, abgelöst. In diesem Eisenbahn-Verkehrskreuz
kreuzen sich heute die deutschen und europäischen
Nord-Süd-
und Ost-West-Eisenbahnlinien. Die Hohenzollernbrücke wurde dadurch
zur meistbefahrensten Eisenbahnbrücke
Europas und wohl auch der Welt.
Die Großstadt Köln
liegt - anders als die anderen
Rheinstädte - nicht am
Rhein (auch wenn es oft "Köln am Rhein" heißt), sondern
sozusagen im
Rhein;
der Rhein fließt mitten durch die Stadt. Umso wichtiger sind die
Brücken! Der vorgenannten ersten Schiffsbrücke für den
Straßenverkehr folgte 1888 die Mülheimer Schiffsbrücke.
Der ersten befestigten Rheinbrücke für den Eisenbahnverkehr,
der Dombrücke (1859),
folgte 1910 die Südbrücke als Eisenbahnbrücke
für den Güterverkehr. Die erste eigenständige befestigte
Straßenbrücke war 1915 die Deutzer
Hängebrücke. Vervollständigt wurde das Kölner
Brückenensemble 1966 mit der vorerst letzten Brücke, der
Zoobrücke. Damit verbinden insges. 8 Rheinbrücken
das linksrheinische Köln und das rechtsrheinische Köln
(die
"Schäl
Sick"), ein
- auch im
Maßstab vergleichbarer Brückenstädte in der Welt -
bedeutendes Ensemble mit verschiedenen Brückentypen, von denen die meisten
ein
stilmäßiges Unikat
darstellen. Der Rhein ist in Köln
ca. 360
m breit; dadurch haben
die Brücken für Stadtbrücken eine
ungewöhnliche Länge mit Spannweiten von (zum Teil weit)
über 400 m.
Die
8 Kölner
Brücken von Norden nach Süden:
- Leverkusener
Autobahnbrücke (innerhalb des nördlichen Autobahnrings)
- Mülheimer
Brücke
- Zoobrücke
- Hohenzollernbrücke
(Eisenbahnbrücke zwischen
Hauptbahnhof und Bahnhof Messe/Deutz)
- Deutzer
Brücke
(in Nähe der Trasse der historischen römischen Brücke
von um 310)
- Severinsbrücke
- Südbrücke
(Eisenbahnbrücke)
- Rodenkirchener
Brücke (innerhalb
des südlichen Autobahnrings)
Brückenname
| Funktion |
Bauart/
Spannweiten * | Inbetriebnahme
| Anmerkungen
|
Leverkusener Autobahnbrücke
| Autobahnbrücke im Zuge der A 1
(mit 2 Gehwegen) | Schrägseilbrücke
687 m | 1965 | Die Brücke (zwischen Köln-Merkenich und
Leverkusen) gehört zum nördlichen Teil des
Kölner Autobahnringes. |
Mülheimer Brücke |
städtische Straßenbrücke
mit Stadtbahntrasse
| Kabel-Hängebrücke
683 m | 1929
Neubau: 1951 | Die Brücke wurde im Zusammenhang
mit der
Eingemeindung von Mülheim (1914) gebaut und war die
erste Brücke mit der Brückenfarbe "Kölner Grün". |
| Zoobrücke | städtische Straßenbrücke | Stahl-Kastenträgerbrücke
597 m | 1966 | Die Brücke war ursprünglich geplant als Teil einer
ehedem geplanten Stadtautobahn mit rrh. Ende am BAB-Kreuz
Köln-Ost. |
| Hohenzollernbrücke |
2
Eisenbahnbrücken (mit 4 Gleisen) + 1 Straßenbrücke
Wiederaufbau nach dem Krieg:
1 Eisenbahnbrücke mit
2 Gleisen
Erweiterungen: 1
Eisenbahnbrücke mit
2 Gleisen 1
Eisenbahnbrücke mit
2 Gleisen | Fachwerk-Bogenbrücke
409 m | 1911
1948
1959 1989 | Die Brücke ersetzte die Dombrücke von 1859,
der ersten
festen Kölner
Brücke nach der Römerzeit.
zunächst provisorisch
Erweiterung für S-Bahn-Netz (damit jetzt insges. 6 Gleise und
2 Fußwege) |
Deutzer
Brücke | städtische Straßenbrücke mit Stadtbahntrasse |
Ketten-Hängebrücke
Neubau:
Stahlkastenbrücke
Erweiterung:
Spannbetonbrücke
437 m | 1915
1948
1980 | früher: "Deutzer
Hängebrücke"/"Hindenburgbrücke".
Die Brücke verbindet den lrh. Kern der Kölner Innenstadt und
den zentralen rrh. Stadtteil Deutz mit der Messe. |
Severinsbrücke |
städtische Straßenbrücke mit Stadtbahntrasse
| Schrägseilbrücke
691 m | 1959 | Die Brücke gehört zum Verlauf der B 55. |
| Südbrücke | Eisenbahnbrücke
(mit 2 Gehwegen) | Fachwerk-Bogenbrücke
536 m | 1910
Neubau: 1950 | Die Brücke wurde für den Güterverkehr gebaut.
1946 behelfsmäßiger Wiederaufbau |
Rodenkirchener
Brücke | Autobahnbrücke im Zuge der A
4
(mit
2 Gehwegen) | Kabel-Hängebrücke
567 m |
1941
Neubau: 1954 Erweiterung: 1994
| Die Brücke mit 6 Fahrspuren gehört zum
südlichen Teil des
Kölner Autobahnringes.
Neubau mit erhaltenen Teilen
Zwillingsbau zur 1. Neubaustufe |
* technische Daten
lt. Angaben des Amtes für
Brücken- und Stadtbahnbau
Im
weiteren Sinne zur
Kölner Brückenfamile gehören 2 kleine
Drehbrücken, die Drehbrücke
über die Einfahrt zum linksrheinischen Rheinau-Hafen von 1898 und
die
Drehbrücke über die Einfahrt zum rechtsrheinischen Deutzer
Hafen von
1907. In dem 2008 erstellten "Masterplan
Köln -
Innenstadt -" ist für den zentralen
"Stadtraum Rhein" u. a. der Bau von 2
Fußgänger-Rheinbrücken im Norden und Süden im Zuge
der linksrheinischen Ringstraße vorgeschlagen worden ... ein
toller Gedanke für dieses herausragende innerstädtische
Erlebnisgebiet und eine Abrundung des Kölner
Brückenensembles. Ob was daraus wird?
4. Politische
Entwicklung
1794
wurde Köln kampflos von den Franzosen besetzt und verlor damit
seinen seit
1475 im mittelalterlichen
Köln
bestehenden Status als Freie Reichsstadt. 1801 wurde das Rheinland und
damit auch Köln in den französischen Staatenverbund
eingegliedert. Das Kurfürstentum und das Erzbistum Köln
wurden aufgelöst. Das Mittelalter war endgültig beendet. Die
Franzosen veranlassten einige
wichtige Änderungen der Struktur und des täglichen Lebens in
Köln. So
wurden die
Glaubensfreiheit, die es vordem für Protestanten und Juden nicht
gab, eingeführt und alle
katholische Klöster und Stifte aufgehoben (Säkularisation).
Der
kirchliche
Besitz fiel an den Staat
und
wurde größtenteils an Bürger verkauft. Die Kloster- und
Stiftskirchen
(und damit u. a. die heutigen 12 großen Romanischen Kirchen)
wurden
in Pfarrkirchen
umgewidmet; viele Kirchen (wie die vormaligen Pfarrkirchen neben den
Klöster-/Stiftskirchen außer St. Peter) wurden geschlossen, viele
abgerissen. Eine der
Änderungen war
1804 mittels
Napoleons "Décret
sur les sépultures" die
Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren
Pfarrgebieten auf kirchlichen Friedhöfen. Dies
führte
1810 zur Einrichtung des heute wegen seiner vielen Grabdenkmäler
berühmten Zentralfriedhofs Melaten auf dem Gelände des
mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des
damaligen
Stadtgebiets (im heutigen Stadtteil Köln-Braunsfeld). Die
Franzosenherrschaft endete 1814.
Nach dem Endes des
ersten
deutschen Reiches ("Heiliges römisches Reich deutscher Nation")
wurde Köln (in
Preußen bis
1919 noch offiziell Cöln
geschrieben)
mit dem Rheinland auf dem
Wiener Kongreß (1815) dem Königreich Preußen
zugeteilt. Preußen gehörte bis 1866 zum Deutschen Bund, einem
lockeren Zusammenschluss von Einzelstaaten in
Nachfolge des
vorherigen Reiches, und ab 1871 zum neuen Deutschen Kaiserreich. Die
Stadt wurde von den Preußen zur stärksten
Festungsstadt im Reich ausgebaut
und war neben Berlin
wichtigste - wenn auch in in der Hauptstadt wohl nicht beliebte - Stadt
Preußens. Auch in Köln war bei der Eingliederung der
vormaligen Freien Reichsstadt in
das Königreich Preußen der Jubel eher verhalten. Nach
1815 setzte ein Aufschwung mit der Bebauung bisheriger Freiflächen
ein. Nach dem - aus heutiger Sicht höchst bedauerlichen -
Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881 begann die Erweiterung der
Stadt mit der Bebauung der sog. Neustadt außerhalb der
Ringstraße, die ab Ende des 19. Jhdt. mit Eingemeindungen
umliegender Gemeinden bis 1975 fortgesetzt wurde.
Seit
Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gehört
Köln zum Bundesland
Nordrhein- Westfalen und ist die größte Stadt dieses Bundeslandes.
Als
neuzeitliches Kölner Ereignis ist die Revolution von 1848 zu
erwähnen, in der Köln mit seinen damaligen Bürgern Karl
Marx (Redakteur der oppositionellen "Neuen Rheinischen Zeitung") und
Friedrich Engels eines der revolutionären Zentren war. Einer der
führenden Köpfe der Linken im damaligen
Paulskirchen-Parlament war gebürtiger Kölner: Robert Blum
(1807 - 1848/ Ermordung). Als
soziale Errungenschaft ist der von Adolf Kolping
1849 in
Köln
gegründete katholische Sozialverband "Kolpingwerk" - damals
zunächst zur Unterstützung arbeitsloser und verarmter
Handwerksgesellen gegründet - zu nennen. Ein dagegen trauriger
Rekord Kölns hingegen ist, dass die Stadt im 2. Weltkrieg 264-mal
von alliierten Bombern angegriffen worden ist - so oft wie keine andere
Stadt in Deutschland - und im Mai 1942 auch den ersten
flächendeckenden Angriff auf eine deutsche Großstadt
zu erleiden hatte. Köln war zum Kriegsende fast völlig
zerstört (die Innenstadt zu 90%); die Stadt hatte mit 70%
Gebäudeschäden den
höchsten Zerstörungsgrad aller deutschen
Großstädte.
Der Dom wurde von über 70 Bomben getroffen. Die alte
Römerstadt hätte das alles beinahe nicht
überlebt.
Politische
Zugehörigkeiten
Kölns in seiner über 2000-jährigen
Geschichte im Überblick
- um 19 v. Chr. bis um
455 n. Chr.: antikes Römisches Imperium (ab 50 n. Chr. in
dem Rang einer
Colonia).
- um 455 bis 962:
fränkische Reiche.
- 962 bis 1794: neues
Römisch-deutsches Kaiserreich/ab 15. Jhdt. Heiliges Römisches
Reich Deutscher
Nation (ab Mitte des 10. Jhdt. innerhalb des Kurfürstentums
Köln (Kurköln), ab 1288 de facto und ab 1475 de jure als
Freie
Reichsstadt).
- 1794 bis 1815 nach
der Besetzung durch die Franzosen: Französisches Reich (offizielle
Eingliederung: 1801).
- 1815 bis 1871:
Königreich Preußen (bis 1866 im Deutschen Bund).
- 1871 bis 1918: Königreich
Preußen (im Deutschen Kaiserreich).
- ab 1918: deutsche
Republiken (seit 1949 Bundesrepublik
Deutschland/Bundesland
Nordrhein-Westfalen).
5.
Stadterweiterungen
Kernstadt
des heutigen Kölns ist die Altstadt. Dies ist das Gebiet innerhalb der "Ringe",
dem Straßenzug entlang der Trasse der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer der mittelalterliche
Stadt),
wobei hier "Altstadt" als Stadteil-Name gemeint ist. Im heutigen Kölner
Sprachgebrauch wird unter "Altstadt" zumeist das
Vergnügungsviertel
zwischen Alter Markt/Heumarkt und Rhein verstanden. 1881 wurde die
Stadtmauer
abgerissen und danach die Stadt um die sog. "Neustadt" bis an die
Trasse des ehemaligen inneren
preußischen Festungsrings
erweitert. Später kamen dann die
Vororte
- also die ehedem selbständigen Gemeinden um den Stadtkern -
hinzu.
Aktuell hat
das neuzeitliche Köln eine Stadtgrenze von etwa 130
km Länge. Größte Entfernung
Süd - Nord: 28,1 km, Länge des Rheinufers lrh.: 40 km.
Mit den
diversen Eingemeindungen - zuletzt 1975 - wuchs die Einwohnerzahl Kölns auf heute
knapp
über 1,0 Mio. (inkl. Zweitwohnsitzen: 1.027 Mio.) auf einer
Fläche von 40515 ha (ca. 405 qkm) mit 9 Bezirken und 86
Stadtteilen. Damit ist Köln
einwohnermäßig die
viertgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin, Hamburg
und
München), größte Stadt in Nordrhein-Westfalen (2.
Düsseldorf mit ca. 586700, 3. Dortmund mit ca. 580700) und flächenmäßig
die
drittgrößte Stadt Deutschlands (nach
Berlin und Hamburg). Im Regierungsbezirk
Köln
(mit u. a. Aachen im Westen, Bonn im Süden und dem Oberbergischen
Kreis im Osten) wohnen 4,382 Mio. Menschen.
 Stadtentwicklung Köln/ Stadterweiterungen
im 19. und 20. Jhdt.
|  Stadtentwicklung Köln/ frühere Stadterweiterungen
|
Mit der
Gebietsreform von 1975 und den damit verbundenen
Erweiterungen - mit insbes. der
Eingemeindung der Gemeinden Weiden-Lövenich, Porz und Rodenkirchen
sowie zunächst Wesseling -
wurde Köln vierte Millionenstadt Deutschlands.
Einwohnerentwicklung im
neuzeitlichen Köln:
1830:
62.000, 1875:
129.000, 1910: 516.000, 1932:
750.000, 1959:
772.000, 2011:
1,007 Mio. (1,027 Mio. mit Zweitwohnsitzen), 2030 (Prognose):
1,106 Mio.
Nicht
untypisch für diese feierfreudige Stadt ist, dass sie nicht nur
zwei
Gründungsdaten hat, die selbst von Experten oft vermengt
und
verwechselt werden, sondern auch dreimal
Millionenstadt wurde.
- Gründung des Römischen
Köln:
- Um vermutlich 19 v.
Chr. Gründung Kölns mit der Ansiedlung
der Ubier durch die Römer und der Gründung der Siedlung "Oppidum
Ubiorum".
-
50 n. Chr. Erhebung dieser Siedlung zur Colonia
(Stadt
römischen
Rechts) mit dem Namen "Colonia
Claudia Ara
Agrippinensium" (abgekürzt:
CCAA), oftmals fälschlich als Gründungstermin
Kölns genannt.
- Status einer
Millionenstadt des Neuzeitlichen Köln:
- Am
01.01.1975 mit der Gebietsreform und deren Eingemeindungen.
Mit der erfolgreichen Klage Wesselings
gegen die Eingemeindung war der Status
als
Millionenstadt am 01.06.1976 zunächt wieder zu Ende.
- Im Dezember 1991
mit der in
Köln üblichen Zählweise inkl. der Zweitwohnsitze.
- Im
Mai 20100 nun
auch nach der
NRW-üblichen Zählweise mit nur den Erstwohnsitzen - und
damit nun wohl endgültig - .
l
6.1 Medienmetropole
Köln
Schon seit der
Vorkriegszeit sind
in
Köln der Westdeutsche Rundfunk (WDR) - heute die größte
Rundfunkanstalt der
ARD - und eine ausgeprägte Druckindustrie angesiedelt. Mit seinem
Umzug von Luxemburg nach Köln kam 1988 der mittlerweile
umsatzstärkste europäische private Programmanbieter RTL
hinzu. Damit begann der Aufstieg Kölns zu einer der deutschen
Medienmetropolen - und vor allem zur Fernsehstadt Nr. 1 - mit
- zahlreichen
öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk-Anbietern,
nämlich
den
Fernseh-Anbietern
- WDR (mit "Westdeutsches Fernsehen" = WDR 3 und
20%-Anteil am Programm von "Das Erste" der ARD)
- RTL
- Vox
- Super RTL
-
n-tv (seit
08.04 in Köln, vorher in Berlin)
- center.tv
Heimatfernsehen
-
Spartenprogramme (RTL shop, Giga
Digital, Traumpartner.TV, Terranova, TVGusto)
- Viva (gegründet in Köln, inzwischen umgezogen nach
Berlin)
- Viva plus (gegründet in Köln, inzwischen
umgezogen nach Berlin)
den Hörfunk-Anbietern
- WDR mit 6 Programmen (Eins Live, WDR 2 ... 5, Funkhaus
Europa)
-
Deutschlandradio
- Radio Köln
- Deutsche Welle (bis 2003 in Köln,
seitdem in
Bonn)
- Domradio,
dem Hörfunk
des Erzbistums Köln
- Kölncampus, dem Hochschulradio
- den diversen
Medienstandorten (mit den Sendezentren und Studios der vorgenannten
Rundfunk-Anbieter
und ca. 300 privaten Produktionsstudios und -firmen),
u.a.
- WDR-Funkhaus in der Kölner Innenstadt und
WDR-Produktionsstätte in Köln-Bocklemünd
("Hollymünd")
- RTL-Sendezentrum in
Köln-Deutz in den historischen Messehallen am Rhein (bis 2010 in
Köln-Weiden)
- Medienzentrum Köln-Ossendorf (inkl. der MMC-Studio-Anlage
Coloneum)
- Mediapark in der Kölner Innenstadt (mit 1-Live des WDR)
- Medienzentrum auf dem ehemaligen Fabrik-Gelände in
Köln-Mülheim (u.a. mit Bonito-TV, der
Produktionsstätte von HaraldSchmid)
- Studio-Gelände Hürth in der Nachbargemeinde von
Köln
Seit 2010 befinden sich im Kölner Zentrum 2
Mediengrößen sozusagen Auge in Auge gegenüber:
a) der WDR als größte öffentlich-rechtliche ARD-Rundfunkanstalt
linksrheinisch direkt am
Dom und b) RTL als
quotenstärkster privater Programmanbieter rechtsrheinisch am
Rhein-Ufer direkt gegenüber dem Dom.
Köln ist heute einer der
wichtigsten Film- und Fernseh-Standorte Deutschlands (zusammen mit
Hamburg, München und Berlin). Die zahlreichen
Produktionsfirmen
erstellen in Köln und im Nachbarort Hürth ca. 2000 Stunden
Fernseh-Programm pro Jahr (ohne die hausinternen Produktionen der
Kölner Programmanbieter). Damit steht Köln mit der
Zahl der Fernsehproduktionen pro Jahr bundesweit mit Abstand
an der Spitze. Hier werden die meisten
der erfolgreichen Formate der deutschen Fernseh-Landschaft produziert.
Daneben werden in Köln
auch hochwertige Kino- und Ferseh-Filme erstellt (in 2010:
45 ). Mit dem Coloneum betreibt
die Firma
MMC in Köln-Ossendorf das größte und modernste Film-
und Fernseh-Studiogelände
Europas (mit - zusammen mit den MMC-Studios in
Hürth - 32 Studios, davon zwei für die Produktion von
großen Kinofilmen
und eins für große TV-Publikumsveranstaltungen geeignet).
Und Köln
baut im Gegensatz zu Anderen auch in schwierigen Zeiten seine Stellung
noch
aus. Zitat im Kölner Stadtanzeiger: "Köln
ist
und bleibt die deutsche Fernseh-Hauptstadt."
Der Aufstieg zur
Medienstadt
begann aber eigentlich schon 1928 mit der ersten internationalen
Presseausstellung - der "Pressa" - (heute würde man
Medienausstellung sagen), zugleich das
erste Großereignis für die neue Kölner Messe. Aus
dieser
Tradition
heraus ist heute Köln auch als Pressestadt bedeutend; in Köln
haben der über 200 Jahre alte Verlag DuMont-Schauberg
(das
viertgrößte Zeitungshaus in D) sowie große Buchverlage
wie Kiepenheuer und Witsch ihren Sitz. Die in dem gen. Verlag
erscheinende
und heute auflagenstärkste Tageszeitung Kölns - der
"Kölner
Stadtanzeiger" - wurde erstmals 1876, zunächst als Ableger der schon
seit 1802
erscheinenden renommierten überregionalen "Kölnischen
Zeitung", herausgegeben.
| 17
Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen und - per Kabel oder
via Satellit - viele weitere Millionen Hörer und Zuschauer
können die fünf Radioprogramme und das umfassende
Fernsehangebot des Westdeutschen
Rundfunks mit Sitz in Köln in ganz
Deutschland empfangen, über
Satellit in ganz Europa. Der WDR
ist
für alle da, für Mehrheiten ebenso wie für
Minderheiten. Das ist sein Programmauftrag als
öffentlich-rechtliches Medienunternehmen. Modernste
Ausrüstungen und
technische Einrichtungen sind für die Qualität
der
WDR-Programme unentbehrlich, zum Beispiel in den Radio- und
Fernsehstudios, die mit ihren Kapazitäten
zu den leistungsfähigsten Produktionsstätten
Deutschlands
zählen. Auch bei technischen Innovationen spielt der WDR oft eine
Vorreiterrolle. So verfügte er als erster Sender 1994 über
ein komplettes digitales Hörfunkstudio. Zum Jahresende 1999
wurde mit dem Studio 3 das letzte der vier Wort- und
Hörspielstudios mit digitaler Produktionstechnik
ausgestattet. In den
letzten
Jahrzehnten hat sich der WDR zu einem bedeutenden Kultur- und stabilen
Wirtschaftsfaktor entwickelt. Mit Sensibilität und
Weitblick,
mit modernem Management und effizienter Organisation, nicht zuletzt
mit immer wieder neuen Ideen hat er den Ruf Kölns
als
Medienmetropole maßgeblich begründet und
geprägt.
Die Rundfunkanstalt WDR mit Sitz in Köln ist
Mitglied
der ARD und deren größte Rundfunkanstalt. Er ist zugleich einer der
größten Sendeanstalten Europas. Vorläufer war nach dem
Krieg der
NWDR, der 1956 in NDR und WDR aufgeteilt
worden ist.
 WDR-Fassade
am Dom
|  | Foto
rechts: Dort stand die Wurstbude des Kölner WDR-Tatorts wirklich:
am
Schokoladen-Museum/südl. Altstadt -
inzwischen dort
abgebaut, neuer Standort noch unbekannt -. Im
Fernsehen steht sie am rechtsrheinischen Rheinufer mit Domblick.
Quelle:
WDR 04.2001 |
RTL Television
mit Sitz in Köln
ist
der erfolgreichste der privaten Fernseh-Programmanbieter
Deutschlands. Das 1984 gegründete Fernseh-Unternehmen war in der
Statistik der Marktanteile immer im
Spitzenbereich und besonders erfolgreich in Altersgruppe der
14-
bis
49-jährigen. So
sicherte sich RTL
2002 zum zehnten Mal in Folge die Spitzenposition in dieser Zielgruppe
und errang - zusammen mit der öffentlich-rechtlichen ARD - die
Marktführerschaft beim Gesamtpublikum. Die Marktanteile im
"Jubiläumsjahr 2002" (alle/14-49jährige): ARD/Das
Erste: 14,6/9,9%,RTL: 14,4/17,4%,
ZDF: 14,1/8,8%,
ARD Dritte: 12,9/7,9%. Der
kontinuierliche Erfolg insbes. bei den
jungen Zuschauern hat RTL auch zum Marktführer auf dem deutschen
TV-Werbemarkt gemacht. RTL
Television ist hundertprozentige Tochter
der RTL Group (Luxemburg), Europas
führendem Rundfunk- und
Produktionsunternehmen.
Marktanteile
2009/alle
Zuschauer ab 3 Jahre:
1.
ARD/alle Dritten 13,5 %, 2. ARD/Das
Erste12,7%,
3. ZDF 12,5% und RTL
12,5%, 5. Pro 7 6,6%
Marktanteile
2010/alle
Zuschauer ab 3 Jahre (laut Media Control):
1. RTL
13,6 %, 2. ARD/Das
Erste 13,2%,
3. ZDF 12,7% , 4. SAT 1 10,1%
 alter
RTL-Standort Weiden | 
neuer
Standort
Messehallen | 
neuer
Standort
Messehallen |
|
6.2
Messe-
und
Kongress-Stadt Köln
Die "kölnmesse" besitzt
eines der
größten und leistungsfähigsten Messegelände der
Welt.
Die
Geschichte Kölns als
Messestadt begann schon 1259, als die Stadt als großer
mittelalterlicher Handelsplatz mit dem
Stapelrecht
auch das Recht erhielt, pro Jahr zwei Messen zu veranstalten. 1922
wurde dann vom Rat der Stadt Köln entschieden, Köln zum
Messestandort zu machen, und die Messegesellschaft
gegründet. Heute ist die "koelnmesse"
eine der größten Messeveranstalter weltweit mit
Weltleitmessen
für über 25 Branchen und der größte
Messe-Veranstalter Deutschlands. In den 11 Messehallen finden
pro
Jahr ca. 70 internationale Fach-Messen (2009: 77
Messen) und im Congess-Centrum Koelnmesse rund 2000 Kongresse
statt. An
den Messen beteiligen sich rund 45000 ausstellende Unternehmen aus
über 120 Staaten. Die
Messen bedienen die Branchen
-
Ernährung
-
Haus, Garten und Freizeit
- Gesundheit, Lifestyle und
Objekt
-
Kommunikation, Kunst und Mode
-
Wohnen, Einrichten und Textil
-
IT, Technologie und Umwelt
mit u. a. folgenden
Messen: anuga
(Ernährungswirtschaft), Eisenwaren-Messe, gamescom
(Europas
größte Messe
für interaktive Computer- und Video-Spiele), Intermot (Motorrad- und
Fahrradmesse), imm cologne
(Einrichtungsmesse), InterKarneval, ism (Süßwaren-Messe),
Orgatec (Fachmesse für Office und Objekt), photokina (Imaging und
MediaVision),
spoga (Gartenmesse) sowie ART
Cologne (Kunstmarkt/moderne Kunst) und die Kunstmesse
Cologne
Fine Art & Antiques. Dazu
kommen über 30 Messen weltweit.
Im Zusammenhang mit
dem Umzug
von RTL in die alten Messehallen am Rhein hat die Messe kräftig umgebaut (mit 4 neuen modernen
Nord-Hallen
unter Wegfall der alten Rheinhallen); sie betreibt damit
jetzt
die vorerwähnten insges. 11 Hallen. Sie hat mit 284000 qm
das fünftgrößte
Ausstellungsgelände
der Welt. Im übrigen hat die Kölner Messe einen
großen
Standortvorteil mit
- ihrer zentralen Lage am
rechten Rhein-Ufer direkt gegenüber dem
Dom und der Kölner Altstadt (also im Vergleich mit vielen
Messen im Zentrum und nicht auf der grünen Wiese),
-
dem direktem Anschluss an die am Kölner Ring angeschlossenen 10
Autobahnen und dem "eigenen" ICE-Haltepunkt - dem Bahnhof
Köln-Messe/Deutz
- mit ICE-Verbindungen nach Norden und Süden (u.a.
zum
interkontinentalen Großflughafen Frankfurt, Fahrzeit knapp 1
Stunde) und mit S-Bahn-Anschluß
an den Flughafen Köln-Bonn (mit
direkten Flugverbindungen zu ca. 80 Zielen in rund
30
Staaten),
also
eine so ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur
wie kein anderes europäisches Messegelände.
2010 war die
Messe-Tochter "kölnmesse international" verantwortlich
für die Umsetzung des deutschen Beitrags (im deutschen Pavillon)
auf der Weltaustellung im chinesischen Schanghai.
Köln
hat sich auch immer mehr zu einer Kongress-Stadt
entwickelt mit
insbes. den Kongress-Orten Messe und Gürzenich sowie bei den
zahlreichen Aktionärs-Hauptversammlungen von Telekom, Deutscher
Post und Postbank in der riesigen Kölnarena. Eines
der größten und bedeutendsten Kongress-Ereignisse im
Nachkriegs-Köln
war der "Kölner Juni-Gipfel 1999", das EU-Gipfel-Treffen des
Europäischen Rates (03. - 04.06.99) und danach der
Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G
8-Staaten in Köln (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris
Jelzin/Rußland und Gerhard Schröder/Deutschland). Die
politischen Ergebnissen mögen inzwischen verblasst sein, den
Kölnern in guter Erinnerung geblieben sind die lockere
Atmosphäre (vor allem im Vergleich zum nächsten G8-Gipfel in
Deutschland, dem
"Barrikaden-Gipfel" in Heiligendamm 2007)
sowie besonders das Festessen der G 8-Teilnehmer
über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen-Museum
und die ungezwungenen Besuche des
US-Präsidenten Bill
Clinton in Altstadt-Kneipen.

Gedenkplakette am Gürzenich
6.3
Autostadt
Köln
1862
begann Nicolaus Otto (* 1832, †
1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors,
entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in
seiner eigenen Werkstatt die
erste Gaskraftmaschine.
1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der
Welt, die
Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und
Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz
AG überging (techn.
Direktor damals übrigens ein gewisser Gottlieb Daimler,
später ein wichtiger Mitarbeiter auch Ettore Bugatti), und ist Namenspate für
seinen
Motor. Mit
der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen
Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung
1866) begann ab dem Produktionsstart 1876 mit der
Verwirklichung
des ersten funktionsfähigen Viertaktmotors von Köln-Deutz aus
die Motorisierung der Welt. Die Deutz
AG zählt auch heute noch zu den größten Arbeitgebern in
Köln. Weltweit nutzen 1,4 Mio. Fahrzeuge Motoren aus dem
Kölner
Werk.
Der Otto-Motor mit
seinem Prinzip
"Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt
revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich
... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit
Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen.
In
der Tradition
dieser weltverändernden Erfindung liegt, dass heute
Köln eine der führenden Auto- und Motorenbau-Städte ist. In der Domstadt ist
neben der
obengenannten Deutz AG vor allem Ford mit der
Ford-Zentrale Europa und der Ford-Werke GmbH mit
einer Pkw-Produktionsstätte und einem zentralen Ersatzteillager
für Europa angesiedelt.
Im
übrigen ist
Ford mit Abstand der
größte Arbeitgeber der Stadt (über 17000
Mitarbeiter/innen). Der
damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer hatte 1930 die Ansiedlung
des Werkes in Köln erreicht. Im gleichen Jahr wurde auch der Grundstein
gelegt.. Am 15. April 1931 schloss Ford
sein
Berliner Werk und nahm am 4. Mai die Produktion am neuen Standort in
Köln-Niehl auf.
Im
Raum Köln haben ferner europäische oder deutsche
Vertriebszentralen großer ausländischer Automobil-Hersteller ihren Sitz (Toyota, Citroen,
Volvo, DAF - in Frechen -, Nissan und Renault - in Brühl
-, Mazda - in Leverkusen
-) . Angesichts dieser Ballung hat
sich im Großraum Köln
eine große Zahl von Dienstleistern und Zulieferern um das Auto
etabliert. Und Toyota hatte sich
1999
Köln ausgesucht, um von hier aus in die Formel-1-Rennen
einzusteigen. Ab 2002 nahmen die ersten in Deutschland entwickelten und
an dem Kölner Standort produzierten Formel-1-Rennwagen an den
WM-Rennen teil - 2005 bis 2007 mit dem prominenten Fahrer
Ralf
Schumacher
-. 2010
ist Toyota jedoch aus dem
Formel-1-Zirkus wieder ausgeschieden!
In dem
industriegeschichtlich
bedeutsamen Gebiet zwischen Mülheimer Brücke und Deutzer
Hafen
im rrh. Stadtteil Köln-Deutz mit den herausragenden
Firmen
Deutz AG
und der Waggonfabrik Van der Zypern + Charlier wurde übrigens
neben
dem Otto-Motor
von Nicolaus Ottos Partner
Eugen Langen auch die weltberühmte
Wuppertaler Schwebebahn erfunden und entwickelt, von der dort noch heute
eine
kurze Teststrecke vorhanden ist.
|
Prinzipieller
Aufbau
eines
Viertakt-Ottomotors: Die
hauptsächlichen
Teile sind Einlaßventil, Auslaßventil, Kolben,
Verbrennungsraum,
Pleuelstange, Kurbelwelle und Zündkerze.
Arbeitsweise
eines
Ottomotors: Ein
Viertakt-Ottomotor führt während seines Arbeitsspiels 4 Takte
aus - Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Ausschieben. Im ersten Takt
(Ansaugen) ist das Einlaßventil geöffnet und der Kolben
bewegt sich in Richtung Kurbelwelle. Durch den im Verbrennungsraum
herrschenden Unterdruck wird ein Luft-Kraftstoffgemisch angesogen und
füllt zum Ende des Taktes den Verbrennungsraum ganz aus. Das
Einlaßventil schließt sich und der Kolben bewegt sich von
der Kurbelwelle weg
(Takt 2: Verdichten). Dabei wird das Luft-Kraftstoffgemisch stark
verdichtet.
Kurz vor Erreichen des oberen Totpunktes wird das Gemisch
durch
einen
Funken an der Zündkerze gezündet (Zündzeitpunkt).
Temperatur
und Druck im Verbrennungsraum steigen sprunghaft an. Durch den hohen
Druck
wird der Kolben wieder in Richtung Kurbelwelle gepreßt (Takt 3:
Arbeiten). Am unteren Totpunkt öffnet das Auslaßventil und
die Verbrennungsgase werden aus dem Verbrennungsraum ausgeschoben (Takt
4: Ausschieben). Insgesamt hat sich die Kurbelwelle nach den 4 Takten
um 720° gedreht (2 vollständige Umdrehungen).
| Gedenktafel
an der
Johannisstraße/
Kölner Nordstadt
|
6.4
Kölner
Zoo
Eine besondere Bedeutung
unter den
Parklandschaften Kölns spielt der Kölner Zoo,
der bei einer
internationalen Zoo-Studio 2009 über die größten
europäischen Zoos (Zoos mit über 1 Mio. Besucher/Jahr) in
der Europa-Rangliste auf Platz 7 landete (1. Tiergarten
Schönbrunn Wien) und dabei unter den deutschen Zoos als Dritter
eingestuft wurde. Der Kölner Zoo wurde 1860
gegründet und ist der
drittälteste Zoo Deutschlands. Eine der Attraktionen ist seit
einigen Jahren der Elefantenpark, mit
20000 qm (= 10
% der Zoofläche) das größte
Freilaufgehege Europas in Innenstadtlage und nach Fachmeinung der modernste Elefantenpark
Europas,
in dem die Lebensweise von aktuell 15 (maximal 20) asiatischen
Elefanten
naturgetreu nachgebildet wird.
Die
Elefanten verbringen wie in der Natur den größtenTeil des
Tages in
ihrer Herde. In Berührung mit Menschen kommen sie nur bei Pflege-
und
Fütterungseinsätzen. Zuletzt sind innerhalb
von 3
Jahren im
Kölner Zoo vier Elefanten-Junge geboren worden (zwei davon aus
Kölner Zucht): Marlar (März 2006), Ming Jung (April 2007),
Maha Kumari (Mai 2007) und Khin Yadanar Min (Juli 2009). Im
April 2011 folgte das fünfte Kölner Elefanten-Baby Rajendra. Natürlich
kommt es auch bei den anderenen Gattungen ständig zu Tiergeburten,
so im 1. Hj. 2009 unter vielen anderen zwei bei den Netzgiraffen. Als
drittes Großprojekt
im Zeichen des neuen
Erlebnis- und Artenschutzkonzepts ist
nach dem Elefantenpark
und dem Regenwaldhaus
im April 2010 das Hippodrom,
eine
neue Heimat für insbes. Flußpferde und Nilkrokodile, eröffnet worden.
Insges. beherbergt der
20 ha
große
Kölner Zoo mehr als 10000
Tiere von ca. 750 Tierarten.
Der
Name Köln
ist mit 2
äußerst wichtigen Erfindungen verbunden:
- mit
der Erfindung des Otto-Motors und
- mit
der Definition des Ohmschen Gesetzes, dem
"Grundgesetz" der
Elektrotechnik.
Das
neuzeitliche Köln ist aber auch bekannt durch zwei besondere -
mit dem Stadtnamen verbundene - Produkte. Weltbekannt ist das "Eau
de
Cologne" (Kölnisch Wasser). Und ein in Köln sehr
geschätztes, aber auch bundesweit und darüberhinaus immer beliebter
werdendes
Produkt ist das "Kölsch", das einzige Bier, das - vergleichbar wie
beim Sekt
der Champagner
- per EU-Recht auf die Herstellung in einer Region
begrenzt ist. Zu den "Kölner Marken" zählen neben dem Kölnisch Wasser
und dem Kölsch noch die Auto-Marke Ford und die Stollwerck-Schokolade.
Lange Zeit Kultstatus hatten die Zigaretten-Marke Overstolz sowie
Afric-Cola, die beide vom Markt verschwunden sind.
| Das
Ohmsche Gesetz
Im
Jahre 1826 definierte Georg
Simon Ohm am Dreikönigs-Gymnasium in Köln das folgende
elektrotechnische Gesetz: Legt man
einen Widerstand R
an
eine Spannung
U und bildet einen geschlossenen Stromkreis,
so fließt
durch
den Widerstand R ein bestimmter
Strom I."
Das
Ohmsche
Gesetz: U = I * R
|  Gedenktafel
an der Marzellenstraße/
Nähe Dom
|
| Eau de Cologne
Der
Italiener Johann
Maria Farina gründete am 13.07.1709 die erste Parfumfabrik der
Welt und
nannte sein Duftwasser zu Ehren seiner Wahlheimat "Eau de Cologne"
(Kölnisch Wasser). Er machte damit Köln als Duftstadt im 18.
Jhdt.
weltberühmt. Von hier aus wird seit dem 18. Jhdt. das Parfüm
de
Luxe mit dem Markenname "Johann Maria Farina gegenüber (dem
Jülich-Platz)" (= damals
- als es noch keine Haus-Nr. gab - Adresse des Farinahauses) in die
ganze
Welt vertrieben (u. a. damals an alle Könige und Fürsten
Europas sowie Prominente von Napoleon bis Goethe).
Farina ist auch heute noch ein Kölner Familienbetrieb. Das
Farina-Haus
(mit einem Duft-Museum) ist
jetzt Nachbar des Wallraf-Richartz-Museum; gegenüber ist immer
noch der G(J)ülich-Platz. Der
Gründer zu seinem Produkt: "Ich habe einen Duft gefunden, der mich
an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert." 2009
feiern die Firma
und das Kölnisch Wasser ihr
300jähriges Jubiläum. Später
stiegen auch andere Firmen in das lukrative Geschäft mit dem
Kölnisch
Wasser ein und versuchten, das Original zu kopieren (Markenschutz gab
es damals noch nicht), so u.a. 1803 die Firma Mülhens, die ihr
Kölnisch
Wasser
(mit anderem Duft) seit 1865 unter dem inzwischen weithin bekannten
Namen "4711" (nach ihrer
damaligen Haus-Nr. in der Glockengasse) vertrieb, heute aber
längst
nicht mehr als eigenständige Firma existiert. Das 4711-Haus in der
Glockengasse
steht heute gegenüber dem Opernhaus. Das Kölnisch
Wasser wurde zum Gattungsbegriff und zur Massenware. Nur Farina aber
darf
ihr auch heute noch zum gehobenen Sortiment gehörendes Produkt Eau
de Cologne "Original
Kölnisch Wasser" nennen.

Medaille
auf dem Friedhof Melaten
Figur
am Rathausturm
| Farina-Haus/
gegenüber WRM
|
| Kölsch
Kölsch
ist eine helle klare obergärige Bier-Spezialität aus
Köln und der näheren Umgebung.
Der Begriff "Kölsch" ist eine EU-weit geschützte geographische
Markenbezeichnung ("Geschützte geographische Angabe" der EU -
"g.g.A.-Zeichen"). Serviert wird es in den
typischen
Kölschstangen (original in 0,2 l-Gläsern). Zur Zeit gibt
es mehr als 20
alteingessene Kölsch-Marken; den größten Ausstoß
haben die Brauereien Reissdorf, eine Gruppe mit u. a. Gilden, Sion und
Sester, Gaffel und Früh.
Übrigens
ist Köln auch eine Stadt der Kneipen: ca. 4000!
Und:
"Kölsch" ist
Sprache (Kölner Dialekt), Getränk (obergäriges Bier
in den kölschtypischen Stangengläsern) und Lebensphilosophie in
einem. |
|
D. Wichtige
Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen modernen Köln (ab dem
spätem Mittelalter)
- 19.09.1475
Kaiser Friedrich III erhebt Köln mit dem Reichsstadtprivileg nun
auch
de jure zur Freien Reichsstadt ("des heiligen Reiches freie
Stadt"); dieser Status bleibt bis zur Besetzung durch die Franzosen
1794 erhalten.
- 1505
und 1512 Reichstage
in
Köln.
- 1512/1513
Aufstand der Gaffeln gegen den Rat.
- Nach 1517
bleibt in Köln als einziger Reichsstadt und
anders als z. B. in Nürnberg
die
Reformationsbewegung Martin Luthers ohne Wirkung; Köln bleibt
katholisch.
- 1531
Besuch des Kaisers Karl V (Kaiser 1530 - 1556).
- 1553
Gründung
der Kölner Börse.
- Ab 1570
auf
Plänen
erstmals Darstellung des Kölner Bauers
(als Symbol
für die städtische Freiheit) und der Kölner Jungfrau
(als
Symbol für die Treue zum Reich), heute
Figuren des Dreigestirns im Kölner Karneval.
- 1583
- 1588 Kölner Krieg
zwischen Truppen des zum Protestantentum gewechselten Kölner
Erzbischofs/Kurfürsten mit den siegreichen katholischen
bayerischen/spanischen
Truppen. Der Krieg verhinderte die Verwandlung des
Erzbistums Köln in ein erbliches protestantisches Fürstentum.
Der Nordwesten des Reiches blieb katholisch!
- 1618
Grundsteinlegung für das letzte repräsentative Bauwerk
im mittelalterlichen Köln, die Jesuitenkirche St. Maria
Himmelfahrt (Weihe 1678).
- 1618-1648
Köln bleibt im 30-jährigen Krieg neutral und wird auch nicht
erobert. 1632
wird Köln im Zuge des Krieges von den
Schweden bedroht (Besetzung des rrh. damals noch selbständigen
Deutz).
- 1686
Hinrichtung
des Nikolaus Gülich (nach der letzten Rebellion gegen
Misswirtschaft und Korruption
im Kölner Rat).
- Ende
17. u. 18. Jhdt. wirtschaftlicher Niedergang und
Verfall
der Reichsstadt.
- 1709 Der
Italiener Johann
Maria Farina gründet in Köln die erste Parfumfabrik der
Welt; damit beginnt die weltweite Verbreitung des "Kölnisch
Wassers". 2009
feiern die Firma und das Kölnisch Wasser ihr
300jähriges Jubiläum.
- 1723-1761
Clemens August I von Bayern Erzbischof von Köln; er erbaut als
Kurfürst von Kurköln u.a.
die Brühler Schlösser
Augustusburg und Falkenlust.
- 1794
Franz.
Truppen besetzen Köln und beenden den Status Kölns als Freie
Reichsstadt. Der
Dom wird bis 1801
für profane Zwecke genutzt.
- 1797
In
Köln erhalten auch die Protestanten die Bürgerrechte.
- 1798
Die
Franzosen schließen die 1388 gegründete Kölner
Universität.
- 1801
Eingliederung
des Rheinlandes und damit auch Kölns in den franz. Staatenverbund.
Die Kölner werden
französische Staatsbürger. Das Erzbistum
Köln und das
Kürfürstentum Köln werden aufgelöst.
- 1802
Säkularisation
durch die Franzosen mit Aufhebung aller
Klöster und Stifte und Einführung der Glaubensfreiheit. Der
kirchliche
Besitz fällt an den Staat
und
wird größtenteils an Bürger verkauft. Die Kloster- und
Stiftskirchen
(und damit die heutigen Romanischen Kirchen) werden in Pfarrkirchen
umgewidmet; 52 Kirchen werden abgerissen.
- 1810
Einrichtung des Zentalfriedhofs Melaten auf dem
Gelände
des
mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des
damaligen
Stadtgebiets aufgrund
Aufhebung
der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten mittels Napoleons "Décret
sur les sépultures" in 1804.
- 1814
Ende
der Franzosenherrschaft, Einmarsch der Preußen.
- 1815
Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher
Nation (1806)
wird Köln auf dem Wiener Kongreß ab 1815 dem
Königreich Preußen (Rheinprovinz)
zugeteilt,
wird
Festungsstadt und neben Berlin wichtigste Stadt Preußens
sowie mit der neuen Bistumsorganisation für Preußen ab
1821 auch wieder Erzbistum (Ferdinand
August erster neuer
Erzbischof ab 1825).
- 1816
Beginn des Aufbaus der preußischen Festungsringe (innerer Ring
ab 1816, äußerer Ring ab 1873)
- 1823 Gründung
des
Festordnenden Komitees, heute Festkomitee des Kölner
Karnevals von
1823 und erster Rosenmontagszug.
- 04.09.1842
Grundsteinlegung für den Weiterbau des um 1530
unterbrochen Baus des Kölner
Doms.
- 1857 Gründung
des
Gürzenich-Orchesters, des heutigen Hausorchesters der
Kölner Philharmonie und der
Kölner
Oper in der Musikstadt
Köln.
- 1859
Einweihung der
Dombrücke, der ersten festen Rheinbrücke nach der
Römerzeit, und des Central-Personenbahnhofs Köln.
- 1861 Eröffnung
des
ältesten Museums Kölns, des Wallraf-Richartz-Museums.
- 1862
Nicolaus Otto begann in Köln mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors,
eine
für die Motorisierung der Welt bahnbrechende Erfindung.
- 15.10.1880
feierliche Einweihung des nunmehr fertiggestellten Kölner Doms
durch den Kaiser als nationales Ereignis
Deutschlands.
- 1883
Beginn
der neuzeitlichen Stadterweiterungen (nach Abriss der mittelalterlichen
Stadtmauer 1881)
- 1894
Einweihung
des Kölner Hauptbahnhofes direkt neben dem Dom an der Stelle des mit der Dombrücke erstellten
Zentral-Bahnhofes.
- 1897
Einweihung eines eigenen Gebäudes für das Historische
Archiv der Stadt Köln am Gereonskloster.
- 1902
Eröffnung des ersten Kölner Opernhauses am Habsburger Ring.
- 1909
Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z II) mit Graf Zeppelin,
dem
Pionier der Luftfahrt, nach Köln (mit einem Rundflug über Köln) in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen
Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens
Butzweilerhof) .
- ab
1912 Aufbau der
militärischen Fliegerstation Butzweilerhof, aus der ab
1926 der Kölner zivile
Flughafen Butzweilerhof entstand.
(Zum Jubiläum "80 Jahre
Luftfahrt in
Köln"
landete 2006 ein historisches Flugboot auf dem Rhein.)
- 1917-1933
Konrad Adenauer
Oberbürgermeister von Köln.
- 1918 Nach Ende
des 1.
Weltkriegs gehört Köln zu den deutschen Republiken (ab 1949
zur Bundesrepublik Deutschland/Bundesland Nordrhein- Westfalen).
- 1919 Die
Kölner
Universität wird nach der Schließung durch die Franzosen neu
gegründet.
- 1922 Gründung
der
Kölner Messegesellschaft.
- 1925 Staatliche
Anerkennung der Musikhochschule Köln, eine der
größten und traditionsreichsten Musikhochschulen Europas.
- 1931
Der
Autobauer Ford nimmt seine Produktion am Standort in Köln-Niehl
auf.
- 1932
Einweihung der ersten deutschen Autobahn, der
"Kraftwagenstrasse Köln - Bonn" (heute: BAB 555), durch den damaligen OB Konrad Adenauer.
- 1933
Absetzung
des OB Konrad Adenauer durch die Nazis.
- Ab 1942
beginnen die flächendeckenden Bombenangriffe auf Köln; Köln
war zum Kriegsende fast völlig
zerstört (die Innenstadt zu 90%).
- 1948
700-Jahrfeier der
Grundsteinlegung des Kölner
Doms.
- 1950
1900-Jahrfeier Kölns
(Köln rechnet ab der Erhebung der römischen Siedlung 50 n.
Chr. zur Colonia
und nicht wie andere
alte Städte ab der Gründung 19. v. Chr.).
- 1956-1973 Theo
Burauen
erster
SPD-Oberbürgermeister in Köln seit Gründung der
Bundesrepublik.
- 1957 Eröffnung
des neuen
Kölner Opernhauses am Offenbach-Platz.
- 1957 Aufnahme
des
kommerziellen Flugbetrieb am vorher nur militärisch genutzten
Flughafen Köln-Wahn.
- 1962 Der 1.
FC Köln wird
zum ersten Mal Deutscher Fußball-Meister.
- 1972 Der
Kölner Dichter
Heinrich Böll erhält den Literatur-Nobelpreis.
- 1975 Köln wird
im Zuge
einer Gebietsreform mit weiteren Eingemeindungen von umliegenden
Gemeinden am 01.10.1975 vierte
Millionenstadt Deutschlands. Mit
der erfolgreichen Klage Wesselings gegen diese Eingemeindung nach Köln war
jedoch
der Status als
Millionenstadt am 01.06.1976 vorübergehend wieder zu Ende (s.
2010).
- 1977 Der Kölner
EC wird
zum ersten Mal deutscher Eishockey-Meister.
- 1986 Eröffnung
der
Kölner Philharmonie und des Museum Ludwig (anfangs noch zusammen
mit dem dorthin verlegten Wallraf-Richartz-Museum).
- 1988 Der
Fernseh-Programmveranstalter RTL nimmt seinen Sendebetrieb in Köln
auf; Köln wird zusammen mit dem WDR und den anderen
Rundfunk-Veranstaltern
zunehmend zur Medienmetropole
ausgebaut.
- 1999 "Kölner Juni-Gipfel
1999", das EU-Gipfel-Treffen des
Europäischen Rates (03. - 04.06.99) und danach der
Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G
8-Staaten in Köln (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris
Jelzin/Rußland und Gerhard Schröder/Deutschland).
- 2001
Eröffnung des Neubaus für das Wallraf-Richartz-Museum.
- 2005
XX.
katholischer Weltjugendtag
in Köln, ein
Mega-Ereignis und
wohl die bisher größte Veranstaltung in der Bundesrepublik
überhaupt .
- 2006
Köln ist einer der Austragungsorte der Fußball-WM
2006.
- 2009 Einsturz
des
Gebäudes des Historischen Archivs der Stadt Köln mit noch
nicht übersehbaren Folgen für das
umfangreiche Archivgut, dem "Gedächnis der Stadt".
- 2010 Köln wird
im Mai 2010 nun auch nach der
NRW-üblichen Zählweise mit nur den Erstwohnsitzen vierte
Millionenstadt Deutschlands - und
damit nun wohl endgültig - . Bereits im
Dezember 1991 hatte Köln mit der hier üblichen
Zählweise inkl. der Zweitwohnsitze die Million
erreicht.
*
Quelle: Flugplan Köln Bonn
Airport (weitere Informationen über oben verlinkte
Internet-Adresse)
Fotos
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Wissen des Autors auch sonst
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im
Einzelfall Urheberrechte betroffen
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eigenen Fotos beim Autor!
©
GL
Köln
Stand: 01.02.2012