Romanische Kirchen in Köln

Rubrik:         Kultur in Köln - Kunst in Köln
Thema:       Kölner Bauwerke
Detailthema:
  Romanische Kirchen in Köln

> St. Maria im Kapitol - St. Gereon - Groß St. Martin - St. Pantaleon und 8 weitere romanische Kirchen

Detailthemen-Seite der privaten Web- Präsenz  "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt".Diese Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei kommerzielle Interessen!

0. Einleitung und Inhalt

Als Detailthema zur Seite  Kölner Bauwerke
und in Ergänzung der Seiten Mittelalterliches Köln und Kölner Denkmäler  werden hier die Romanischen Kirchen  Kölns vorgestellt (und daneben auch verbliebene mittelalterliche Pfarrkirchen erwähnt)..

Der romanische Baustil trat zwischen 1000 und 1250 vor allem in Deutschland, Frankreich und Italien auf und ist heute fast ausschließlich bei Kirchen erhalten. Er wurde abgelöst durch den gotischen Baustil.
Der beherrschende romanische Bautyp ist die dreischiffigen Basilika mit kreuzförmigem Grundriss, einem Mittelschiff und Fenstern im Obergaden. Neben den durch zumeist durch Pfeiler  getrennten Schiffen und dem Chor im Osten sind Querhäuser und Emporen Bestandteile der sakralen Großbauten. Im Osten - zur aufgehenden Sonne hin - befindet sich der Altar. Typisch sind die massigen schweren Mauern, die schmucklosen strengen Bauteile und die runden Fensterbögen. Die Portalfassade im  Westen werden zumeist durch zwei wuchtige Türme betont. Unter Altar und Ostchor befinden sich oft Krypten. In Köln sind 3 der 12 großen Romanischen Kirchen nach dem sog. Trikonchos-Prinzip mit kleeblattförmigem Grundriß des Chors nach dem Vorbild der Geburtskirche in Bethlehem gebaut worden (als erste St. Maria im Kapitol).

Die Renovierung,  Erhaltung und Ausgestaltung der Kölner Romanischen Kirchen  unterstützt maßgeblich der Förderverein Romanische Kirchen Köln, in dem der Autor dieses Internet-Auftritts Mitglied ist.  Der Verein lädt auch regelmäßig Mitglieder und die Bevölkerung zu höchst interessanten Führungen in die Kirchen ein. Für ausführliche Informationen zum romanischen Baustil und zu den einzelnen Kirchen sowie über den Verein besuchen Sie bitte dessen Internet-Auftritt unter "www.romanische-kirchen- koeln.de". Eine Unterstützung der Ziele des Fördervereins durch eine Mitgliedschaft oder durch Spenden ist sehr zu empfehlen!

Inhalt

1. Übersicht  zu den Romanische Kirchen Köln
2. Pfarrkirchen
3. Via Sacra
4. Beschreibung der 12 Romanische Kirchen Kölns


1. Übersicht  zu den Romanische Kirchen Köln

Die erhaltenen und restaurierten 12 großen Romanischen Kirchen Kölns - ein in Deutschland einzigartiges kulturelles Erbe in der Kölner Innenstadt -  sind (von Norden nach Süden):

 Romanische Kirchen vormals
Stiftskirche
                                             
vormals
Klosterkirche
vormals
zugehörige Pfarrkirche
  
Baudaten/Weihe der
Romanischen Kirchen
St. Kunibert
+

<<< 
St. Lupus *    
um 1215 - 1247/1247
St. Ursula +
St. Maria Ablaß  * °  
     
2. V. 12. Jhdt./Altar 1135
Gereon +

St. Christoph  *
Dekagon 1220 - 1227/

St. Andreas +

St. Paul  *
vor 1200 - um 1220/

Groß St. Martin
+
St. Brigida *
1150 - 1240/Chor 1172

St. Aposteln +

<<<
11. Jhdt./

St. Cäcilien +

St. Peter
1130 - 1160/

St. Maria im Kapitol + (ab 12. Jhdt.)
                (+)                 Klein St. Martin  * ° 1040 - 1065/1065

St. Maria Lyskirchen **
-
um 1200 - 1220/

St. Georg
+

St. Jakob  *
um 1060 - 1067/1067

St. Pantaleon
+
St. Mauritius  * ° 966 - 980/Chor 980

St. Severin +

St. Maria Magdalena  *
10. Jhdt./Chor 1237

* existiert nicht mehr   ° siehe bei Pfarrkirchen  ** früher abhängige Pfarrkirche im Bereich des Stifts St. Georg     <<< bauliche Einheit 

Die 12 Kirchen werden nachfolgend im einzelnen vorgestellt (Ziffer 4). Als Besuchsweg eignen sich die geplante Via Sacra und ein Vorschlag des Autors.

Die erhaltenen und nach dem Krieg zumeist aufwendig restaurierten 12 Kirchen (mit St. Pantaleon als älteste und St. Kunibert als jüngste) befinden sich alle innerhalb des Gebiets der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer - also der heutigen Kölner Innenstadt -. 3 dieser 12 Kirchen stehen ferner  auf dem  Stadtgebiet des antiken Römischen Köln (davon 2 innerhalb des von der ehemaligen  römischen Stadtmauer umfassten Areals - St. Maria im Kapitol und St. Cäcilien  - und 1 auf der vorgelagerten römischen Rheininsel - Groß St. Martin -). 8 der 12 Kirchen sind auf römischen Bauwerken erstellt worden. 11 der 12 Kirchen waren Stiftskirchen (mit christlich lebenden Klerikern) oder Klosterkirchen (mit in klösterlicher Lebensform lebenden Mönchen oder Nonnen). 5 der 12 Romanischen Kirche Kölns haben den Status einer "Basilika Minor" (= ein besonderer Ehrentitel des Papstes für bedeutende Kirchen unabhängig von ihrem Baustil): St. Kunibert, St. Gereon, St. Aposteln, St. Maria im Kapitol und St. Severin.

Neben den 12 großen Romanischen Kirchen gibt es in den Kölner Stadtteilen - ehedem Städte und Dörfer im Umland der mittelalterlichen Stadt - noch weitere 13 kleine Romanische Kirchen, nämlich
Romanische Kirchen in Köln/Alt St. HeribertRomanische Kirchen in Köln/Alt St. HeribertRomanische Kirchen in Köln/Alt St. HeribertRomanische Kirchen in Köln/Alt St. StephanRomanische Kirchen in Köln/Alt St. StephanRomanische Kirchen in Köln/Alt St. Stephan
Alt St. Heribert
Alt St. Stephan (Krieler Dömchen)
Romanische Kirchen in Köln/Alt St. MaternusRomanische Kirchen in Köln/Alt St. MaternusRomanische Kirchen in Köln/Alt St. Maternus...
Alt St. Maternus (Kapellchen)
...

sowie St. Martinus in Esch, St. Severin in Lövenich, Sr. Brictius in Merkenich, Alt St. Katharina in Niehl, St. Amandus in Rheinkassel, St. Nikolaus in Dünnwald, St. Michael und St. Martin in Porz-Zündorf, St. Nikolaus in Porz-Westhoven und St. Cornelius in Rath-Heumar.

In Köln gab es nebern den Klöstern und Stiften seit dem Mittelalter die in Deutschland mit Abstand größte Zahl an an Pfarrbezirken, nämlich 19 (zum Vergleich: Augsburg und Trier 6) und insges. eine überaus große Zahl an Kirchen und Kapellen. Um 1500 sollen es mehr als 300 Kircdhen und Kapellen gewesen sein.  (In einem mittelalterlichen Reisebericht hieß es: "... soviel wie das  Jahr Tage hat"; hierzu Zitat Förderverein Romanische Kirchen/Nov.  2010: "Bis zum Umbruch im 19. Jhdt. gab es 168 öffentliche Kirchen und Kapellen und fast ebensoviel private und Kloster-Kapellen.")Kölntypisch war, dass alle Pfarreien a) eng mit den Stiften (davon einige mit dem Domstift) oder Klöstern verbunden waren, nämlich mit Pfarrkirchen in einer baulichen Einheit oder mit separaten Bauten, aber in völliger Abhängigkeit oder aber b) mit separaten Bauten, aber mit einem gewissen Maß an Selbständigkeit gegenüber den Stiften/Klöstern. Die direkt zu Klöstern/Stiften gehörenden Pfarrkirchen wurden ab 1802 im Zuge der Säkularisation durch die Franzosen abgerissen (außer St. Peter neben St. Cäcilien), während die architektonisch wertvolleren vormaligen Kloster-/Stiftskirchen in Pfarrkirchen umgewandelt wurden.


2. Pfarrkirchen

Von den  Pfarrkirchen der 19 mittelalterlichen Pfarrbezirke sind ungeachtet der Säkularisation in der Kölner Innenstadt noch 10 ganz oder teilweise bzw. mit Neubauten zu erkennen:

     
Kölner Kirchen/St. Johann BaptistKölner Kirchen/St. Johann BaptistKölner Kirchen/Ruine St. KolumbaKölner Kirchen/Ruine St. KolumbaKölner Kirchen/Alt St. AlbanKölner Kirchen/Alt St. AlbanKölner Kirchen/Alt St. AlbanRomanische Kirchen in Köln/Klein St. Martin
St. Johann BaptistSt. Kolumba
(in Museum integrierte Ruinenteile und Ausgrabung)
Alt St. Alban (mit Skultptur "Trauende Eltern")
Turm Klein St. Martin
                     

3. Via Sacra

Im Mittelalter gab es zwischen St. Kunibert im Norden und St. Severin im Süden unter Einbeziehung des Doms und einiger der Romanischen Kirchen  einen Prozessionsweg, der nach einer vor einigen Jahren entstandenen Idee mit dem kompletten Ensemble der 12 erhaltenen bzw. renovierten Romanischen Kirchen in Anlehnung an die antike Via Sacra Roms als "Kölner Via Sacra" neu inszeniert werden soll. Leider ist diese glänzende Idee  bisher noch nicht umgesetzt worden. Im antiken Rom zogen über die dortige Via Sacra die Triumphprozessionen vom Titusbogen durch das Forum Romanum (das damalige politische und wirtschaftliche Zentrum Roms) zum kapitolinischen Hügel und dem dortigen Kapitolstempel für die römische Trias Jupiter, Juno und Minerva. In Köln stellt man sich den inszenierten Weg "Via Sacra" als einen Rundweg mit 2 Abschnitten vor:

-  einer Sehne  von St. Andreas und Dom in der Mitte der Innenstadt bis St. Georg im Süden  mit den in Rheinnähe liegenden Kirchen, 

-  einem sich hieran anschließen Bogen mit den halbkreisförmig angeordneten weiteren Kirchen  von St. Severin  im Süden bis St. Kunibert im Norden.

Dieser Halbkreis liegt in der Nähe der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer und dem hieraus abgeleiteten Verlauf der heutigen Ringstraße.

Besichtigungsweg/Vorschlag des Autors:
Solange die Inszenierung Via Sacra noch nicht existiert, empfiehlt der Autor, die 12 großen Romanischen Kirchen Kölns unter Einbeziehung des Doms auf einem zweitägigen Besichtigungs
weg (sinnvollerweise unterstützt von einem Faltblatt des Förderverein Romanische Kirchen Köln oder dessen Bildband über die Kirchen bzw. mit Unterlagen von KölnTouristik) wie folgt zu erkunden:


1. Tag:
Groß St. Martin  (5 in unten abgebildeter Skizze aus dem Faltblatt des "Förderverein Romanische Kirchen Köln") - Dom/Dom-Schatzkammer (A)  - St. Andreas (4) - St. Gereon (3) - St. Ursula (2) - St. Kunibert (1)

2. Tag:
St. Maria  Lyskirchen (9) - St. Georg (10) - St. Maria im Kapitol (8) - St. Cäcilien (Museum Schnütgen) (7) - St. Aposteln (6) -  St. Pantaleon (11) - St. Severin (12)

Romanische Kirchen in Köln
Romanische Kirchen im mittelalterlichen Köln 
Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
in St. Ursula
Romanische Kirchen in Köln
Romanische Kirchen im neuzeitlichen Köln 

                                                                                                                                                                                                                                                                                 
                        
Die Höhepunkte:                                  
                                                                               
                                                                                  
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
   St. Maria im Kapitol    
Romanische Kirchen in Köln/St. Gereon
St. Gereon
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Groß St. Martin
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
St. Pantaleon

                                                        
                      


4. Beschreibung der 12 Romanische Kirchen Kölns (in der Reihenfolge des vorstehend vorgeschlagenen Besichtigungsweges)


Groß St. Martin

Vorläuferkirche:
  •  10. Jhdt. Chorherrenstift (später Benediktiner-Kloster), 11. Jhdt. Kryta und Erweiterung

Romanische Kirche:  
  • 1150 - 1240 Bau der heutigen dreischiffigen Basilika mit Vierungsturm und Dreikonchen-Chor (kleeblattförmiger Chor)
  • 15. Jhdt. Weiterbau
wichtigste Ausstattungs-Werke: 
Skulptur Hl. Eliphius/12. Jhdt., staufischer Taufstein/13. Jhdt., Kreuzigungsgruppe/1509, Grablegungsgruppe, Dreikönige-Triptychon/um 1530, Skulptur Schmerzensmann/16. Jhdt., Skulptur Äbtissin Brigida von Vildare, Statuen Petrus und Paulus, Vierungsaltar mit Radleuchter/neuzeitlich, Fenster der Ostkonche/1987






Anmerkungen:
Auf der
dem befestigten römischen Stadtgebiet vorgelagerten frühzeitlichen Rheininsel - zwischen Rhein und einem Nebenarm des Flusses und damit außerhalb der Stadtmauer - nutzen die Römer vom 1. bis Mitte 2. Jhdt. n. Chr. eine Palaestra (Sportanlage) mit Wasserbecken und ab Mitte 2. Jhdt. 4 dreischiffige Horrea (Lagerhäuser) mit einem großen Hofraum. Über den Fundamenten des südöstlichen der Lagerhäuser steht heute die ebenfalls dreischiffige Kirche Groß St. Martin, deren Raum den Raum des Lagerhauses nachbildet. Der Bau einer ersten Kirche - evtl. unter Nutzung der römischen Lagerhalle - zur fränkischen Zeit im 7. - 9- Jhdt  wird  vermutet, ist aber nicht belegt.

Die Ausgrabungen aus der Römerzeit können unterhalb des Kirchengebäudes besichtigt werden. Sie gehören zu den Bodendenkmälern der römischen Epoche Kölns. Die zu dem einstigen Kloster gehörende nicht mehr vorhandene mittelalterliche Pfarrkirche St. Brigida ist im Plaster neben der Kirche angedeutet.
Standort:
Groß St. Martin steht mitten im Altstadt-Vergnügungs-Viertel Nähe Alter Markt und Rhein und gehört zusammen mit dem Dom und dem Rathausturm sowie den Altstadt-Häusern zum weltweit bekannten Panorama Kölns. Der Vierungsturm ist das älteste Wahrzeichen der Stadt; der ab 1248 gebaute Dom
wurde mit seinen beiden Türmen erst 1880 fertiggestellt.
Der namengebende Hl. Martin von Tours (um 316 - 397) war ein Bischof in Tours (Frankreich) und ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche.



KölnerKölner Panorama/Dom und Groß St. Martin
Groß St. Martin + Dom
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Altstadt/Rheingarten mit Groß St. Martin
Romanische Kirchen in Köln/Figur an Groß St. Martin
  St. Martin
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
West- und Nordwest-Seite   >
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Nordseite >
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
sNordseite >
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin

Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
                                 Groß St.Martin   Dom     Stapelhaus
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Ost-Seite  
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Altstadt/Rheingarten
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Altstadt/Rheingarten
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Groß St. Martin/Blick vom Domdach
Romanische Kirchen in Köln/Groß St. Martin
Groß St. Martin/Blick vom Domdach
Ausgrabungsbereich unter Groß St. Martin:

(Fotos gelöscht)                   
           
 
St. Andreas

Vorläuferkirchen: 
  • vermutlich frühchristliche Kirchen an dieser Stelle
  • 10. Jhdt. Bau einer frühromanischen Stiftskirche (erste Erwähnung 923, Weihe 974) mit Erweiterungen im 11. Jhdt.

Romanische Kirche: 
  • vor 1200 - um 1220 Neubau der heutigen dreischiffigen staufischen Pfeiler-Basilika mit Vierungsturm
  • 11. Jhdt. Krypta mit Teilen der frühromanischen Kirche
  •  14. - 15. Jhdt. An- und Umbauten (mit Seitenkapellen), zum Teil mit gotischen Elementen (Chorhalle)
wichtigste Ausstattungs-Werke: 
Fresko in der Marienkapelle "Szenen aus dem Marienleben"/1325, Wandgemälde "Das jüngste Gericht"/um 1470 und mehrere weitere mittelalterliche Wandmalereien, Pietà/14. Jhdt.,  Blutbrunnen (soll an der Stelle des Blutfelds beim Martyriums der Begleiterinnen der Hl. Ursula gestanden haben)/15. Jhdt., Triptychon "Madonna mit dem Mantel" der Rosenkranzbruderschaft/1510, Machabäerschrein (1808 aus der Machabäerkirche hierhin verlagert)/1527, Triptychon von B. Bruyn "Kreuzigungsszene"/1542, Gemälde Fuckerath "Martyrium des Hl. Andreas"/ um 1660, Fenster im Chor/1899, 7 Fenster des  Künstlers Markus Lüpertz im südlichen Querhaus (Machabäer-Chor)/erstellt zwischen 2005 und 2008, 5 Fenster des Markus Lüpperts im nördlichen Querhaus (Marien-Chor)/fertiggestellt 2010; in der Krypta: Sarkophag des Hl. Albertus Magnus (gestorben 1280).



Anmerkungen: 
In der seit 1947 von den Dominikanern betreuten Kirche ist der Hl. Albertus Magnus begraben.

Für den Machabäer- und den Marien-Chor der Kirche sind in einem Großprojekt des Förderverein Romanische Kirchen Köln von dem renommierten Künstler Markus Lüperts insges. 12 neue Kirchenfenster
gestaltet worden. Der Einbau der Fenster ist im Juni 2010 abgeschlossen worden. Die zuerst fertiggestellten 7 Fenster im südlichen Machabäer-Chor erzählen in Bezug auf den dort stehenden Machabäerschrein das Martyrium der Hl. Machabäer-Brüder, dem die Leidensgeschichte Jesus gegenüber gestellt wird. Die Machabäer (oder auch Makkabäer) sind eine vorchristliche jüdische Familie, deren Reliquien einer Legende nach mit denjeniger der Hl. Drei Könige 1164 nach Köln gelangt sind und hier zunächst in das Bendiktiner-Kloster verbracht wurden. Von den 5 Fenstern im nördlichen Marien-Chor erzählen 2 die "Neun Sätze zu einer guten Lebensführung" des Albertus Magnus, dem größten Gelehrten des Mittelalters, dessen Sarkophag in der Krypta von St. Andreas steht. Das mittlere Fenster nimmt Bezug auf die darunter stehende Pietà (14. Jhdt.).
Standort:
St. Andreas steht unmittelbar gegenüber der Westseite (Turmseite) des Doms und in Nähe des früheren nördlichen Stadttors der ehemaligen
römischen Stadtmauer (Teile des Stadttors auf der Domplatte und in Dom-Tiefgarage erhalten).
Der namengebende Hl. Andreas (Bruder des Petrus) war einer der 12 Aposteln und erlitt im Jahr 60 den Märtyrertod in Griechenland.




Romanische Kirchen in Köln/St. Andreas
Drei-Kronen-Tafel 
Romanische Kirchen in Köln/St. Andreas
  Ost-Seite (Domseite)
Romanische Kirchen in Köln/St. Andreas
Süd-Ost-Seite  >
Romanische Kirchen in Köln/St. Andreas
Romanische Kirchen in Köln/St. Andreas
West-Seite
..

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St. Gereon

Vorläuferkirchen  
  • im 4. Jhdt. römischer Ovalbau auf einem Gräberfeld; ab 6. Jhdt. eine Kirche und ab 839 an dieser Stelle eine Stiftskirche beurkundet (ranghöchste Kirche nach dem Dom)
  • 11. + 12. Jhdt. Anfügung einer Langchoranlage mit Türmen sowie einer Krypta
Romanische Kirche: 
  • 1220 - 1227 Errichtung des heutigen spätromanischer Zehneckbaus (Dekagon), des größten Kuppelbaus dieser Zeit (fast 35 m hoch), unter  Eingliederung der Vorgängerbauten (mit römischen Substanzen)
  • 13. + 14. Jhdt. An- und Umbauten
wichtigste Ausstattungs-Werke: 
Fresko in Apsis/12. Jhdt.,
Taufkapelle mit Wandmalerei/um 1240,  Madonna-Figur/14. Jhdt., Triptychon Kreis B. Bruyn/um 1556, Gemälde "Geburt Christi",  Figur Hl. Helena/1635, Pietà, Glasfenster-Ensemble im Dekagon von Georg Meistermann und Wilhelm Buschschulte (u. a. mit modernistischen Abbildu gen von Christus, Propheten und den 12 Aposteln im Obergaden)/1978 - 1987; Krypta: Samson-Mosaik/um 1070, Confessio mit Sarkophagen der Märtyrer der Thebäischen Legion und Altar/1540
Anmerkung:
Mit dem Kirchen-Gebäude ist die Geschichte um das Martyrium der römischen Soldaten der Thebäischen Legion mit ihrem Anführer Gereon, verbunden.
Unter dem Hauptaltar befindet sich eine Gruft der Thebäischen Legion.


Standort:
St. Gereon steht im Süd-Westen der Innenstadt in Nähe der Ringstrasse (Kaiser-Wilhelm-Ring). 
 
Der namengebende Hl. Gereon  war im 3. Jhdt. ein römischer Offizier der Thebäischen Legion. Wegen seines christlichen Glaubens soll er um 304 bei Köln (im heutigen Köln-Ehrenfeld) enthauptet worden sein. Er ist einer der Stadtpatrone von Köln.
                      

Romanische Kirchen in Köln/St. Gereon
  Drei-Kronen-Tafel  
Romanische Kirchen in Köln/St. Gereon
Ost-Seite  
Romanische Kirchen in Köln/St. Gereon
Ost-Seite  
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Romanische Kirchen in Köln/St. Gereon
  West-Seite
Romanische Kirchen in Köln/St. Gereon
  West-Seite
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St. Ursula

Vorläuferkirchen:      
  •  ab 4. Jhdt. diverse frühchristliche Kultbauten auf einem spätantiken römischen Gräberfeld  (der erste Bau war spätrömischen christlichen Märtyrerinnen geweiht), 
  • ab 9. Jhdt. Stiftskirche

Romanische Kirche:  
  • 2. Viertel 12. Jhdt.  Neubau der heutigen frühstaufischen dreischiffigen Emporen-Basilika mit  Querbau und Turm (Altarweihe 1135)
  • im 13. und 15. An- und Umbauten (im 13. Jhdt. gotischer Chor), im 17 Jhdt. barocke Umgestaltung des Innenraums
  • 1644 bis um 1687 Einrichtung und Ausstattung der "Goldenen Kammer" als Schatz- und Reliquienkammer (in Ablösung der vorherigen Camera aurea aus dem 13. Jhdt.)
wichtigste Ausstattungs-Werke:
Aetheriusschrein/um 1170, Figur "Christus im Elend"/15. Jhdt., Gemäldezyklus der Ursula-Legende/um 1456
  (siehe hierzu auch Gemäldezyklus im Wallraf-Richartz-Museum), symbolisches Ursula-Grabmal/1659, in der Goldenen Kammer Reliquien der ursulanischen Jungfrauen (u. a. 118 Reliquien- büsten, davon 85 aus 1270 - 1360)
Anmerkung:
Mit dem Kirchen-Gebäude ist die Legende um das Martyrium der Hl. Ursula und ihrer Begleiterinnen verbunden.


Standort:
St. Ursula steht in der nördlichen Innenstadt in Nähe des Hauptbahnhofs.
Die Heilige Ursula von Köln soll im 4. Jhdt. gelebt haben. Sie - eine britische (oder bretonische) Prinzessin - und Ihre Begleiterinnen sollen in Köln den Märtyrertod durch die Hunnen gestorben sein.


Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
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Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
.Romanische Kirchen in Köln/St. Ursula
                          

St. Kunibert

Vorläuferkirchen:     
  •  6./7. Jhdt. Bau oder Erneuerung einer Kirche auf einem Gräberfeld nördlich der ehemaligen Römerstadt (Clemenskirche)
  •  866 Stiftskirche beurkundet
  • 11. Jhdt. Bau einer Basilika  
Romanische Kirche: 
  •  um 1215 - 1247 Bau der heutigen spätstaufischen dreischiffigen Basilika mit Ostchor mit Türmen und Westquerhaus (als jüngste der 12 Romanischen Kirchen), 1227 Chorweihe , 1247 Schlußweihe (ein Jahr vor Grundsteinlegung für den gotischen Dom)
  • 13. - 17. Jhdt. Um- und Weiterbauten (Westturm um 1260)
wichtigste Ausstattungs-Werke:
Glasfenster als bedeutende Werke spätromanischer Glasmalerei/um 1220 - 1230 (= älteste in Köln erhaltenen Fenster), Taufkapelle/um 1250, Reliquienschrank/13. Jhdt., Verkündigunggruppe/1439, Triptychon Umkreis B. Bruyn/1556, Kunibertsschrein, Westportal mit steinernem Tympanon/1889
Standort:
St. Kunibert steht am Rande der nördlichen Innenstadt direkt am Rhein (Nähe Ebert-Platz).
Der namensgebende und hier begrabenen Hl. Kunibert (um 590 - 663) war ein Kölner Bischof in der fränkischen Periode Kölns und Erbauer der Vorgänger-Clemenskirche.
 
Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
.Romanische Kirchen in Köln/St. Kunibert
Westportal
 

St. Maria Lyskirchen

Vorläuferkirchen: 
  • 948 erste Beurkundung einer Marienkirche
  • 11. Jhdt.  mehrschiffige Kirche "Ecclesia Lisolvi" (Kirche des damaligen Grundherrn Lisolvus - daher stammt der Zusatz im heutigen Namen -)    

Romanische Kirche:  
  • um 1200 - 1220 Bau der heutigen spätromanischen dreischiffigen Emporen-Basilika (als kleinste der 12 Romanischen  Kirchen)
  • 16. und 17 Jhdt. Umbauen (Barock)
wichtigste Ausstattungs-Werke:
Gewölbe-Malereien (Fresken) mit Szenen aus dem Alten Testament (Nordseite) und Neuen Testament (Südseite)/13. Jhdt., Taufbecken/13. Jhdt., Fresko "Anbetung der Drei Könige", Altar-Retabel mit Madonna/14. Jhdt.,  Schiffer-Madonna/um 1420, Triptychon, Glasmalerei in Nord-Fenstern/um 1520, Altarbild "Heilige Familie"/um 1666, Chorfenster/1987
.
Standort:
St. Maria Lyskirchen steht direkt am Rhein im Süden der Altstadt gegenüber dem Schokoladen-Museum.
Namengebend war der mitttelalterliche Grundherr Lisolvus.



 Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria Lyskirchen
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria Lyskirchen
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria Lyskirchen.


St. Georg

Vorläuferbauten:       
  •  1. Jhdt. römischer Straßenposten vor der Stadtmauer
  •  im ca. 6. - 9. Jhdt. vermutlich christliches  Heiligtum (gewidmet dem Hl. Caesarius, der zusammen mit dem Hl. Georg auf der Rückseite eines Flügels des Triptychons in der heutigen Kirche dargestellt ist)  unter Verwendung von Mauern aus der Römerzeit
Romanische Kirche: 
  • um 1060 - 1067 Bau der heutigen spätromanischen dreischiffigen Säulen-Basilika als Kanoniker-Stiftskirche mit Ost- und West-Chor, veranlasst vom Erzbischof Anno II  
  • 1180 - 1188 staufische Umbauten und vor allem Umbau des Westchors zur heutigen Form (heute Taufkapelle)
  • 16. Jhdt. Anbauten (Vorhalle)
wichtigste Ausstattungs-Werke:
romanisches Kruzifix/1070 (Kopie, Original im Schnütgen-Museum), Taufstein/1240, Cruzificus dolorosus (Gabel-Kreuz)/um 1380, Kruzifix in Vorhalle/um 1440, Triptychon von B. Bruyn (mit den Patronen auf der Rückseite)/um 1558, Madonnenfigur/frühes 18. Jhdt., Petrus und Paulus/2. H. 18. Jhdt.
Anmerkung:
Patrone der Kirche sind St. Georg und St. Caesarius. Die Wand des Westchors ist möglicherweise dem ehemaligen benachbarten Südtor der römischen Stadtmauer nachempfunden.

Standort:
St. Georg steht im nördlichen Teil der Kölner Südstadt an der Severinsstraße (= Trasse der römischen Ausfallstraße nach Süden) sowie nahe dem Standort des südlichen - leider nicht erhaltenen - Stadttors der ehemaligen römischen Stadtmauer.
Der namengebende Hl. Georg starb 303 den Märtyrertod bei der Christenverfolgung unter dem röm. Kaiser Diocletian in Palästina. Er gehört zu den  14 sog. Nothelfern (Schutzpatronen).


Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
Westchor
.Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
Romanische Kirchen in Köln/St. Georg
St. Caesarius und St. Georg 
                                                                                                                                                           

St. Maria im Kapitol

Vorläuferbauten:       
  • 2. Jhdt. in SO-Ecke der römischen Stadt Tempel für die römische Trias (Jupiter, Juno und Minerva), einer der größten  im römischen Imperium, auf dem kölschen Kapitolshügel (Fundamente teilweise noch erhalten)
  • 7./8. Jhdt.  (vermutlich um 690) Saalkirche (Marienkirche) auf den Ruinen des Tempels unter Verwendung von Tempelteilen,  Bau veranlaßt von Plektrudis (gest. 717,  begraben hier), Gattin des merowingischen Hausmeister Pippin der Mittlere
  • 10. Jhdt. Baumaßnahmen zur Ansiedlung eines Benediktiner-Klosters
Romanische Kirche:  
  • 1040 - 1065 salischer Neubau einer Marienkirche als dreischiffige Basilika mit Dreikonchen-Chor  (kleeblattförmiger  Chor) im Osten (erste Anlage dieser Bauform in Anlehnung an die Geburtskirche in Bethlehem im christlichen Abendland und erste von 3 in Köln) und mit dreitürmigem Westbau, Bau mit Planung der ottonischen Äbtissin Ida (1027- 1060, Enkelin Otto II), 1040  Weihe der Krypta, 1049 Weihe des Mittelschiffs durch Papst Leo IX, 1065 Schlußweihe durch Erzbischof Anno II; im Baumaterial wurden Teile des römischen Tempels gefunden
  • 12. - 16. Jhdt. Um- und Weiterbauten, im 12. Jhdt. Umwandlung in ein Damen-Stift  
wichtigste Ausstattungs-Werke:
romanische Bildertür mit Szenen aus dem Leben Jesu/Mitte 11. Jhdt., romanische Grabplatte der Plektrudis/1150 - 1160, thronende Madonna mit Kind/1150 - 1250, gotische Grabplatte der Plektrudis/um 1290, "Apfel-Madonna" des Hl. Hermann Josef/Ende 12. Jhdt., Limburger Madonna/um 1300,  Crucificus dolorosus (Gabelkreuz/ "Pestkreuz") /um 1300,  Hardenroth-Kapelle/um 1466, Hirtz-Kapelle/1493, Renaissance-Lettner/um 1520, Ursula- Fenster/Anf. 16 Jhdt., Kreuzigungsfenster/Anf. 16. Jhdt., Malereifragmente an 4 Pfeilern/1765, ungwöhnlich große Krypta; auf dem Lichhof vor der Kirche: Gerhard Marcks Skulptur "Kölner Totenmal"/1949, Drei-Königs-Pforte







Anmerkungen: 
Die Kirche ist eines der bedeutendsten Werke der Kirchenbaukunst der salischen Zeit in Deutschland und des Mittelalters sowie die größte der Romanischen Kirchen Kölns. Die Westempore bildet das Octagon der Pfalzkirche Karls des Großen in Aachen nach, den die Ottonen als ihr Vorbild ansahen. St. Maria im Kapitol hatte in Köln eine große liturgische Bedeutung (1. Weihnachtsmesse - also vor dem Dom -) und war im Mittelalter Stadtkirche für offizielle Feiern des Rates.

Durch
den romanischen Vorgänger des heutigen  "Dreikünnije-Pötzje" (Dreikönigen-Pforte) direkt an St. Maria im Kapitol sollen nach einer - historisch allerdings nicht belegten -  Legende 1164 die für die Entwicklung Kölns im Mittelalter so ungemein wichtigen Reliquien der Hl. Drei Könige nach Köln und in den Kirchenraum  eingeführt worden sein. Das heutige Pötzje stammt aus um 1460.

In der Kirche sind im Mauerwerk Teile des römischen Kapitolstempels integriert. Die Westwand der Krypta steht in der Flucht der Ostwand des römischen Kapitolstempels. Im Kreuzgang westlich der Kirche steht die östliche Mauer in der Flucht der Ummauerung des Kapitolstempels. (Quelle: Informationen des Förderverein Romanische Kirchen Köln)
Standort:
St. Maria im Kapitol steht im Zentrum der Kölner Altstadt in Nähe Heumarkt und in der Süd-Ost-Ecke der ehemaligen römischen Stadt.
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Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
 °
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Skizze Nordseite (ausgestellt im nördl. Seitenschiff) °
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
heutiger verbauter Anblick Nordseite *
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Ostseite >
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Westseite mit Kreuzgang
               Dreikünnige-Pötzje in Köln bei St. Maria im Kapitol  Dreikünnige-Pötzje in Köln bei St. Maria im Kapitol     
    Dreikönigen-Pforte ( "Dreikünnije-Pötzje")
          von innen                ... von außen       
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Skulptur am Lichhof
Rathauturm Köln/Skulptur Abtissin Ida
Äbtissin Ida
(am Rathausturm)
Romanische Kirchen in Köln/St. Maria im Kapitol
Aussicht vom Domdach  **
...
                                                                                                                                                     
*    Eine der schlimmsten Kölner Bau- und Kultursünden ist das Zubauen des Kapitolshügels von Norden (aus Richtung Gürzenich).
**  Um die Kirche einigermaßen einsehen zu können, muss man das Domdach besteigen.
°     Der Autor unterstellt aufgrund der Ausstellung in der Kirche, dass  keine Urheberrechte verletzt werden.

St. Cäcilien

Vorläuferbau:    
  
               
888 erste Erwähnung eines Damenstifts
Romanische Kirche:      
         
1130 - 1160 Bau der heutigen dreischiffigen Pfeiler-Basilika ohne Querschiff
wichtigster Außen-Schmuck: 
Tympanon (Bogenfeld) über dem nördlichen Portal mit Figur der Hl. Cäcilie/1160 (Kopie; Original ausgestellt im  Museum Schnütgen im Durchgang vom neuen Kulturzentrum am Neumarkt)







Anmerkungen: 

St. Cäcilien und die danebenstehende Pfarrkirche St. Peter (Taufkirche des berühmten Barock-Malers Peter Paul Rubens, der in seiner Kindheit im Bereich dieser Kirche wohnte und ihr auch ein Gemälde vermacht hat) bilden das letzte noch erhalten gebliebene im Mittelalter übliche Ensemble aus Kloster-/Stiftskirche und Pfarrkirche. Ein in der Krypta gefundener (und in St. Cäcilien ausgestellter) Schädelrest deuten auf eine spätantike Gräberstätte an dieser Stelle hin.


Die
Romanische Kirche St. Cäcilien wird seit 1956 vom städtischen Museum Schnütgen zur Präsentation der  Kunst des Mittelalters mit kirchlichen und profanen Schätzen von internationalem Rang aus über 1000 Jahren genutzt. 
Standort:
St. Cäcilien/Museum Schnütgen steht in der Nähe des Neumarkts und der beiden großen Romanischen Kirchen St. Maria im Kapitol und St. Aposteln. Das Kirchengebäude ist mit dem neuen Kulturzentrum am Neumarkt (mit dem Rautenstrauch-Jost-Museum) inkl. eines für Ausstellungsobjekte genutzten Verbindungtraktes verbunden.

Die Namenspatronin, die Hl. Cäcilie, war eine im 3. Jhdt. in Rom lebende Märtyrerin.





Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien - Museum Schnütgen
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien - Museum Schnütgen
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien u. Museum Schnütgen
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien u. Museum Schnütgen
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien - Museum SchnütgenRomanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien - Museum SchnütgenRomanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien - Museum Schnütgen.
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien u. Museum Schnütgen

Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien
Nordportal
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien
Tympanon
 (Kopie; Original im Museum Schnütgen)
Romanische Kirchen in Köln/St. Cäcilien

                                   

St. Aposteln

Vorläuferkirche:      

 9. Jhdt. erste kleine Kirche (Weihe um 827), ab um 980 unter Verwaltung des Stifts St. Ursula
   







Romanische Kirche: 
  • 11. Jhdt. (nach 1021 bis um 1036) Gründung eines Apostelnstifts mit Bau einer dreischiffigen romanischen Pfeiler-Basilika mit West-Chor und Querhaus
  •  Mitte 12. Jhdt. Umbauten und Bau des West-Turms
  •  um 1200 - 1230 Fortsetzung des Umbaus, Bau eines Dreikonchen-Chors (kleeblattförmiger Chor) im Osten
  • 13. Jdht. Bau einer Halle am Laienportal (Abriß 1786/87)
  • 1643/44 Aufgabe des West-Chors und Bau einer neuen Vorhalle vor neuem Haupteingang
wichtigste Ausstattungs-Werke:
gotische Apostelfiguren/um 1330, Schmerzensmann/um 1500, Marienalter/um 1500, 14 Nothelfer 16. - 18. Jhdt., Epitaph (Gedenktafel für einen Verstor- benen)/ 1644,  Bild "Martyrium der Hl. Katharina" am ehemaligen Katharinenaltar/1670,  St. Petrus und St. Paulus/1761,  Deckenausmalungen


Anmerkung:
Die Kirche wurde den 12 Jüngern (Aposteln) Jesus geweiht.

Im Mittelalter wurden Mauerteile der römischen Stadtmauer zum Teil in die Bebauung integriert. So bildete sie z. B. die östliche Begrenzung des Stifts St. Aposteln am Neumarkt, was durch eine (heute zugemauerte) Tür,  die von der Maueroberkante in die Stiftskirche führte, zu erkennen ist (s. Fotos unten).
Standort:
St. Aposteln steht im Westen der Kölner Innenstadt am Neumarkt sowie direkt hinter der Außenseite der ehemaligen römischen Stadtmauer
(leider dort nicht erhalten) und nahe des Standortes eines der 3  früheren westlichen Stadttore dieser Stadtmauer - leider alle nicht erhaltenen - .
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Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln
Drei-Kronen-Tafe
Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln
Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln
< Ostseite >
Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln
  lRomanische Kirchen in Köln/St. Aposteln

Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln
Nordseite
Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln

Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln
  Südseite
Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln


<   Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln   >
Tür (zugemauert) in der Ostseite,
die im Mittelalter
von der Maueroberkante der damals noch erhaltenen römischen Stadtmauer in die Kirche St. Aposteln führte.
Romanische Kirchen in Köln/St. Aposteln

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St. Pantaleon

Vorläuferbauten:     
  •  3. Jhdt. römische Villa suburbana
  •  866 - 877 kleine dem Hl. St. Pantaleon geweihte Kirche (hier wurde auf Wunsch von Otto II 965 der bedeutende Kölner Erzbischof Bruno I beigesetzt),
  •  um 955 Gründung einer Benediktiner-Abtei an St. Pantaleon       
Romanische Kirche: 
  • 966 - 980 Neubau einer Kirche als einschiffiger Saalbau und des Klosters, Chorweihe 980
  • 984 - 1000 Erweiterungen zur durch Kaiserin Theophanu (Ehefrau des Kaisers Otto II)
  • um 1150/1160 Anbauten zur Erweiterung in eine dreischiffige Basilika
  • 13. Jhdt Umgestaltungen und Erneuerungen, 17 Jhdt. Neugestaltungen
wichtigste Ausstattungs-Werke:
Albinus Schrein (für die Ende des 10. Jhdt. gestifteten Reliquien) und Maurinus-Schrein/12. Jhdt., spätgotischer Lettner/um 1502, Skulptur Hl. Andreas/ 1694, Bruyn "Kreuzigungstriptychon"/16. Jhdt., Taufkapelle mit Wandmalerei, Theophanu-Kapelle mit Sarkophag der hier bestatteten Kaiserin aus Marmor, Hauptportal, Pièta, barocker Hochaltar



Anmerkungen:  
Die Geschichte von St. Pantaleon ist eng verknüpft mit der Kaiserin Theophanu 
(um 960 - 991), einer byzantinischen Prinzessin, die mit Kaiser Otto II (König 961 - 983, Kaiser ab 973) aus der Dynastie der Ottonen (919 - 1024) verheiratet war.  Nach dem Tod Otto II (983) herrschte sie bis zum ihrem Tod 991 anstelle des noch jugendlichen Thronfolgers,  ihrem Sohn Otto III (983 - 1002).  Sie wurde auf ihren Wunsch in St. Pantaleon, der Kirche ihres Lieblings-Heiligen, begraben.

Beim Weltjugendtag 2005 feierte der Papst Benedikt XVI mit mehreren Tausend Priesteranwärtern aus aller Welt einen Vesper-Gottesdienst. Die Kirche ist heute Zentrum der Kirchenorganisation Opus Dei. 
Standort:
St. Pantaleon steht im Süd-Westen der Kölner Innenstadt in Nähe der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer.
Der namengebende Hl. Pantaleon war ein griechischer Märtyrer (gestorben 305); er gehört zu den  14 sog. Nothelfern (Schutzpatronen).



Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Drei-Kronen-Tafel
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Pforte zum ehemaligen Klostergelände
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Seitenschiff (vom Klostergebäude aus)  >
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
              Romanische Kirchen in Köln/St. Pantaleon
  Erinnerung Papstbesuch 2005
...
                          


St. Severin

Vorläuferkirchen:    
  •  Ende 4. Jhdt. kleine Saalkirche auf römischen Gräberfeld (soll laut einer Legende vom Bischof Severin geweiht  worden sein)
  •  5./6. Jhdt. erste Kirche mit Erweiterung der Saalkirche
  •  9. Jhdt. Umbau zur dreischiffigen Basilika (866 St. Severin erstmals als Stift beurkundet)   
Romanische Kirche:
  • 10. Jhdt. romanischer Neubau mit Erweiterungen ab 1030 als dreischiffige Basilika
  • Erweiterungen:  11./12. Jhdt., 1220 - 1237 (spätromanischer Hochchor) und  13. - 16. Jhdt. (gotisch, Westturm bis 1518)

wichtigste Ausstattungs-Werke: Severinusscheibe/11. Jhdt. (ausgestellt im Sakrarium), Fragment eines Schmuckfußbodens/12. Jhdt., Madonna mit Kind/um 1280, Chorgestühl/13. Jhdt. (ältestes in Köln), Crucificus dolorosus (Gabelkreuz)/14. Jhdt., Severinus-Zyklus/um 1500, Bruyn "Abendmahl-Triptychon"/um 1550, Memorienaltar/1614, Wandgemälde "Marienkrönung", Wandmalerei in der Chorkapelle, P. J. Schmitz "Die Einkleidung des Hl. Bruno", diverse Epitaphe (Gedenktafeln), KreuzigungsfensterAnmerkungen:
590 erstmalige Erwähnung des Hl. Severin als 3. Bischof von Köln (um 346 - 397; seine Bestattung soll auf dem Gräberfeld vor dem römischen Köln erfolgt sein), 948 beurkundete Umbettung der Reliquien des Hl. Severin in einen neuen Sarkophag. Im Zuge einer Schreinöffnung 1999 wurden die vorgefundenen Reliquien auf "um 400" datiert. 

In einem Sakrarium in der Krypta sind die bei der vorgenannten Schreinöffnung  vorgefundenen - als sensationell einzustufenden - Objekte  ausgestellt (Textilien aus dem 7. - 10 Jhdt., u. a. ein byzantinisches Seidentuch/7. Jhdt.).
Unter der Kirche sind Ausgrabungen römischer Grabmäler und Steinsarkophage (2./3.Jhdt.), frühmittelalterlicher Gräber und Reste der Vorläuferkirchen zu besichtigen (allerdings nur auf Vereinbarung oder bei Führungen).
Standort:
St. Severin steht in der Kölner Südstadt in Nähe der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer und des Severintors.
Der namengebende Hl. Severin war 3. Bischof von Köln.

   
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin
     Drei-Kronen-Tafel   
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin
Westseite
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin
Westseite
.
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin
Ostseite
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin
Ostseite
.Romanische Kirchen in Köln/St. Severin
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin (Ausgrabungen
   Ausgrabungen >
Romanische Kirchen in Köln/St. Severin (Ausgrabungen
.Romanische Kirchen in Köln/Denkmal St. Severin
Denkmal für Hl. Severin
 an der Brückenauffahrt zur Severinsbrücke

 

Anmerkungen: Die erklärenden "Drei-Kronen-Tafeln" an den einzelnen Kirchen sind vom "Förderverein Romanische Kirchen Köln" angebracht worden. Die Datenangaben wurden überwiegend aus den in den Kirchen ausgestellten Datentafeln übernommen.


Nachtrag: Die Kölner lieben und schätzen im Allgemeinen ihre Stadt und sind stolz auf die lange historische Tradition mit der 2000-jährigen Geschichte und die kulturelle Vielfalt mit ihren vielen kulturellen Schätzen sowie auf die tolerante fröhliche Lebensart in dieser Stadt. Leider neigen der Kölner und vor allem die hiesige Verwaltung offenbar gelegentlich auch dazu, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, manchmal die Dinge laufen zu lassen und die Geschichte und die Schätze der Stadt nicht immer angemessen zu pflegen und darzustellen. Beim Durchwandern der Stadt mit offenen augen fallen einem so manche Kultur- und Bausünden sowie Schlampereien auf. Viele Denkmäler aus den Epochen der Stadt werden leider teilweise vernachlässigt und nicht gepflegt, manches wird den Kölner Bürgern und den vielen Besuchern der Stadt nicht angemessen oder gar nicht  präsentiert; siehe hierzu Mängelliste Kölner Denkmäler  .

Bezüglich des Umfeldes des Romanischen Kirchen und das vergessene (?) Projekt "Via Sacra" lesen sie bitte einen Auszug aus einem vorübergehend eingestellten Internet-Projekt "Veto Colonia", Seite "... Via Sacra".


Fotos zumeist vergrößerbar durch Anklicken.
Fotos und Skizzen sind vom Autor selbst erstellt worden oder stammen in Einzelfällen aus nach Kenntnis des Autors nicht urheberrechtlich geschützten Quellen ("gemeinfrei") oder wurden freigegeben und sind nach bestem Wissen des Autors auch sonst nicht urheberechtlich geschützt. Sollten dennoch im Einzelfall Urheberrechte betroffen sein, wäre dies unbeabsichtigt; in diesem Fall wird um einen Hinweis gebeten. © der eigenen Fotos beim Autor!

© GL Köln

Stand: 16.01.2012
  

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