Neuzeitliches Köln - Köln heute

Rubrik:
  
Kölner Geschichte
Thema: Neuzeitliches Köln - Köln heute 
                  mit Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen Köln
> Stadtentwicklung - Stadtbefestigungen - Verkehrskreuz mit Brücken -
Medienmetropole - kölnmesse - Autostadt



Themen-Seite der privaten Web-Präsenz "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt". Diese Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei kommerzielle Interessen!


0. Vorbemerkungen und Inhalt

Historisch und kulturell umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei EpochenDiese geschichtliche Epochen Kölns werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner Geschichte" dieses Internetauftritts näher beschrieben:

Römisches Köln
                                                                          
um 19 v. Chr. -  um 455 n. Chr.
ab 50 n. Chr. Status einer  Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr.  römischen Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiserresidenz
Mittelalterliches Köln um 455 - um 1500

um 460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
bis 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab 1288 de facto und ab 1475 de jure Freie Reichsstadt
Neuzeitliches  Köln - Köln heute
ab um 1500
1794 - 1814 französische Besatzung
1815 - 1918 Königreich Preußen
aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der BRD

Inhalt

1. Entwicklung Kölns zur modernen Großstadt
2. Stadtbefestigungen
3. Verkehrskreuz und Brücken
4. Politische Entwicklung
5. Stadterweiterungen
6. Kölner Merkmale
6.1 Medienmetropole Köln
6.2 Messe- und Kongress-Stadt Köln
6.3 Autostadt Köln
6.4 Kölner Zoo
6.5 Kölner "Erfindungen"
D. Wichtige Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen modernen  Köln


1. Entwicklung Kölns zur modernen Großstadt

Nach den glanzvollen Epochen des Römischen Köln und des Mittelalterlichen Köln sowie nach dem vorübergenden wirtschaftlichen Niedergang Ende des 17. und im 18. Jhdt. erlebte Köln im Zuge der industriellen Revolution einen immensen Aufschwung. 
Die Rheinmetropole Köln (bis 1919 Cöln geschrieben) entwickelte sich im 19. und 20. Jhdt. zu einer modernen Großstadt und mittels diverser Stadterweiterungen und Eingemeindungen zur Millionenstadt. Die Region profitiert dabei wie schon im Mittelalter von der äußerst verkehrsgünstigen und zentralen Lage in Europa.  Köln wird von seinen Bewohnern und den vielen Besuchern geschätzt als Stadt zum Ausgehen und Einkaufen, zum Feiern und Erleben der vielfältigen Kultur-Szene mit den zahlreichen bedeutenden Einrichtungen wie der riesigen Kölnarena (leider jetzt Lanxess-Arena genannt), den  Kölner Museen, der Kölner Philharmonie, dem Kölner Opernhaus, dem Kölner Schauspielhaus,  den zahlreichen Clubs und den vielen privaten Theatern.

Köln ist heute
und  darüberhinaus auch
Laut einer Studie für das Handelsblatt (Sept. 09) gehört Köln mit Hamburg, Berlin, München und Frankfurt zu den 5 Städten mit den besten wirtschaftlichen Entwicklungschancen in den nächsten 5 bis 10 Jahren. Bezüglich der Handels- und Einkaufsmetropole Köln ist zu erwähnen, dass - für Besucher und Kölner gleichermaßen ideal - sich in der Innenstadt/Altstadt

-   eine Einkaufs-Zone mit u. a. den bekannten Einkaufsstraßen Schildergasse, Hohe Straße, Ehrenstrasse  und Breite Strasse,    

Hinweis:
Die Schildergasse war gemäß Zählungen der Passanten pro Stunde in den letzten Jahren - mit ganz wenigen Ausnahme - stets die  Einkaufsmeile Nr. 1 in Deutschland;  so belegte sie z. B. 2007 Platz 1 vor der Kaufingerstraße in München und der Zeil in Frankfurt. 2008 stand die Kölner Schildergasse bei einer Zählung der Passantenfrequenz in 74 europäischen Einkaufsstraßen sogar auf Platz 1 in Europa (mit ca. 17200  Passanten/ Std.) vor der Oxford Street West in London (ca. 16100) und der Mönckebergstraße in Hamburg (ca. 15500). Auch 2011 war die Schildergasse mit ihrem Sortiments- und Geschäfte-Mix wieder auf Platz 1 in Deutschland.
             
-
  eine Kultur-Zone mit mehreren Kölner  Museen, Kirchen (inkl. Dom und einigen der Romanischen Kirchen) und der geplanten Via Culturalis und

-   die Altstadt-Vergnügungs-Zone am Rhein (Martinsviertel, Rheingarten, Heumarkt,  Alter Markt) mit unzähligen Kneipen  und  Restaurants

unmittelbar nebeneinander befinden ... also für jeden etwas.

Seit Ende 2004 ist Köln (mit Standort in Köln-Deutz) Sitz der "European Aviation Safety Agency" (EASA) - eine der EU-Fachagenturen -. Die EASA  ist eine Art TÜV für die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs in Europa. Mit der Ansiedlung der EASA geht der Ausbau Kölns zu einem Kompetenz-Zentrum der Luft- und Raumfahrt weiter. Schon zuvor Köln-Wahn angesiedelt wurden die "Europäische Weltraum-Agentur" (ESA) und das "Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR). Übrigens ist in Köln-Deutz auch die Hauptverwaltung der Deutschen Lufthansa angesiedelt.

Ein wichtiges Projekt zur Weiterentwicklung der Stadt ist im Zuge der Regionale 2010 in Arbeit, das Projekt "Stadtentwicklung beiderseits des Rheins".
Zitat hierzu aus dem Internetauftritt  der Regionale 2010:
Die Kölner Innenstadtentwicklung steht im Spannungsfeld von „Bewahrung“ und „Aufbruch“. „Bewahrung“ steht für die Pflege des historischen Erbes vor allem in der linksrheinischen Innenstadt, „Aufbruch“ demgegenüber für die dynamische Stadtentwicklung im Rechtsrheinischen. Hier haben sich in den letzten Jahren alte Industriestandorte zu modernen Arbeits- und Wohnstandorten entwickelt. Das Gesamtprojekt "Stadtentwicklung beiderseits des Rheins Köln" thematisiert und beinhaltet diese Facetten der Kölner Stadtentwicklung. Ausgangspunkt und verbindendes Element beider Stadthälften ist dabei der Rhein.

Linksrheinisch steht das Modul "Archäologische Zone" im Bereich des Rathausplatzes für das historische Erbe von Stadt und Region. Unter Einbindung des unter dem Spanischen Bau gelegenen Praetoriums, dem Palast des Statthalters der Provinz Niedergermanien zur Römerzeit, entsteht im Bereich des Rathausplatzes ein großes unterirdisches archäologisches Museum, das Einblicke in 2000 Jahre Stadtgeschichte anhand von Originalfunden am Originalschauplatz bietet.

Rechtsrheinisch wird der dynamische Stadtentwicklungsprozess thematisiert und u.a. baulich durch die Umgestaltung des Ottoplatzes am Bahnhof Deutz zu einem neuen repräsentativen Stadteingang deutlich. Im Rahmen der so genannten Rechtsrheinischen Perspektiven werden die Veränderungen der vergangenen 10 Jahre und die künftige Stadtentwicklung im Entwicklungsgebiet rund um den Bahnhof Deutz in den Jahren 2010 und 2011 in einem Symposium und Workshop bewertet und für die Zukunft skizziert sowie im Frühjahr 2011 durch eine Ausstellung dokumentiert.

Als verbindendes drittes Projektmodul wird das innerstädtische rechtsrheinische Ufer zwischen den Poller Wiesen im Süden und dem Eingang zum Rheinpark und Tanzbrunnen im Norden als so genannter Rheinboulevard neugestaltet. Zentrales Element ist dabei eine großzügige Rheintreppe zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke. Durch den Rheinboulevard wird vis-à-vis der Kölner Altstadt eine neue Aufenthaltsqualität am Rhein für Stadt und Region geschaffen.


In der langen Geschichte Kölns entwickelte sich der Name der Stadt weiter. Die Römer nannten das um 19. v. Chr. gegründete Oppidum Ubiorum mit der Verleihung des Status einer Stadt römischen Rechts fortan Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) und später offenbar nur noch Agrippina. Die nachfolgenden Franken nannten sie wohl schlicht Colonia. Hieraus entwickelten sich im Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia Agrippina sowie in der Neuzeit Cöln und ab 1919 der heutige Name Köln (mundartlich: Kölle).


 2. Stadtbefestigungen

Köln war im Laufe seiner 2000-jährigen Geschichte ab dem 1. Jhdt. nach Chr. bis Anfang des 20. Jhdt. stets eine Festungsstadt.  Nach
folgten im 19 Jahrhundert
womit Köln zur stärksten Festung im Westen des preußischen Königsreichs ausgebaut wurde. Militärisch bewähren mussten sich die Kölner Festungsringe (s. auch Skizze unten) zum Glück nie.  Die große mittelalterliche Stadtmauer wurde 1881 leider bis auf einige Reste abgerissen ... aus heutiger Sicht ein ungeheurer Kulturfrevel, weil dadurch ein bedeutendes Baudenkmal, das heute sicher zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen würde,  verloren gegangen ist.

Zunächst wurde im Zuge der militärischen Entwicklungen von den Preußen von 1816 bis 1863 ca. 600 m vor der damals noch vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer der linksrheinische "Innerere Festigungsring" gebaut. Vor den Forts und Lünetten dieses Rings wurde später eine Stadtumwallung errichtet. Hinzu kam ein Wall um das rechtsrheinische Deutz. Aufgrund der waffentechnischen Entwicklung reichte dieser Innere Festungsring bald nicht mehr aus. So wurden nach dem Krieg 1870/71 von 1873 bis 1881 die Festungswerke des "Äußeren Festungsrings", eine neue die Stadt links- und rechtsrheinisch umkreisenden Gürtelfestung, errichtet (Länge: ca. 42 km; Entfernung vom Dom: im Durchschnitt ca. 6,5 km). Dieser Ring löste den inneren Ring als Verteidigungsanlage ab und wurde ab 1887 verstärkt.  Zu dem äußeren Vollring um die Festung Köln gehörten 12 große Forts (Einzelwerke 220*160m) mit 23 zugeordneten kleineren Zwischenwerken und mehreren Zwischenfeldbauten (insges. ca. 180 Festungsbauwerke). Er sollte ebenso wie die früheren Stadtmauern die Stadt vor feindlichen Angriffen schützen. Infos über die Festung Köln sind u. a. auf den Internet-Seiten Festungsstadt CölnAG Festung Köln, CRIFA zu erhalten. Das Zwischenwerk VIII B in Köln-Rodenkirchen kann jeden ersten Samstag im Monat ab 12 Uhr besichtigt werden.  

Nach dem ersten Weltkrieg mußte der Festungsring gemäß Vorgabe der Alliierten  abgerissen werden (ab 1920). So sind heute nur noch wenige Forts und Zwischenwerke mit strategisch unwichtigen Teilen erhalten. Nach Plänen des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (Kölner OB 1917 - 1933) sollten anstelle der ehemaligen Festungswälle nunmehr zur friedlichen Nutzung ein innerer und ein äußerer Grüngürtel um Köln und im Gebiet der Forts Erholungsanlagen erstellt werden, von denen ab 1922 große Teile auch realisiert worden sind. Der links- und rechtsrheinisch verlaufende äußere Grüngürtel hat eine Länge von ca. 46 km (im rechtsrheinischen Teil allerdings noch unvollständig, eine Auffüllung der Lücken ist in Vorbereitung). In Westen dieses äußeren Grüngürtels ließ der freizeit- und sportbewußte OB  eine damals richtungsweisende große Sportanlage - das Müngersdorfer Stadion - errichten (siehe Sportstadt Köln). Die dank Adenauer erhalten gebliebenen Forts verrotten leider überwiegend vor sich hin (auch wieder ein Frevel wie beim Abriß der Stadtmauer). Wenigstens einige Organisationen/Vereine kümmern sich darum - hoffentlich mit Erfolg. In manch anderen Städten werden die Forts als Denkmäler gepflegt und sind zum Teil sinnvollen - oftmals kulturellen - Nutzungen zugeführt worden. Warum nicht in Köln?

Die preußischen Festungsringe hatten ebenso wie die vorhergehenden römischen und mittelalterlichen Festungsringe (Stadtmauern) auf die Struktur der späteren Stadtentwicklung großen Einfluss. Es wurden große Gebiete vor den Festungsbauwerken aus militärischen Gründen freigehalten und konnten in der jüngeren Vergangenheit dann bebaut werden (wie z. B mit dem Güterbahnhof und anschließend dem Mediapark in der nördlichen Kölner Innenstadt, dem Komplex Gericht/Arbeitsamt im Westen und dem Komplex Kölnarena/Technisches Rathaus im Stadtteil Deutz) und mit den vorerwähnten beiden Grüngürteln genutzt werden. Auch der lrh. Eisenbahnring mit der Zufahrt zum Hbf. wurde entlang der Trasse des inneren Festungsrings gebaut. Um die Erforschung und den Erhalt der Festungsringe aller Epochen als historische Baudenkmäler aus der 2000-jährigen Geschichte des befestigten Kölns kümmert sich der neue Verein Fortis Colonia (Motto: "2000 Jahre wehrhaftes Köln").

2000 Jahre Kölner Festungen/römische Mauer
2000 Jahre Kölner Festungen/mittelalterliche Mauer
mittelalterliche Stadtmauer
(Ziffern siehe Kölner Denkmäler)
2000 Jahre Kölner Festungen/Festung Köln 19. Jhdt.
innerer Festungsring (blau)
(rot = römische Stadt,
gelb und grün mittelalterliche Erweiterungen 1106 und 1180)
Festung Köln/innerer Festungsring (Forts X)
innerer Festungsring Köln/
 Forts X
2000 Jahre Kölner Festungen/Festung Köln 19. Jhdt.
Festung Köln (19. Jhdt.)
Äußerer Festungsring Köln/Forts VI
äußerer Festungsring Köln/
Forts VI (Deckstein)
Äußerer Festungsring Köln/Zwischenwerk IVB (Clubheim 1. FC Köln)
äußerer Festungsring Köln/
Zwischenwerk VIB (heute: Clubheim 1. FC Kökn)
Festung Köln/äußerer Festungsring (ZwW VIII B)
äußerer Festungsring Köln/
Zwischenwerk VIII B

Der Verfasser empfiehlt als Mitglied die Unterstützung des gemeinnützigen Vereins
> Fortis Colonia - 2000 Jahre befestigtes Köln e. V.,
der sich um die wichtigen und bedeutenden Kölner Festunges-Denkmaler wie die römische und mittelalterliche Stadtmauern sowie die Bauwerke der preußischen Festungsringe kümmert, durch Mitgliedschaft und/oder Spenden.


3. Verkehrskreuz und Brücken

Verkehrskreuz
Wie schon im Mittelalter durch die Lage am  Rhein (mit dem Umschlagplatz zwischen Niederrhein und Oberrhein)  macht auch heute die geografische Lage Kölns mitten in der der EU und die hervorragende Verkehrs-Infrastruktur den Raum Köln für viele Branchen und Kongressveranstalter sowie - zusammen mit dem kulturellen Status einer Kulturmetropole und dem Ruf einer lebendigen lebenslustigen Stadt - auch für Touristen immer attraktiver.

Köln ist das
"Verkehrskreuz des Westens" mit
  1. unmittelbar an einer an den Kölner Autobahn-Ring angeschlossenen BAB liegt und damit ideal mit dem Pkw anzufahren  ist und zudem lage- und preismäßig günstige Parkmöglichkeiten aufweist,
  2. seit 13.06.04  über einen Flughafen-Bahnhof verfügt, damit aus Köln und dem gesamten  Einzugsgebiet mittels S-Bahn, RE- und IC-Zügen bequem erreichbar ist sowie über die ICE-Hochgeschwindigkeits-Strecke Köln - Frankfurt  mit einer  Fahrzeit  von nur etwa 1 Stunde auch mit dem interkontinentalen Großflughafen Frankfurt verbunden ist , 
  3. seit Herbst 2002 von 2 nach dem Produktstart schnell stark expandierenden sog. Günstigpreis-Fliegern - German Wings (GW hat seinen Sitz in Köln Köln und ist deren größter Flotten-Standort) und TUIFly  (früher: Hapag Lloyd Express ) - genutzt wird, denen später andere folgten  (Köln Bonn Airport ist das größte Drehkreuz dieser Produkt-Gattung in Deutschland),
  4. Luftfracht-Drehkreuz des US-Paket-Konzern UPS für ganz Europa (seit 1986!) sowie seit Oktober 2010 Drehkreuz des weltweit größten Express-Frachtunternehmens FedEx für Zentral- und Osteuropa ist  und 
  5. mit aktuell ca. 30 Fluggesellschaften und ca. 80 Zielen in rund 30 Staaten - darunter große internationale Drekkreuze - (etwas weniger als vor der Finanzkrise) in den letzten 10 Jahren der am stärksten wachsende Flughafen in Deutschland war und 2009 trotz leicht rückläufiger Tendenz bei den Passagieren im Gesamt-Verkehrsaufkommen weiterhin an 4. Stelle der deutschen Verkehrs-Flughäfen lag (im Frachtaufkommen Platz 2, bei den Passagierzahlen Platz 6) (2010: Passagiere 6. Stelle, Fracht 3. Stelle knapp hinter Leipzig),  
Bahnhöfe >

1 Kölner Hauptbahnhof
2 Bahnhof Köln-Messe/Deutz

 
Kölner Hauptbahnhof
1
Kölner Hauptbahnhof
1
Bahnhof Koeln-Messe/Deutz
2
Historisches >
Franzosenzeit in Köln
Erinnerung an die Franzosenzeit:  
  zweisprachige Straßenschilder (gefunden am Friedhof Melaten)
Zeppelin in Köln (1909)
 1909/Ankunft Zeppelin in Köln
        Quelle: Werner Müller (Historisches Luftfahrtarchiv
    
historischer Flughafen Butzweilerhof in Köln
2004/Einweihung des restaurierten Eingangs 
zum historischen Flughafen Butzweilerhof
Flughafen Köln-Wahn >
  Flughafen Köln - Bonn (Anfahrt)
Köln-Bonn Airport/Anfahrt
Flughafen Köln - Bonn
Flughafen Köln - BonnFlughafen Köln - Bonn

Zur Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört der erste Flughafen Kölns, der ehemalige Flughafen Butzweilerhof, der auf Initiative des damaligen OB Konrad  Adenauer von einer vormaligen militärischen Fliegerstation (Aufbau ab 1912) ab 1926 zu einem großen zivilen Flughafen ausgebaut worden war und der sich in den 1930-iger Jahren zum Luftkreuz des  Westens und nach Berlin-Tempelhof zum zweitgrößte Flughafen Deutschlands entwickelte. Ein noch davorliegendes viel beachtetes Luftfahrtereignis für Köln war 1909 die Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z II) mit Graf Zeppelin, dem Pionier der Luftfahrt, nach Köln  (mit einem Rundflug über Köln) in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens Butzweilerhof). Mit dem Krieg endete die große Bedeutung des Flughafens, der bis 1980 noch für Sportflugzeuge genutzt wurde. Der kommerzielle Luftverkehr der Region Köln/Bonn wird seit 1957 auf dem vorher nur militärisch genutzten Flughafen Köln-Wahn abgewickelt. Heute beherbergen die denkmalgeschützten Teile des Butzweilerhofs ein Flughafen-Museum der Stiftung Butzweilerhof mit einer Daueraustellung zur Geschichte der Kölner  Luftfahrt.

Zur Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört auch, dass hier am 06.08.1932 vom damaligen OB Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn, die "Kraftwagenstrasse Köln - Bonn" (heute: BAB 555),  eingeweiht worden ist.   

Brücken
Mit der Neuzeit begann auch der Bau von zahlreichen Brücken über den Rhein. 1822 wurde die erste Schiffsbrücke mit Schleusen für die Durchfahrt von Schiffen, die Deutzer Schiffsbrücke, in Betrieb genommen. Bald darauf folgte - als erste befestigte Brücke nach der römischen Brücke von um 310 - die Dombrücke (am Ort der heutigen Hohenzollernbrücke), die 1859 eingeweiht worden ist und deren Bau durch den zunehmenden Eisenbahnverkehr ausgelöst worden war. Diese Brücke bestand aus einer zweigleisigen Eisenbahnbrücke und einer Straßenbrücke und wurde von den Kölner wegen ihrer Gitterträgerkonstruktion "Muusfall" (Mausefalle) genannt.  Dass die Gleise über die Dombrücke genau auf den Chor des Doms zuliefen und  kurz vor dem Dom zum neuen - ebenfalls 1859 eingeweihten - "Central-Personenbahnhof" abbogen, eine Trassenführung, die auch heute noch die Gleise über die an gleicher Stelle nachfolgende Hohenzollernbrücke aufweisen, soll vom damaligen preußischen König Friedrich Wilhelm IV veranlaßt worden sein. Vor dem Bau dieses ersten Kölner zentralen Bahnhofs endeten in Köln 5 Eisenbahnlinien konkurrierender Gesellschaften an dezentralen Bahnhöfen (davon einer - der Bahnhof der Cöln-Mindener-Eisenbahngesellschaft - rechtsrheinisch). Der Central-Personenbahnhof war eine Kombination von Kopf- und Durchgangs-Bahnhof. Die rechtsrheinischen - am Deutzer Rheinufer gelegenen - Bahnhöfe der Cöln-Mindener-Eisenbahn (ab 1847) und der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn (ab 1882) blieben noch bis zur Realisierung des heutigen Deutzer Bahnhofs (1913) in Betrieb. Mit der weiteren Zunahme des Eisenbahnverkehrs und nach Verstaatlichung der Eisenbahnen durch die Preußen in 1880 wurde der Central-Personenbahnhof 1894 an gleicher Stelle durch einen neuen Bahnhof (nunmehr ein reiner Durchgangs-Bahnhof), den heutigen Hauptbahnhof, abgelöst. In diesem Eisenbahn-Verkehrskreuz kreuzen sich heute die deutschen und europäischen Nord-Süd- und Ost-West-Eisenbahnlinien. Die Hohenzollernbrücke wurde dadurch zur meistbefahrensten Eisenbahnbrücke Europas und wohl auch der Welt.

Die Großstadt Köln liegt - anders als die anderen Rheinstädte - nicht am Rhein (auch wenn es oft "Köln am Rhein" heißt), sondern sozusagen im Rhein; der Rhein fließt mitten durch die Stadt. Umso wichtiger sind die Brücken! Der vorgenannten ersten Schiffsbrücke für den Straßenverkehr folgte 1888 die Mülheimer Schiffsbrücke. Der ersten befestigten Rheinbrücke für den Eisenbahnverkehr, der Dombrücke (1859),  folgte 1910 die Südbrücke als Eisenbahnbrücke für den Güterverkehr. Die erste eigenständige befestigte Straßenbrücke war 1915 die  Deutzer Hängebrücke. Vervollständigt wurde das Kölner Brückenensemble 1966 mit der vorerst letzten Brücke, der Zoobrücke. Damit verbinden insges. 8 Rheinbrücken das linksrheinische Köln und das rechtsrheinische Köln (die "Schäl Sick"),  ein - auch im Maßstab vergleichbarer Brückenstädte in der Welt - bedeutendes Ensemble mit verschiedenen Brückentypen, von denen die meisten ein stilmäßiges Unikat darstellen. Der Rhein ist in Köln ca. 360 m breit; dadurch haben die  Brücken für Stadtbrücken eine ungewöhnliche Länge mit Spannweiten von (zum Teil weit) über 400 m.

Die 8 Kölner Brücken von Norden nach Süden:
Brückenname
Funktion  Bauart/
Spannweiten *
Inbetriebnahme
Anmerkungen
Leverkusener Autobahnbrücke 
Autobahnbrücke im Zuge der  A 1
(mit 2 Gehwegen) 
Schrägseilbrücke
687 m
1965
Die Brücke (zwischen Köln-Merkenich und Leverkusen) gehört zum nördlichen Teil des Kölner Autobahnringes.
Mülheimer Brücke
städtische Straßenbrücke mit
Stadtbahntrasse
Kabel-Hängebrücke
683 m
1929
 
Neubau: 1951
Die Brücke wurde im  Zusammenhang mit  der Eingemeindung von Mülheim (1914) gebaut und  war die erste Brücke mit der Brückenfarbe "Kölner Grün".
Zoobrücke städtische Straßenbrücke Stahl-Kastenträgerbrücke
597 m
1966
Die Brücke war ursprünglich geplant als Teil einer ehedem geplanten Stadtautobahn mit rrh. Ende am BAB-Kreuz Köln-Ost.
Hohenzollernbrücke 2 Eisenbahnbrücken (mit  4 Gleisen)  +
1 Straßenbrücke

Wiederaufbau nach dem Krieg:
1 Eisenbahnbrücke
mit  2 Gleisen
 
Erweiterungen:
1 Eisenbahnbrücke mit  2  Gleisen
1 Eisenbahnbrücke mit  2  Gleisen
Fachwerk-Bogenbrücke
409 m
1911



1948


1959
1989
Die Brücke ersetzte die Dombrücke von 1859, der ersten festen Kölner Brücke nach der Römerzeit.


zunächst provisorisch




Erweiterung für S-Bahn-Netz (damit jetzt insges. 6 Gleise und 
2 Fußwege)
Deutzer Brücke
städtische Straßenbrücke mit
Stadtbahntrasse
Ketten-Hängebrücke


Neubau:
Stahlkastenbrücke

Erweiterung:
Spannbetonbrücke
437 m
1915


1948


1980
früher: "Deutzer Hängebrücke"/"Hindenburgbrücke".
Die Brücke verbindet den lrh. Kern der Kölner Innenstadt und den zentralen rrh. Stadtteil Deutz mit der Messe.
Severinsbrücke
städtische Straßenbrücke mit Stadtbahntrasse
Schrägseilbrücke
691 m
1959
Die Brücke gehört zum Verlauf der B 55.
Südbrücke Eisenbahnbrücke
(mit 2 Gehwegen)

Fachwerk-Bogenbrücke
536 m
1910

Neubau: 1950
Die Brücke wurde für den Güterverkehr gebaut.

1946 behelfsmäßiger Wiederaufbau
Rodenkirchener Brücke  
Autobahnbrücke im Zuge der  A 4
(mit 2 Gehwegen)
Kabel-Hängebrücke
567 m


1941

Neubau:
1954
Erweiterung: 1994
Die Brücke mit 6 Fahrspuren gehört zum südlichen Teil des Kölner Autobahnringes.

Neubau mit erhaltenen Teilen
Zwillingsbau zur 1. Neubaustufe
* technische Daten lt. Angaben des Amtes für Brücken- und Stadtbahnbau

Im weiteren Sinne zur Kölner Brückenfamile gehören 2 kleine Drehbrücken, die Drehbrücke über die Einfahrt zum linksrheinischen Rheinau-Hafen von 1898 und die Drehbrücke über die Einfahrt zum rechtsrheinischen Deutzer Hafen von 1907.  In dem 2008 erstellten "Masterplan Köln - Innenstadt -" ist für den zentralen "Stadtraum Rhein" u. a. der Bau von 2 Fußgänger-Rheinbrücken im Norden und Süden im Zuge der linksrheinischen Ringstraße vorgeschlagen worden ... ein toller Gedanke für dieses herausragende innerstädtische Erlebnisgebiet und eine Abrundung des Kölner Brückenensembles. Ob was daraus wird?

  Kölner Brücken



Leverkusener Autobahnbrücke


.....
  Mülheimer Brücke  Köln/Mülheimer Brücke.
.
..
Zoobrücke
(mit Seilbahn)
Köln/ZoobrückeKöln/Zoobrücke...
HohenzollernbrückeKöln/HohenzollernbrückeKöln/HohenzollernbrückeKöln/HohenzollernbrückeKöln/HohenzollernbrückeKöln/Hohenzollernbrücke
Köln/HohenzollernbrückeKöln/Hohenzollernbrücke.Köln/Hohenzollernbrücke
Kaiser Wilhelm II. von Preußen 
Köln/Hohenzollernbrücke
   Deutzer Brücke Köln/Deutzer BrückeKöln/Deutzer BrückeKöln/Deutzer BrückeKöln/Deutzer Brücke.
SeverinsbrückeKöln/SeverinsbrückeKöln/SeverinsbrückeKöln/SeverinsbrückeKöln/SeverinsbrückeKöln/Severinsbrücke
   Südbrücke      Köln/SüdbrückeKöln/Südbrücke.Köln/Südbrücke
Köln/Südbrücke
Rodenkirchener BrückeKöln/Rodenkirchener BrückeKöln/Rodenkirchener BrückeKöln/Rodenkirchener BrückeKöln/Rodenkirchener Brücke
Köln/Rodenkirchener Brücke
Drehbrücke Rheinau-HafenKöln/Drehbrücke Rheinau-Hafen....
   
 


4. Politische Entwicklung

1794 wurde Köln kampflos von den Franzosen besetzt und verlor damit seinen seit 1475 im mittelalterlichen Köln bestehenden Status als Freie Reichsstadt. 1801 wurde das Rheinland und damit auch Köln in den französischen Staatenverbund eingegliedert. Das Kurfürstentum und das Erzbistum Köln wurden aufgelöst. Das Mittelalter war endgültig beendet. Die Franzosen veranlassten einige wichtige Änderungen der Struktur und des täglichen Lebens in Köln. So wurden die Glaubensfreiheit, die es vordem für Protestanten und Juden nicht gab, eingeführt und alle katholische Klöster und Stifte aufgehoben (Säkularisation). Der kirchliche Besitz fiel an den Staat und  wurde größtenteils an Bürger verkauft. Die Kloster- und Stiftskirchen (und damit u. a. die heutigen 12 großen Romanischen Kirchen) wurden in Pfarrkirchen umgewidmet; viele Kirchen (wie die vormaligen Pfarrkirchen neben den Klöster-/Stiftskirchen außer St. Peter) wurden geschlossen, viele abgerissen. Eine der Änderungen war 1804 mittels Napoleons "Décret sur les sépultures" die Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten auf kirchlichen Friedhöfen. Dies führte 1810 zur Einrichtung des heute wegen seiner vielen Grabdenkmäler berühmten Zentralfriedhofs Melaten auf dem Gelände des mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des damaligen Stadtgebiets (im heutigen Stadtteil Köln-Braunsfeld). Die Franzosenherrschaft endete 1814.

Nach dem Endes des ersten deutschen Reiches ("Heiliges römisches Reich deutscher Nation") wurde Köln (in Preußen bis 1919 noch offiziell Cöln geschrieben) mit dem Rheinland auf dem Wiener Kongreß (1815) dem Königreich Preußen zugeteilt. Preußen gehörte bis 1866 zum Deutschen Bund, einem lockeren  Zusammenschluss von  Einzelstaaten in Nachfolge des vorherigen Reiches, und ab 1871 zum neuen Deutschen Kaiserreich. Die Stadt wurde von den Preußen zur stärksten Festungsstadt im Reich ausgebaut und war neben Berlin wichtigste - wenn auch in in der Hauptstadt wohl nicht beliebte - Stadt Preußens. Auch in Köln war bei der Eingliederung der vormaligen Freien Reichsstadt in das Königreich Preußen der Jubel eher verhalten. Nach 1815 setzte ein Aufschwung mit der Bebauung bisheriger Freiflächen ein. Nach dem - aus heutiger Sicht höchst bedauerlichen - Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881 begann die Erweiterung der Stadt mit der Bebauung der sog. Neustadt außerhalb der Ringstraße, die ab Ende des 19. Jhdt. mit Eingemeindungen umliegender Gemeinden bis 1975 fortgesetzt wurde.

Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gehört Köln zum 
Bundesland Nordrhein- Westfalen und ist die größte Stadt dieses Bundeslandes.

Als neuzeitliches Kölner Ereignis ist die Revolution von 1848 zu erwähnen, in der Köln mit seinen damaligen Bürgern Karl Marx (Redakteur der oppositionellen "Neuen Rheinischen Zeitung") und Friedrich Engels eines der revolutionären Zentren war. Einer der führenden Köpfe der Linken im damaligen Paulskirchen-Parlament war gebürtiger Kölner: Robert Blum (1807 - 1848/ Ermordung). Als soziale Errungenschaft ist der von Adolf Kolping 1849 in Köln gegründete katholische Sozialverband "Kolpingwerk" - damals zunächst  zur Unterstützung arbeitsloser und verarmter Handwerksgesellen gegründet - zu nennen. Ein dagegen trauriger Rekord Kölns hingegen ist, dass die Stadt im 2. Weltkrieg 264-mal von alliierten Bombern angegriffen worden ist - so oft wie keine andere Stadt  in Deutschland - und im Mai 1942 auch den ersten flächendeckenden Angriff auf eine deutsche Großstadt zu erleiden hatte. Köln war zum Kriegsende fast völlig zerstört (die Innenstadt zu 90%); die Stadt hatte mit 70% Gebäudeschäden den höchsten Zerstörungsgrad aller deutschen Großstädte. Der Dom wurde von über 70 Bomben getroffen. Die alte Römerstadt hätte das alles beinahe nicht überlebt.

Politische Zugehörigkeiten Kölns in seiner über 2000-jährigen Geschichte im Überblick

5. Stadterweiterungen


Kernstadt des heutigen Kölns ist die Altstadt.  Dies ist das Gebiet innerhalb der "Ringe", dem Straßenzug entlang der Trasse der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer der mittelalterliche Stadt), wobei hier "Altstadt" als Stadteil-Name gemeint ist. Im heutigen Kölner Sprachgebrauch wird unter "Altstadt" zumeist das Vergnügungsviertel zwischen Alter Markt/Heumarkt und Rhein verstanden. 1881 wurde die Stadtmauer abgerissen und danach die Stadt um die sog. "Neustadt" bis an die Trasse des ehemaligen inneren preußischen Festungsrings erweitert. Später kamen dann die Vororte - also die ehedem selbständigen Gemeinden um den Stadtkern - hinzu. Aktuell hat das neuzeitliche Köln eine Stadtgrenze von etwa 130 km Länge. Größte Entfernung Süd - Nord: 28,1 km, Länge des Rheinufers lrh.: 40 km.

Mit den diversen Eingemeindungen - zuletzt 1975 - wuchs die Einwohnerzahl Kölns auf heute knapp über 1,0 Mio. (inkl. Zweitwohnsitzen: 1.027 Mio.) auf einer Fläche von 40515 ha (ca. 405 qkm) mit 9 Bezirken und 86 Stadtteilen. Damit ist Köln einwohnermäßig die viertgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin, Hamburg und München), größte Stadt in Nordrhein-Westfalen (2. Düsseldorf mit ca. 586700, 3. Dortmund mit ca. 580700) und flächenmäßig die drittgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin und Hamburg). Im Regierungsbezirk Köln (mit u. a. Aachen im Westen, Bonn im Süden und dem Oberbergischen Kreis im Osten) wohnen 4,382 Mio. Menschen.

Neuzeitliches Köln/Stadterweiterungen
Stadtentwicklung Köln/
Stadterweiterungen im 19. und  20. Jhdt.

Köln/mittelalterliche Stadterweiterungen
Stadtentwicklung Köln/
frühere Stadterweiterungen 

Mit der Gebietsreform von 1975 und den damit verbundenen Erweiterungen - mit insbes. der Eingemeindung der Gemeinden Weiden-Lövenich, Porz und Rodenkirchen sowie zunächst Wesseling - wurde Köln vierte Millionenstadt Deutschlands.  Einwohnerentwicklung im neuzeitlichen Köln:

1830: 62.000, 1875: 129.000, 1910: 516.000, 1932: 750.000, 1959: 772.000,  2011: 1,007 Mio. (1,027 Mio. mit Zweitwohnsitzen),  2030 (Prognose): 1,106 Mio.

Nicht untypisch für diese feierfreudige Stadt ist, dass sie nicht nur zwei Gründungsdaten hat, die selbst von Experten oft vermengt und verwechselt werden, sondern auch dreimal Millionenstadt wurde.


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6. Kölner Merkmale


6.1 Medienmetropole Köln

Schon seit der Vorkriegszeit sind in Köln der Westdeutsche Rundfunk (WDR) - heute die größte Rundfunkanstalt der ARD - und eine ausgeprägte Druckindustrie angesiedelt. Mit seinem Umzug von Luxemburg nach Köln kam 1988  der mittlerweile umsatzstärkste europäische private Programmanbieter RTL hinzu. Damit begann der Aufstieg Kölns zu einer der deutschen Medienmetropolen - und vor allem zur Fernsehstadt Nr. 1 - mit  
      den Fernseh-Anbietern 
        -  WDR (mit "Westdeutsches Fernsehen" = WDR 3 und 20%-Anteil am Programm von  "Das Erste" der ARD)
        -  RTL
        -  Vox
        -  Super RTL
        -  n-tv (seit 08.04 in Köln, vorher in Berlin)
        -  center.tv Heimatfernsehen
        -  Spartenprogramme (RTL shop, Giga Digital, Traumpartner.TV, Terranova, TVGusto)
        -  Viva (gegründet in Köln, inzwischen umgezogen nach Berlin)
        -  Viva plus  (gegründet in Köln, inzwischen umgezogen nach Berlin)

        den Hörfunk-Anbietern
        -  WDR mit 6 Programmen (Eins Live, WDR 2 ... 5, Funkhaus Europa)
        -  Deutschlandradio
        -  Radio Köln
        -  Deutsche Welle (bis 2003 in Köln, seitdem in Bonn)
        -  Domradio, dem Hörfunk des Erzbistums Köln
        -  Kölncampus, dem Hochschulradio

        -  WDR-Funkhaus in der Kölner Innenstadt und WDR-Produktionsstätte in Köln-Bocklemünd ("Hollymünd")
        -  RTL-Sendezentrum
in  Köln-Deutz in den historischen Messehallen am Rhein (bis 2010 in Köln-Weiden)
        -  Medienzentrum Köln-Ossendorf (inkl. der MMC-Studio-Anlage Coloneum)
        -  Mediapark in der Kölner Innenstadt (mit 1-Live des WDR)
        -  Medienzentrum auf dem ehemaligen Fabrik-Gelände in Köln-Mülheim (u.a. mit Bonito-TV, der  Produktionsstätte von HaraldSchmid)
        -  Studio-Gelände Hürth in der Nachbargemeinde von Köln

Seit 2010 befinden sich im Kölner Zentrum 2 Mediengrößen sozusagen Auge in Auge gegenüber:  a) der WDR als größte öffentlich-rechtliche ARD-Rundfunkanstalt linksrheinisch direkt am Dom und b) RTL als quotenstärkster privater Programmanbieter rechtsrheinisch am Rhein-Ufer direkt gegenüber dem Dom.
 
Köln ist heute einer der wichtigsten Film- und Fernseh-Standorte Deutschlands (zusammen mit Hamburg, München und Berlin). Die zahlreichen Produktionsfirmen erstellen in Köln und im Nachbarort Hürth ca. 2000 Stunden Fernseh-Programm pro Jahr (ohne die hausinternen Produktionen der Kölner Programmanbieter). Damit steht Köln mit der Zahl der Fernsehproduktionen pro Jahr bundesweit mit Abstand an der Spitze. Hier werden die meisten der erfolgreichen Formate der deutschen Fernseh-Landschaft produziert. Daneben werden in Köln auch hochwertige Kino- und Ferseh-Filme erstellt (in 2010: 45 ). Mit dem Coloneum betreibt die Firma MMC in Köln-Ossendorf das größte und modernste Film- und Fernseh-Studiogelände Europas (mit - zusammen mit den MMC-Studios in Hürth - 32 Studios, davon zwei für die Produktion von großen Kinofilmen und eins für große TV-Publikumsveranstaltungen geeignet). Und Köln baut im Gegensatz zu Anderen auch in schwierigen Zeiten seine Stellung noch aus. Zitat im Kölner Stadtanzeiger: "Köln ist und bleibt die deutsche Fernseh-Hauptstadt."

Der Aufstieg zur Medienstadt begann aber eigentlich schon 1928 mit der ersten internationalen Presseausstellung - der "Pressa" - (heute würde man Medienausstellung sagen), zugleich das erste Großereignis für die neue Kölner Messe. Aus dieser Tradition heraus ist heute Köln auch als Pressestadt bedeutend; in Köln haben der über 200 Jahre alte Verlag DuMont-Schauberg (das viertgrößte Zeitungshaus in D) sowie große Buchverlage wie Kiepenheuer und Witsch ihren Sitz. Die in dem gen. Verlag erscheinende und heute auflagenstärkste Tageszeitung Kölns - der "Kölner Stadtanzeiger" - wurde erstmals 1876, zunächst als Ableger der schon seit 1802 erscheinenden renommierten überregionalen "Kölnischen Zeitung",  herausgegeben.

17  Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen und - per Kabel oder via  Satellit - viele weitere Millionen Hörer und Zuschauer können die fünf  Radioprogramme und das umfassende Fernsehangebot des Westdeutschen Rundfunks mit Sitz in Köln in ganz  Deutschland empfangen, über Satellit  in ganz Europa. Der WDR ist für alle da, für Mehrheiten ebenso wie für Minderheiten. Das ist sein  Programmauftrag als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen.

Modernste Ausrüstungen und technische Einrichtungen sind für die  Qualität der WDR-Programme unentbehrlich, zum Beispiel in den Radio- und Fernsehstudios, die mit ihren Kapazitäten zu den leistungsfähigsten Produktionsstätten Deutschlands zählen. Auch bei technischen Innovationen spielt der WDR oft eine Vorreiterrolle. So verfügte er als erster Sender 1994 über ein komplettes digitales Hörfunkstudio. Zum  Jahresende 1999 wurde mit dem Studio 3 das letzte der vier Wort- und  Hörspielstudios mit digitaler Produktionstechnik ausgestattet. 

In den letzten Jahrzehnten hat sich der WDR zu einem bedeutenden Kultur- und stabilen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Mit Sensibilität und Weitblick,  mit modernem Management und effizienter Organisation, nicht zuletzt mit  immer wieder neuen Ideen hat er den Ruf Kölns als Medienmetropole  maßgeblich begründet und geprägt.

 
Die Rundfunkanstalt WDR mit Sitz in Köln ist Mitglied der ARD und deren größte Rundfunkanstalt. Er ist zugleich einer der größten Sendeanstalten Europas. Vorläufer war nach dem Krieg der NWDR, der 1956 in NDR und WDR aufgeteilt worden ist.                 
              
  
Neuzeitliches Köln/WDR Köln
WDR-Fassade am Dom
Foto rechts: Dort stand die Wurstbude des Kölner WDR-Tatorts wirklich: am Schokoladen-Museum/südl. Altstadt - inzwischen dort abgebaut, neuer Standort noch unbekannt -. Im Fernsehen steht sie am rechtsrheinischen Rheinufer mit Domblick.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Quelle: WDR 04.2001
RTL Television mit Sitz in Köln ist der erfolgreichste der privaten Fernseh-Programmanbieter Deutschlands. Das 1984 gegründete Fernseh-Unternehmen war in der Statistik der Marktanteile immer im Spitzenbereich und besonders  erfolgreich in Altersgruppe der 14- bis 49-jährigen. So sicherte sich RTL 2002 zum zehnten Mal in Folge die Spitzenposition in dieser Zielgruppe und errang - zusammen mit der öffentlich-rechtlichen ARD - die Marktführerschaft beim Gesamtpublikum. Die Marktanteile im "Jubiläumsjahr 2002" (alle/14-49jährige): ARD/Das Erste: 14,6/9,9%,
RTL: 14,4/17,4%, ZDF: 14,1/8,8%,  ARD Dritte: 12,9/7,9%.  Der kontinuierliche Erfolg insbes. bei den jungen Zuschauern hat RTL auch zum Marktführer auf dem deutschen TV-Werbemarkt gemacht. RTL Television ist hundertprozentige Tochter der RTL Group (Luxemburg), Europas
führendem Rundfunk- und Produktionsunternehmen.

Marktanteile 2009/
alle Zuschauer ab 3 Jahre: 
1. ARD/alle Dritten 13,5 %,   2. ARD/Das Erste12,7%,   3. ZDF 12,5% und RTL 12,5%,   5. Pro 7 6,6%                      

Marktanteile 2010/alle Zuschauer ab 3 Jahre (laut Media Control): 
1. RTL 13,6 %,   2. ARD/Das Erste 13,2%,   3. ZDF 12,7% ,   4. SAT 1 10,1%

Neuzeitliches Köln/RTL
alter RTL-Standort Weiden
Neuzeitliches Köln/RTL
  neuer Standort Messehallen
Neuzeitliches Köln/RTL
  neuer Standort Messehallen
   


6.2 Messe- und Kongress-Stadt Köln     

Neuzeitliches Köln/Kölner MesseNeuzeitliches Köln/Kölner MesseNeuzeitliches Köln/Kölner Messe
Südeingang
Neuzeitliches Köln/Kölner MesseNeuzeitliches Köln/Kölner Messe
Osteingang 

Die "
kölnmesse" besitzt eines der größten und leistungsfähigsten Messegelände der Welt.

Die Geschichte Kölns als Messestadt begann schon 1259, als die Stadt als großer mittelalterlicher Handelsplatz mit dem Stapelrecht auch das Recht erhielt, pro Jahr zwei Messen zu veranstalten. 1922 wurde dann vom Rat der Stadt Köln entschieden, Köln zum Messestandort zu machen, und die Messegesellschaft gegründet. Heute ist die "koelnmesse"  eine der größten Messeveranstalter weltweit mit Weltleitmessen für über 25 Branchen und der größte Messe-Veranstalter Deutschlands. In den 11 Messehallen finden pro Jahr ca. 70 internationale Fach-Messen (2009: 77 Messen) und im Congess-Centrum Koelnmesse rund 2000 Kongresse statt. An den Messen beteiligen sich rund 45000 ausstellende Unternehmen aus über 120 Staaten. Die Messen bedienen die  Branchen

- Ernährung
- Haus, Garten und Freizeit
- Gesundheit,
Lifestyle und Objekt
- Kommunikation, Kunst und Mode
- Wohnen, Einrichten und Textil
- IT, Technologie und Umwelt

mit u. a. folgenden Messen: anuga (Ernährungswirtschaft), Eisenwaren-Messe, gamescom (Europas größte Messe für interaktive Computer- und Video-Spiele), Intermot (Motorrad- und Fahrradmesse), imm cologne (Einrichtungsmesse), InterKarneval, ism (Süßwaren-Messe), Orgatec (Fachmesse für Office und Objekt), photokina (Imaging und MediaVision), spoga (Gartenmesse) sowie ART Cologne (Kunstmarkt/moderne Kunst) und die Kunstmesse Cologne Fine Art & Antiques. Dazu kommen über 30 Messen weltweit.

Im Zusammenhang mit dem Umzug von RTL in die alten Messehallen am Rhein hat die Messe kräftig umgebaut (mit 4 neuen modernen Nord-Hallen unter Wegfall der alten Rheinhallen); sie betreibt damit jetzt  die vorerwähnten insges. 11 Hallen. Sie hat  mit 284000 qm das fünftgrößte Ausstellungsgelände der Welt.  Im übrigen hat die Kölner Messe einen großen Standortvorteil mit

also eine so ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur wie kein anderes europäisches Messegelände.

2010 war die Messe-Tochter "kölnmesse international" verantwortlich für die Umsetzung des deutschen Beitrags (im deutschen Pavillon) auf der Weltaustellung im chinesischen Schanghai.

Köln hat sich auch immer mehr zu einer Kongress-Stadt entwickelt mit insbes. den Kongress-Orten Messe und Gürzenich sowie bei den zahlreichen Aktionärs-Hauptversammlungen von Telekom, Deutscher Post und Postbank in der riesigen Kölnarena. Eines der größten und bedeutendsten Kongress-Ereignisse im Nachkriegs-Köln war der "Kölner Juni-Gipfel 1999", das EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates (03. - 04.06.99) und danach der Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G 8-Staaten in Köln  (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris Jelzin/Rußland und Gerhard Schröder/Deutschland). Die politischen Ergebnissen mögen inzwischen verblasst sein, den Kölnern in guter Erinnerung geblieben sind die lockere Atmosphäre (vor allem im Vergleich zum nächsten G8-Gipfel in Deutschland, dem "Barrikaden-Gipfel" in Heiligendamm 2007) sowie besonders das Festessen der G 8-Teilnehmer über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen-Museum und die ungezwungenen Besuche des US-Präsidenten Bill Clinton in Altstadt-Kneipen.

       Kölner Gipfel 1999
  
   Gedenkplakette am Gürzenich


6.3 Autostadt Köln
1862 begann Nicolaus Otto (* 1832, 1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in seiner eigenen Werkstatt die erste Gaskraftmaschine. 1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der Welt, die Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz AG überging (techn. Direktor damals übrigens ein gewisser Gottlieb Daimler, später ein wichtiger Mitarbeiter auch Ettore Bugatti), und ist Namenspate für seinen Motor. Mit der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung 1866)  begann ab dem Produktionsstart 1876 mit der Verwirklichung des ersten funktionsfähigen Viertaktmotors von Köln-Deutz aus die Motorisierung der Welt. Die Deutz AG zählt auch heute noch zu den größten Arbeitgebern in Köln. Weltweit nutzen 1,4 Mio. Fahrzeuge Motoren aus dem Kölner Werk.

Der Otto-Motor mit seinem Prinzip "Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich ... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen.

In der Tradition dieser weltverändernden Erfindung liegt, dass heute Köln eine der führenden Auto- und Motorenbau-Städte ist. In der Domstadt ist neben der obengenannten Deutz AG vor allem Ford mit der  Ford-Zentrale Europa und der Ford-Werke GmbH  mit einer Pkw-Produktionsstätte und einem zentralen Ersatzteillager für Europa angesiedelt. Im übrigen ist Ford mit Abstand der größte Arbeitgeber der Stadt (über 17000 Mitarbeiter/innen).  Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer hatte 1930 die Ansiedlung des Werkes in Köln erreicht. Im gleichen Jahr wurde auch der Grundstein gelegt.. Am 15. April 1931 schloss Ford sein Berliner Werk und nahm am 4. Mai die Produktion am neuen Standort in Köln-Niehl auf.  Im Raum Köln haben ferner europäische oder deutsche Vertriebszentralen großer ausländischer Automobil-Hersteller ihren Sitz (Toyota, Citroen, Volvo, DAF - in Frechen -, Nissan und Renault - in Brühl -, Mazda - in Leverkusen -) .  Angesichts dieser Ballung hat sich im Großraum Köln eine große Zahl von Dienstleistern und Zulieferern um das Auto etabliert. Und Toyota hatte sich 1999 Köln ausgesucht, um von hier aus in die Formel-1-Rennen einzusteigen. Ab 2002 nahmen die ersten in Deutschland entwickelten und an dem Kölner Standort produzierten Formel-1-Rennwagen an den WM-Rennen teil -  2005 bis 2007 mit dem prominenten Fahrer Ralf Schumacher -.  2010 ist Toyota jedoch aus dem Formel-1-Zirkus wieder ausgeschieden!

In dem industriegeschichtlich bedeutsamen Gebiet zwischen Mülheimer Brücke und Deutzer Hafen im rrh. Stadtteil Köln-Deutz mit den herausragenden Firmen Deutz AG und der Waggonfabrik Van der Zypern + Charlier wurde übrigens neben dem Otto-Motor von Nicolaus Ottos Partner Eugen Langen auch die weltberühmte Wuppertaler Schwebebahn erfunden und entwickelt, von der dort noch heute eine kurze Teststrecke vorhanden ist. 

Prinzipieller Aufbau eines Viertakt-Ottomotors:
Die hauptsächlichen Teile sind Einlaßventil, Auslaßventil, Kolben, Verbrennungsraum, Pleuelstange, Kurbelwelle und Zündkerze.

Arbeitsweise eines Ottomotors:
Ein Viertakt-Ottomotor führt während seines Arbeitsspiels 4 Takte aus - Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Ausschieben. Im ersten Takt (Ansaugen) ist das Einlaßventil geöffnet und der Kolben bewegt sich in Richtung Kurbelwelle. Durch den im Verbrennungsraum herrschenden Unterdruck wird ein Luft-Kraftstoffgemisch angesogen und füllt zum Ende des Taktes den Verbrennungsraum ganz aus. Das Einlaßventil schließt sich und der Kolben bewegt sich von der Kurbelwelle weg (Takt 2: Verdichten). Dabei wird das Luft-Kraftstoffgemisch stark verdichtet. Kurz vor Erreichen des oberen Totpunktes  wird das Gemisch durch einen Funken an der Zündkerze gezündet (Zündzeitpunkt). Temperatur und Druck im Verbrennungsraum steigen sprunghaft an. Durch den hohen Druck wird der Kolben wieder in Richtung Kurbelwelle gepreßt (Takt 3: Arbeiten). Am unteren Totpunkt öffnet das Auslaßventil und die Verbrennungsgase werden aus dem Verbrennungsraum ausgeschoben (Takt 4: Ausschieben). Insgesamt hat sich die Kurbelwelle nach den 4 Takten um 720° gedreht (2 vollständige Umdrehungen).
Neuzeitliches Köln/Gedenktafel Otto-Motor
Gedenktafel an der Johannisstraße/
Kölner Nordstadt



6.4 Kölner Zoo

Eine besondere Bedeutung unter den Parklandschaften Kölns spielt der  Kölner Zoo, der bei einer  internationalen Zoo-Studio 2009 über die größten europäischen Zoos (Zoos mit über 1 Mio. Besucher/Jahr) in der Europa-Rangliste auf Platz 7 landete (1. Tiergarten Schönbrunn Wien) und dabei unter den deutschen Zoos als Dritter eingestuft wurde. Der Kölner Zoo wurde 1860 gegründet und ist der drittälteste Zoo Deutschlands. Eine der Attraktionen ist seit einigen Jahren der Elefantenpark, mit 20000 qm (= 10 % der Zoofläche) das größte Freilaufgehege Europas in Innenstadtlage und nach Fachmeinung der modernste Elefantenpark Europas, in dem die Lebensweise von aktuell 15 (maximal 20) asiatischen Elefanten naturgetreu nachgebildet wird. Die Elefanten verbringen wie in der Natur den größtenTeil des Tages in ihrer Herde. In Berührung mit Menschen kommen sie nur bei Pflege- und Fütterungseinsätzen. Zuletzt sind innerhalb von 3 Jahren im Kölner Zoo vier Elefanten-Junge geboren worden (zwei davon aus Kölner Zucht): Marlar (März 2006), Ming Jung (April 2007), Maha Kumari (Mai 2007) und Khin Yadanar Min (Juli 2009).  Im April 2011 folgte das fünfte Kölner Elefanten-Baby Rajendra. Natürlich kommt es auch bei den anderenen Gattungen ständig zu Tiergeburten, so im 1. Hj. 2009 unter vielen anderen zwei bei den Netzgiraffen. Als drittes Großprojekt  im Zeichen des neuen Erlebnis- und Artenschutzkonzepts ist nach dem Elefantenpark und dem Regenwaldhaus im April 2010 das Hippodrom, eine neue Heimat für insbes. Flußpferde und Nilkrokodile, eröffnet worden. Insges. beherbergt der 20 ha große Kölner Zoo mehr als 10000 Tiere von ca. 750 Tierarten.
                                                                                     

6.5 Kölner "Erfindungen"

Der Name Köln ist mit 2 äußerst wichtigen Erfindungen verbunden:
Das neuzeitliche Köln ist aber auch bekannt durch zwei besondere - mit dem Stadtnamen verbundene - Produkte. Weltbekannt ist das "Eau de Cologne" (Kölnisch Wasser). Und ein in Köln sehr geschätztes, aber auch bundesweit und darüberhinaus immer beliebter werdendes Produkt ist das "Kölsch", das einzige Bier, das - vergleichbar wie beim Sekt der Champagner  - per EU-Recht auf die Herstellung in einer Region begrenzt ist. Zu den "Kölner Marken" zählen neben dem Kölnisch Wasser und dem Kölsch noch die Auto-Marke Ford und die Stollwerck-Schokolade. Lange Zeit Kultstatus hatten die Zigaretten-Marke Overstolz sowie Afric-Cola, die beide vom Markt verschwunden sind.

Das Ohmsche Gesetz

Im Jahre 1826 definierte Georg Simon Ohm am Dreikönigs-Gymnasium in Köln das folgende elektrotechnische Gesetz: Legt man einen Widerstand R an eine Spannung U und bildet einen geschlossenen Stromkreis, so fließt durch den Widerstand  R  ein bestimmter Strom I."

Das Ohmsche Gesetz: U = I * R   
Neuzeitliches Köln/Gedenktafel Georg Ohm
 Gedenktafel an der
Marzellenstraße/
Nähe Dom
Eau de Cologne

Der Italiener Johann Maria Farina gründete am 13.07.1709 die erste Parfumfabrik der Welt und nannte sein Duftwasser zu Ehren seiner Wahlheimat "Eau de Cologne" (Kölnisch Wasser). Er machte damit Köln als Duftstadt im 18. Jhdt. weltberühmt. Von hier aus wird seit dem 18. Jhdt. das Parfüm de Luxe mit dem Markenname "Johann Maria Farina gegenüber (dem Jülich-Platz)" (= damals - als es noch keine Haus-Nr. gab - Adresse des Farinahauses) in die ganze Welt vertrieben (u. a. damals an alle Könige und Fürsten Europas sowie Prominente von Napoleon bis Goethe). Farina ist auch heute noch ein Kölner Familienbetrieb. Das Farina-Haus (mit einem Duft-Museum) ist jetzt Nachbar des Wallraf-Richartz-Museum; gegenüber ist immer noch der G(J)ülich-Platz. Der Gründer zu seinem Produkt: "Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert." 2009 feiern die Firma und das Kölnisch Wasser ihr 300jähriges Jubiläum.

Später stiegen auch andere Firmen in das lukrative Geschäft mit dem Kölnisch Wasser ein und versuchten, das Original zu kopieren (Markenschutz gab es damals noch nicht), so u.a. 1803 die Firma Mülhens, die ihr Kölnisch Wasser (mit anderem Duft) seit 1865 unter dem inzwischen weithin bekannten Namen "4711" (nach ihrer damaligen Haus-Nr. in der Glockengasse) vertrieb, heute aber längst nicht mehr als eigenständige Firma existiert. Das 4711-Haus in der Glockengasse steht heute gegenüber dem Opernhaus. Das Kölnisch Wasser wurde zum Gattungsbegriff und zur Massenware. Nur Farina aber darf ihr auch heute noch zum gehobenen Sortiment gehörendes Produkt Eau de Cologne "Original Kölnisch Wasser" nennen.

 Farina/Friedhof Melaten                                                                                 Rathausturm Köln/Farina
                                                                                                                                  Medaille auf dem Friedhof Melaten                                                          Figur am Rathausturm

 Neuzeitliches Köln/Farina-Haus
Farina-Haus/
gegenüber WRM



Kölsch 

Kölsch ist eine helle klare obergärige Bier-Spezialität aus Köln und der näheren Umgebung. Der Begriff "Kölsch" ist eine EU-weit geschützte geographische Markenbezeichnung ("Geschützte geographische Angabe" der EU - "g.g.A.-Zeichen"). Serviert wird es in den typischen Kölschstangen (original in 0,2 l-Gläsern). Zur Zeit gibt es mehr als 20 alteingessene Kölsch-Marken; den größten Ausstoß haben die Brauereien Reissdorf, eine Gruppe mit u. a. Gilden, Sion und Sester, Gaffel und Früh.

Übrigens ist Köln auch eine Stadt der Kneipen: ca. 4000!

Und: "Kölsch" ist Sprache (Kölner Dialekt), Getränk (obergäriges Bier in den kölschtypischen Stangengläsern) und Lebensphilosophie in einem.
Kölsch
 

 
Infos und Fotos zu den Bauwerken/Denkmälern des Neuzeitlichen Köln siehe auch Themen-Seiten Kölner Bauwerke  und Kölner Denkmäler


D. Wichtige Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen modernen  Köln (ab dem spätem Mittelalter)
  • 19.09.1475 Kaiser Friedrich III erhebt Köln mit dem Reichsstadtprivileg nun auch de jure zur Freien Reichsstadt ("des heiligen Reiches  freie Stadt"); dieser Status bleibt bis zur Besetzung durch die Franzosen 1794 erhalten.
  • 1505 und 1512 Reichstage in Köln.
  • 1512/1513 Aufstand der Gaffeln gegen den Rat.
  • Nach 1517 bleibt in Köln als einziger Reichsstadt und anders als z. B. in Nürnberg die Reformationsbewegung Martin Luthers ohne Wirkung; Köln bleibt katholisch.
  • 1531 Besuch des Kaisers Karl V (Kaiser 1530 - 1556).
  • 1553 Gründung der Kölner Börse.
  • Ab 1570 auf Plänen erstmals Darstellung des Kölner Bauers (als Symbol für die städtische Freiheit) und der Kölner Jungfrau (als Symbol  für die   Treue zum Reich), heute Figuren des Dreigestirns im Kölner Karneval.
  • 1583 - 1588  Kölner Krieg  zwischen Truppen des zum Protestantentum gewechselten Kölner Erzbischofs/Kurfürsten mit den siegreichen katholischen bayerischen/spanischen Truppen. Der Krieg verhinderte  die Verwandlung des  Erzbistums Köln in ein erbliches protestantisches Fürstentum. Der Nordwesten des Reiches blieb katholisch!
  • 1618 Grundsteinlegung für das letzte repräsentative Bauwerk  im mittelalterlichen Köln, die Jesuitenkirche St. Maria Himmelfahrt  (Weihe 1678).
  • 1618-1648 Köln bleibt im 30-jährigen Krieg neutral und wird auch nicht erobert. 1632 wird Köln im Zuge des  Krieges von den Schweden bedroht (Besetzung des rrh. damals noch selbständigen Deutz).
  • 1686 Hinrichtung des Nikolaus Gülich (nach der letzten Rebellion gegen Misswirtschaft und Korruption im Kölner Rat).
  • Ende 17. u. 18. Jhdt.  wirtschaftlicher Niedergang und Verfall der Reichsstadt.
  • 1709 Der Italiener Johann Maria Farina gründet in Köln die erste Parfumfabrik der Welt;  damit beginnt die weltweite Verbreitung des "Kölnisch Wassers". 2009 feiern die Firma und das Kölnisch Wasser ihr 300jähriges Jubiläum.
  • 1723-1761 Clemens August I von Bayern Erzbischof von Köln; er erbaut als Kurfürst von Kurköln u.a. die Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust.
  • 1794 Franz. Truppen besetzen Köln und beenden den Status Kölns als Freie Reichsstadt. Der Dom wird bis 1801 für profane Zwecke genutzt.
  • 1797 In Köln erhalten auch die Protestanten die Bürgerrechte.
  • 1798 Die Franzosen schließen die 1388 gegründete Kölner Universität.
  • 1801 Eingliederung des Rheinlandes und damit auch Kölns in den franz. Staatenverbund. Die Kölner werden französische Staatsbürger. Das Erzbistum Köln und das Kürfürstentum  Köln werden aufgelöst.
  • 1802 Säkularisation durch die Franzosen mit Aufhebung aller Klöster und Stifte und Einführung der Glaubensfreiheit. Der kirchliche Besitz fällt an den Staat und  wird größtenteils an Bürger verkauft. Die Kloster- und Stiftskirchen (und damit die heutigen Romanischen Kirchen) werden in Pfarrkirchen umgewidmet; 52 Kirchen werden abgerissen.
  • 1810 Einrichtung des Zentalfriedhofs Melaten auf dem Gelände des mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des damaligen Stadtgebiets aufgrund Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten mittels Napoleons "Décret sur les sépultures" in 1804
  • 1814 Ende der Franzosenherrschaft, Einmarsch der Preußen.
  • 1815 Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation (1806) wird Köln auf dem Wiener Kongreß ab 1815 dem Königreich  Preußen (Rheinprovinz) zugeteilt, wird Festungsstadt und neben Berlin wichtigste Stadt Preußens sowie mit der neuen Bistumsorganisation  für  Preußen ab 1821 auch wieder Erzbistum (Ferdinand August erster neuer Erzbischof ab 1825).
  • 1816 Beginn des Aufbaus der preußischen Festungsringe (innerer Ring ab  1816, äußerer Ring ab 1873)
  • 1823 Gründung des Festordnenden Komitees, heute Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823  und erster Rosenmontagszug.
  • 04.09.1842 Grundsteinlegung für den Weiterbau  des um 1530 unterbrochen Baus des Kölner Doms.
  • 1857 Gründung des Gürzenich-Orchesters, des heutigen Hausorchesters der Kölner Philharmonie und der Kölner Oper in der Musikstadt Köln.
  • 1859 Einweihung der Dombrücke, der ersten festen Rheinbrücke nach der Römerzeit, und des Central-Personenbahnhofs Köln.
  • 1861 Eröffnung des ältesten Museums Kölns, des Wallraf-Richartz-Museums.
  • 1862 Nicolaus Otto begann in Köln mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, eine für die Motorisierung der Welt bahnbrechende Erfindung.
  • 15.10.1880 feierliche Einweihung des nunmehr fertiggestellten Kölner Doms durch den Kaiser als nationales  Ereignis Deutschlands.
  • 1883 Beginn der neuzeitlichen Stadterweiterungen (nach Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881)
  • 1894 Einweihung des Kölner Hauptbahnhofes direkt neben dem Dom an der Stelle des mit der Dombrücke erstellten Zentral-Bahnhofes.
  • 1897 Einweihung eines eigenen Gebäudes für das Historische Archiv der Stadt Köln am Gereonskloster.
  • 1902 Eröffnung des ersten Kölner Opernhauses am Habsburger Ring.
  • 1909 Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z II) mit Graf Zeppelin, dem Pionier der Luftfahrt, nach Köln  (mit einem Rundflug über Köln) in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens Butzweilerhof) .
  • ab 1912 Aufbau der militärischen Fliegerstation Butzweilerhof, aus der ab 1926 der Kölner zivile Flughafen Butzweilerhof entstand. (Zum        Jubiläum "80 Jahre Luftfahrt in Köln" landete 2006 ein historisches Flugboot auf dem Rhein.)
  • 1917-1933 Konrad Adenauer Oberbürgermeister von Köln.
  • 1918 Nach Ende des 1. Weltkriegs gehört Köln zu den deutschen Republiken (ab 1949 zur Bundesrepublik Deutschland/Bundesland Nordrhein- Westfalen).
  • 1919 Die Kölner Universität wird nach der Schließung durch die Franzosen neu gegründet.
  • 1922 Gründung der Kölner Messegesellschaft.
  • 1925 Staatliche Anerkennung der Musikhochschule Köln, eine  der größten und traditionsreichsten Musikhochschulen Europas.
  • 1931 Der Autobauer Ford nimmt seine Produktion am Standort in Köln-Niehl auf.
  • 1932 Einweihung der ersten deutschen Autobahn, der "Kraftwagenstrasse Köln - Bonn" (heute: BAB 555), durch den damaligen OB Konrad Adenauer.
  • 1933 Absetzung des OB Konrad Adenauer durch die Nazis.
  • Ab 1942 beginnen die flächendeckenden Bombenangriffe auf Köln; Köln war zum Kriegsende fast völlig zerstört (die Innenstadt zu 90%).
  • 1948 700-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Kölner Doms.
  • 1950 1900-Jahrfeier Kölns (Köln rechnet ab der Erhebung der römischen Siedlung 50 n. Chr. zur Colonia und nicht wie andere alte Städte ab der Gründung 19. v. Chr.).
  • 1956-1973 Theo Burauen erster SPD-Oberbürgermeister in Köln seit Gründung der Bundesrepublik.
  • 1957 Eröffnung des neuen Kölner Opernhauses am Offenbach-Platz.
  • 1957 Aufnahme des kommerziellen Flugbetrieb am vorher nur militärisch genutzten Flughafen Köln-Wahn.
  • 1962 Der 1. FC Köln wird zum ersten Mal Deutscher Fußball-Meister.
  • 1972 Der Kölner Dichter Heinrich Böll erhält den Literatur-Nobelpreis.
  • 1975 Köln wird im Zuge einer Gebietsreform mit weiteren Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden am 01.10.1975 vierte Millionenstadt Deutschlands. Mit der erfolgreichen Klage Wesselings gegen diese Eingemeindung nach Köln war jedoch der Status als Millionenstadt am 01.06.1976 vorübergehend wieder zu Ende (s. 2010).
  • 1977 Der Kölner EC wird zum ersten Mal deutscher Eishockey-Meister.
  • 1986 Eröffnung der Kölner Philharmonie und des Museum Ludwig (anfangs noch zusammen mit dem dorthin verlegten  Wallraf-Richartz-Museum).
  • 1988 Der Fernseh-Programmveranstalter RTL nimmt seinen Sendebetrieb in Köln auf; Köln wird zusammen mit dem WDR und den anderen Rundfunk-Veranstaltern zunehmend zur Medienmetropole ausgebaut.
  • 1999 "Kölner Juni-Gipfel 1999", das EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates (03. - 04.06.99) und danach der Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G 8-Staaten in Köln  (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris Jelzin/Rußland und Gerhard Schröder/Deutschland).
  • 2001 Eröffnung des Neubaus für das Wallraf-Richartz-Museum.
  • 2005 XX. katholischer Weltjugendtag in Köln, ein Mega-Ereignis und wohl die bisher größte Veranstaltung in der Bundesrepublik überhaupt .
  • 2006 Köln ist einer der Austragungsorte der Fußball-WM 2006.
  • 2009 Einsturz des Gebäudes des Historischen Archivs der Stadt Köln mit noch nicht übersehbaren Folgen für das umfangreiche Archivgut, dem "Gedächnis der Stadt".
  • 2010  Köln wird im Mai 2010 nun auch nach der NRW-üblichen Zählweise mit nur den Erstwohnsitzen vierte Millionenstadt Deutschlands - und damit nun wohl endgültig - . Bereits im Dezember 1991 hatte Köln mit der hier üblichen Zählweise inkl. der Zweitwohnsitze die Million erreicht.

 *  Quelle: Flugplan Köln Bonn Airport (weitere Informationen über oben verlinkte Internet-Adresse)   

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© GL Köln

Stand: 01.02.2012


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