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Bühnen - Kölner Oper/Kölner Schauspiel - |
Rubrik:
Kultur in
Köln - Kunst in Köln
Thema:
Kölner
Musik-Szene und
Kölner Bühnen
Kölner
Philharmonie - BAP,
Bläckfööss und Höhner - Opernhaus und
Schauspielhaus - Hänneschen-Theater
0. Vorbemerkungen und Inhalt
Köln
gilt als die Musik-Stadt
Deutschlands (in vielen Ausprägungen von Klassik und moderner
Klassik
über Rock, Orgelkonzert-Serien im Dom, Jazzhaus bis zur
elektronischen Musik), ist Hochburg der freien
Theater und gilt als heimliche Hauptstadt der sog. Kleinkunst
(Comedians
und Brettl-Bühnen). Die Kölner Musik-Szene ist eine der
buntesten
und vielfältigsten in Deutschland mit einem sehr großen
Potential an Musikern. Die Komponistin Carola Bauckholt
sagte einst zur Kölner Musik-Szene: "Das Musikleben ist
von einer Qualität und Dichte, dass man Köln
als einen der Spitzenstandorte in Europa bezeichnen kann.". Zu dieser Szene gehören
auch große Chöre, wie der Gürzenich-Chor und der
WDR-Rundfunk-Chor,
und viele andere kleinere, denn Köln ist auch eine Stadt der
Chöre.
Inhalt
1. Kölner Musik-Szene
1.1 Kölner Philharmonie
1.2 Rockbands
1.3 Kölsch-Musikgruppen
1.4 Sonstiges
2. Kölner Bühnen
2.1 Städtische Bühnen/Oper
Köln und
Schauspiel
Köln
2.2 Freie Theater
1. Kölner
Musik-Szene
1.1 Kölner
Philharmonie
Die Kölner
Philharmonie hat einen der schönsten Konzertsäle der Welt mit über 2000 Plätzen, der
- passend zu den
römischen Wurzeln der Stadt (siehe Römisches
Köln) - einem
antiken Amphi-Theater nachempfunden ist, und
stellt mit
dem Gebäudekomplex Museum Ludwig/Philharmonie
unmittelbar am Dom
und unter dem künstlerisch gestalteten und das Philharmonie-Dach
nachbildenden
Heinrich-Böll-Platz auch architektonisch einen markanten
Kultur-Standort der Stadt dar. Der Star-Geiger Gidon
Kremer hat es mal so ausgedrückt "Die
Kölner
Philharmonie
ist
einer der wenigen Orte auf Erden, wo die Musik mit so einer Wärme,
Fürsorge
und offenheit behandelt wird." Gelobt
wird der Konzert-Saal für seine tadellose Akustik und seine wunderbare
räumliche Ausstrahlung. Betrieben
wird die Kölner Philharmonie von der KölnMusik GmbH (Anteile:
90 % Stadt Köln, 10 % WDR). Aktueller Intendant der
Kölner Philharmonie und Geschäftsführer der
KölnMusik GmbH ist Louwrens Langevoort (Vertrag bis 2015).
Die
Kölner Philharmonie hat sich seit ihrer Eröffnung am
14.09.1986 unter Ihrem Gründungsdirektor Frank Xaver
Ohnesorg zu einer der besten Adressen für insbes. klassische
Musik entwickelt.
Bedeutende Orchester, Dirigenten und Solisten kommen seit 1986 in
Scharen
hierin und machen das Haus zu einem Konzertsaal mit internationaler
Bedeutung. So sind neben den zwei ortsansässigen Sinfonie-Orchestern,
- dem 1857 gegründeten
städtischen "Gürzenich-Orchester
Kölner Philharmoniker" als einem der führenden
Orchester Deutschlands (seit 2003 unter der Leitung von
Markus
Stenz, vorher
1990 - 2002 unter James
Conlon), das nach dem früheren
Konzertsaal Gürzenich
benannt ist und seit 1986 in der Philharmonie
residiert, und
-
dem "WDR-Sinfonie-Orchester Köln (Chefdirigent
seit der Saison 2010/2011 Jukka-Pekka Saraste),
beides
international renommierte Groß-Klangkörper,
schon fast alle bedeutenden
Sinfonie-Orchester und Dirigenten der Welt hier aufgetreten. Beispielgebend für die
Folgejahre in den Jahren 2005/2006
u. a.:
- das Konzert der
weltberühmten "Wiener Philharmoniker" (Stammgäste
in Köln) mit dem ital. Stardirigenten Riccardo Muti im Mai 2005,
- die in Europa einmalige "Residency" des amerikanischen
Spitzenorchesters
"Los Angeles Philharmonic" mit dem Chefdirigenten
Esa-Pekka Salonen im März 2005 (1 Woche zu Gast in Köln mit 4
großen
Konzerten),
- das "West-Eastern Divan Orchestra" mit dem Dirigenten Daniel
Barenboim im August 2006,
- das Konzert der "London-Philharmonic" mit dem Stardirigenten Kurt
Masur im Oktober 2006.
Daneben
zu erwähnen u. a. das Mahler Chamber Orchestra, das älteste
US-Orchester New York Philharmonic, das Alan Berg Quartett, die
Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, St. Petersburger
Philhamoniker. Zum
Programm 2009 gehörten u. a. Würdigungen der 4
runden Todes- bzw. Geburtstage (Haydn, Händel, Mendelssohn,
Chopin) sowie am 18.02.09 ein Konzert eines der besten Orchester der
Welt, der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle.
2011
feiert die Philharmonie ihren 25jährigen Geburtstag mit einem
Geburtstagsprogramm vom 10. - 18.09.11. Im August 2011 spielt das
West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim alle 9 Sinfonien
von Beethoven! Die weltberühmten Wiener Philharmoniker gastieren in der
Jubiläums-Saison 2011/2012 dreimal in der Domstadt.
Das
künstlerisches Programm der Kölner Philharmonie ist breit
gefächert. Neben Sinfonien und Kammermusik als der klassischen
Musikformen für derartige Häuser werden Jazz-Konzerte und
konzertante Opern- und Operettenaufführungen sowie Shows
veranstaltet. Und in dieser
lebendigen Stadt sind auch
Mundart-Gruppen wie die Bläck
Fööss und die Höhner regelmäßig zu
Gast in
dem
Klassik-Tempel.
Herr
Ohnesorg sagte einst dazu: "Wir
wollen ein
offenes Haus auch für
die kölsche
Seele sein."
Pro
Jahr finden in der Philharmonie um 400 Konzerte
statt. Seit den 1990iger Jahren liegt der Zuschauerschnitt bei ca.
600000/Jahr.
 Kölner
Philharmonie (Eingang) |  Kölner
Philharmonie |  Dach der
Philharmonie/Heinrich-Böll-Platz |
Die Kölner Philharmonie
widmet sich außerdem auch der Neuen Musik. Der
Gründungsdirektor Frank Xaver Ohnesorg war
es, der das große internationale
Musikfestival
der zeitgenössischen Musik - die "Musik-Triennale Köln" -
gegründet
hat. Hierbei werden seit 1994 alle 3 Jahre
an
verschiedenen
Aufführungsorten in Köln (u.a. Philharmonie und
WDR-Konzertsaal) große Orchesterwerke, Soloabende, klassische
Moderne, Jazz und experimentelle
Musik aufgeführt. Die
Musik-Triennale Köln entwickelte sich zur wohl weltweit
wichtigstem Konzertveranstaltung für die Musik des 20.
Jahrhunderts (seit 2004 mit neuer Ausrichtung). Das Motto der Triennale
2004 mit
ca. 130 Konzerten
lautete "Entdeckung Europa". Auch bei der 5.
Trienale 2007 erklang die Stadt wieder 3 Wochen lang an vielen Orten
(u. a. mit dem
Auftritt des New York Philharmonic Orchestra, einem der
5 besten Orchester der Welt). Die Trienale 2010 (24.04. - 16.05.2010)
stand unter unter dem Motto
"Heimat - heimatlos" mit u. a. den Wiener Philharmonikern, den
Münchener Philharmonikern, den beiden großen Kölner
Orchestern und vielen namhaften Kammermusik- Ensembles und
Solisten.
Ab 2011 will der neue
Intendant Langevoort mit
einer neuen
Musikfest-Serie für neue Musik des 20./21. Jhdt. beginnen. 2011 hieß
das Motto "Acht Brücken. Musik für Köln", angelehnt an die 8 Kölner Rheinbrücken,
mit dem thematischen Kern "Pierre Boulez und Frankreich" (08. -
15.05.2011). Unter dem gleichen Motto steht das Fest 2012 im Zeichen
von John Cage.
1.2
Rockbands
Köln
galt und gilt trotz
aller Veränderungen und aktuellen Stagnation noch immer als die
Rockstadt Deutschlands mit
zahlreichen Rockbands und Hochburg der elektronischen Musik. Der Kölner
Rockmusiker Wolf Mahn wird im KStA zitiert (April 2011) "Was die
Auftrittsmöglichkeiten betrifft, ist Köln sicher bundesweit Spitze,
weit vor Berlin und München, allenfalls Hamburg kann da noch mithalten.
..."
Die
bekannteste Kölner Rockband ist die 1976 gegründete Gruppe BAP mit
dem Gründer und "Frontmann" Wolfgang Niedecken und u. a. dem
legendären Gitarristen Klaus "Major" Heuser (1980 - 1999). BAP ist seit
ihrem
ersten Album (1979 "BAP rockt andere Kölsche Leeder") mit ihrem
kölschen Mundart-Rock bundesweit von Erfolg zu Erfolg geeilt, hat
zahlreiche goldene CD´s erhalten und stand mehrfach auf Platz
1
der Album-Charts. Einige der Alben: 1980 "Affjetaut", 1981
"Für
Usszeschnigge", 1996 "Amerika", 2001 "Aff und
zo". Einer der bekanntestens Lieder: 1981 "Verdamp lang her". Die
Texte greifen oft gesellschaftliche oder persönliche
Probleme auf. Wolfgang
Niedecken ist auch bekennender Fan des 1. FC Köln:
"Es gibt drei Sachen, die sucht man sich nicht aus. Den Vater, die
Mutter, und, watt willste de maache, der Club, mit dem man leiden
muss." (Zitat aus Geißbock-Echo Mai 2011). Weitere Informationen zu
BAP
sind auf deren Homepage zu finden. Wolfgang Niedecken ist
auch
sozial
engagiert und unterstützt u. a. Aktionen in Afrika
wie
Gemeinsam für Afrika
- ist deren Botschafter in Afrika - und aktuell das Projekt "Rebound"
im Ost-Kongo.
In den letzten Jahren
hat sich
auch Brings
stark in den Vordergrund gespielt - auch im Karneval. Von außen
betrachtet gilt jedoch die
1968 hier gegründete Band Can
als die bekannteste Kölner Band.
1.3. Bläck
Fööss, Höhner und viele weitere Kölsch-Musikgruppen
Die Kölner Musik-Szenen
wird
mitgeprägt durch eine Vielzahl von
Gruppen
mit Karnevalsmusik und Mundartliedern op Kölsch. Die bekanntesten Gruppen
dieser
Szene sind
- Bläck
Fööss (hochdeutsch: Nackte
Füße),
die "Mutter aller kölschen Bands", die 1970 als erste Band im
Karneval
mit Kölsch-Rock aufgetreten ist,
-
Höhner
(Hühner) (seit 1972),
-
Paveier (Straßenpflasterer) (seit 1983) und
-
De
Räuber.
Diese 4 Bands zählen zum
sogenannten Kölschen Kleeblatt. Daneben gehören
unzählige weitere Gruppen und Solisten
zu dieser
Szene. Viele der seit Anfang der 70iger Jahre von den "Fööss"
und den Höhnern und später
auch den Paveiern, den Räubern und anderen Gruppen
vorgetragenen
Liedern haben in Köln - und manche auch über die Stadtgrenzen
und den Karneval
hinaus - längst Volkslied-Charakter. Sie
kennt und
singt in Köln buchstäblich jedes Kind.
Wissenschaftliche
Untersuchungen
haben ergeben, daß es keine andere deutsche
Stadt mit einer derart lebendigen Volksliedszene gibt und weltweit
keine
Stadt so oft besungen wird wie Köln. Hinzu kommt, dass zunehmend
kölsche
Leedcher in den bundesweiten
Charts der deutschen Schlager auftauchen. Und die Hymne auf
Köln
"Viva Colonia" der Höhner wird nicht nur beim FC im Kölner
Stadion
und den Kölner Haien
in der
Kölnarena gespielt, sondern ist mittlerweile in ganz Deutschland
und darüberhinaus bekannt, ebenso wie das Motto-Lied der
Höhner
anläßlich der Handball-WM
2007 in Köln. Und viele der
Gruppen treten inzwischen mit
viel Erfolg
auch außerhalb
der Karnevals-Session und über Köln hinaus auch
andernorts auf - von Berlin bis Mallorca -
und vermitteln
dort kölsche Lebensart.
Einige Bands
sind auch
sozial engagiert, wie z. B. Bläck Föös, die
zusammen mit BAP und vielen anderen Musikern aus Köln am
legendären "Arsch-huh-Konzert" gegen Rassenhass am 09.11.92 am
Chlodwigplatz beteiligt waren, oder die Höhner als
Sonderbotschafter der Unicef und die Bläck Fööss mit
ihren vielen Auftritten in Kindergärten und Schulen, wo sie sich
für
die Pflege der kölschen Mundart einsetzen. Weitere Informationen
über
die Homepages der Bands.
(ehemaliges)
Ringfest und
c/o pop
Die ehedem jährlich in
der
Kölner Messe stattfindende Popcom hatte sich dort zur
weltweit größten Rock- und Pop-Messe entwickelt, ist dann aber
2004
nach Berlin umgezogen. Im Umfeld der Kölner Popcom wurde
jährlich an einem
August- Wochenende das ebenfalls weltweit
größte Rockfest - das "Ringfest" - veranstaltet, das auch
nach dem Wegzug
der Popcom zunächst weitergeführt worden war. Nach 13 Jahren Ringfest mußte
dieses Musikereignis aber 2006 wegen finanzieller
Probleme erstmalig abgesagt werden. Ein späterer Neuanfang mit anderer
Konzeption wird
erwogen.
Ringfest
- das
hieß über viele Jahre 3 km für den Verkehr gesperrte
Kölner Ringstraße inkl. Neumarkt und Media-Park, bis zu zehn
Live- Bühnen, rund 200 Bands, 3
Tage Live-Musik und Straßenfest mit einem breitem Musikangebot
für
vielerlei Geschmäcker sowie 2 bis 2,5 Mio. Zuschauer ... und in
den
Nächten ging's weiter mit unzähligen Konzerten in den
Kölner
Rock-Clubs (2002 waren es 450 Bands aus 27
Ländern in 30
Clubs). Weil das Fest inzwischen aber wohl etwas zu groß und zu
beliebig geworden war, wurde Ende August 2005 eine etwas kleinere
und dafür musikalisch konzentriertere Version
durchgeführt. Dieses Fest war dann hernach das vorerst
letzte Ringfest. |
Der
Wegzug der zuletzt kriselnden und auf eine Nabelschau der großen
Plattenfirmen reduzierten Popcom (der es, wie man hörte, angesichs
der Probleme in der Musikindustrie auch in Berlin schlecht
geht und die 2009 erstmalig abgesagt wurde) scheint sich letztendlich
für Köln als
Glücksfall zu erweisen. Denn mit der Krise des Popstandorts
Köln nach dem Wegzug der Popcom war Platz geworden für
die weiterhin sehr rührige Kölner freie Musik-Szene. So fand
erstmals
im August
2004 ein neues Festival der elektronischen Popkultur statt "Cologne on
Pop (c/o pop)" -
ein
(Zitat) "urbanes Festival für elektronische Musik,
Pop-
und Clubkultur".
Inzwischen wird erörtert, die "c/o pop" nach dem
möglichen Aus der Popcom zum
größten und wichtigsten Treffen der Musikwirtschaft in
Deutschland aufzubauen. Nächster Termin: 20. - 24.06.2012. Daneben
ist auch die seit vielen Jahren im Juli
stattfindende Summerjam am Fühlinger See, Europas
größtes Reggae-Festival, zu erwähnen. Termin der 27.
Ausgabe:
06. -
03.08.2012. Insgesamt scheint die Konsolidierung der
einstens grandiosen
Kölner Pop-Szene der 90-iger Jahre nach dem Wegzug der Popcom
mittlerweile erfolgreich zu werden.
Mit
dieser Kölner Musik-Szene eng
verbunden waren der einstens in
Köln ansässige
Musik-TV-Sender Viva
(der
inzwischen längst nach Berlin verzogen ist) und ist der
ebenfalls hier mit seiner Deutschland-Zentrale angesiedelte große Musikkonzern
EMI.
1.4 Sonstiges
Weitere
Kölner Musikereignisse waren die seit 1998 bis vorerst 2003
jeweils
im Dezember in der riesigen Kölnarena
aufgeführten - eigens für solche große Bühnen und
Hallen inszenierten und produzierten
- großen Opern-Ereignisse, mit den Aufführungen der klassischen Opern
"Aida" von Verdi
(1998)
"Carmen" von Bizet (1999)
"Nabucco" von Verdi (2000)
"La Boheme" von Puccini (2001)
"La Traviata" von Verdi (2002) sowie der
Monumental-Oper "Carmina Burana" von Orff (2003).
Danach wurde
diese Serie zunächst unterbrochen. Ende 2006 gab es
aber wieder eine Monumental-Oper:
erneut Verdis "Aida".
Im Dez.
2007 wurde diese neue Serie mit Verdis "Nabucco" fortgesetzt.
Bei der Beschreibung der
Kölner Musikszene ist noch zu erwähnen, dass
- der
1770 im nahen Bonn geborene Luwig van Beethoven am 26.03.1778
zu
seinem ersten öffentlichen Konzert als Pianist in Köln aufgetreten ist und ab
1784
Bratschist in der kurkölnischen Hofkapelle in Bonn war, dann
später nach Wien verzog,
- der
erfolgreiche
Operettenkomponist Jacques Offenbach am 20.06.1819 in Köln geboren
worden
ist, dann später nach Paris verzog,
- im 19. Jhdt. viele
Komponisten der klassischen Musik (wie
Brahms und Mahler mit seiner 5. Sinfonie) den Kölner Gürzenich für ihre Uraufführungen
gewählt hatten,
- mit der Musik-Hochschule
Rheinland die größte
HS dieser
Gattung in Europa in Köln ihren Sitz hat,
- sich in den 50-igern
Jahren in Köln eine in Europa
einmalige Szene der Neuen Musik mit den ortsansässigen
Karlheinz Stockhausen
(Stockhausen kurz vor seinem Tod 2007: "Die Stadt
Köln ist seit
1947 meine Stadt.")
und Bernd A. Zimmermann,
aber auch vielen
anderen gebildet hatte.
2. Kölner Bühnen
2.1 Städtische Bühnen/Oper
Köln und
Schauspiel
Köln
Auch
die Kölner
Bühnenszene ist
eine der vielfältigsten in Deutschland, wobei allerdings zumindest
die städtischen Bühnen mit Oper
Köln
und
Schauspiel
Köln
(beide am Offenbachplatz in Nähe
Neumarkt gelegen) nach Meinung mancher
Kritiker im
zurückliegenden Jahrzehnt anders als die
vorgenannte
Musik-Szene ihren Platz in der
bundesdeutschen
Spitze verloren hatten. Der
künstlerische
Qualitätsrückgang zuvor lag zum großen
Teil wohl daran, dass der Kulturetat der Stadt stark
gekürzt worden war. Zuletzt
ist damit begonnen worden, diese Tendenz
langsam wieder
zurückzudrehen. Inzwischen
haben Oper und
Schauspiel künstlerisch enorm aufgeholt. Das Schauspiel hat
nach
Meinung der Kritiker wieder einen Spitzenplatz erreicht; und
die Oper steht ganz dicht davor. Auch das
Gürzenich-Orchester hat unter Markus Stenz einen enoremen
Aufschwung erlebt und Preise und Ansehen gewonnen.
Einige
herauszuhebende Aufführungen in Opern-
und
Schauspielhaus der letzten Jahre waren - aus individueller Sicht
des
Autors -:
- Richard Wagners
Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" in der inzwischen von manchen
schon
als
legendär bezeichneten Kölner Inszenierung von Robert Carsen (Premieren der 4 Teile
zwischen 2000 und 2003), der im
Oktober 2004 zweimal (und das nicht zum
letzten Mal) als
kompletter Zyklus hintereinander aufgeführt
worden ist
- 2002 Verdis Oper "Don
Carlo" (Inszenierung Torsten
Fischer)
- 2003 Rossinis Oper "La
Cenerentola
(Inszenierung Torsten
Fischer)
- 2004 Händels
Barock-Oper "Xerxes" (Inszenierung Michael Hampe), Richard Strauß
Oper "Salome" mit umjubelter
Premiere am 16.09.04 (Inszenierung Katharina Thalbach)
und
Puccinis Oper "Turandot" mit überwiegend sehr
positiv aufgenommener Premiere am 25.11.04 (Inszenierung
Günter
Krämer)
- 2006 Glanerts Oper
"Caligula" (in der sehr positiv
aufgenommenen Inszenierung von Christian Pade) und Richard
Wagners "Lohengrin " mit
unterschiedlicher
Resonanz (Inszenierung Klaus
Maria Brandauer)
-
2008 Puccinis Oper "Madame Butterfly" (in der zumeist
sehr gelobten Inszenierung von Klaus P. Kinmonth)
- 2009 Camille Saint-Saens
Oper "Samson und Dalila" (in der
im Vorfeld sehr umstrittenen, dann aber bejubelten
Inszenierung von Tilman Knabe)
-
2009 zum Beginn der neuen
Opern-Intendanz (s. unten) Wagners "Meistersinger" in einer
überwiegend als gelungen kommentierten Inszenierung des neuen
Intendanten Uwe Eric Laufenberg
-
2010 Claudio Monteverdis Barock-Oper "Die Krönung der
Poppea" mit einer vom Publikum und der
Kritik
gleichermaßen hochgelobten und umjubelten Inszenierung von
Dietrich Hilsdorf (Premiere
16.10.10), gespielt in der für
diese
Oper und dieses Thema geradezu idealen
Ausweichspielstätte Gerling-Quartier, und Richard Strauß Tragödie
"Elektra" mit einer hochgelobten Inszenierung von
Gabriele Rech (Premiere
17.10.10)
- 2011
Giuseppe Verdis berühmte Oper "Aida" in einer mit großer Begeisterung
aufgenommenen Inszenierung von Johannes Erath (Premiere 15.01.11)
- 2002 Shakespeares
Tragödie "Othello" (Regie Ola
Mafaalani)
- 2004 Schillers
Drama "Don Carlos" (Regie Marc
Günther) und Schillers Trauerspiel "Kabale
und Liebe " (Regie Michael Talke)
- 2006 Jean Paul Sartres
Drama "Die
schmutzigen Hände" (Regie Albrecht Hirche)
- 2007 Friedrich
Hebbels "Nibelungen", eine hochgelobte
Aufführung
in Regie der neuen
Schauspiel-Intendantin Karin Beier
- 2008 Franz Grillparzers
"Das goldene Vlies" (Regie Karin Beier)
Mit
dem damalen Spitzenquartett mit Peter Raddatz (bis August 2009 geschaftsführender
Intendant), Dr. Christopf Damman (2008
ausgeschiedener Opern-Intendant) und Marc
Günther (Mitte 2007 ausgeschiedener Schauspiel-Intendant) sowie
dem
hochangesehenen Generalmusikdirektor
Markus Stenz
(zugleich Kapellmeister des Gürzenich-Orchesters, also des
Kölner Opern-Orchesters) ging es in den ersten Jahren des letzten
Jahrzehnts zumindest bezüglich der Auslastung
der
Häuser, aber auch mit der überregionalen
Wahrnehmung aufwärts. Das erklärte Ziel, die
künstlerische Qualität der städtischen Bühnen
auf früheres Niveau anzuheben und wieder Spitzenplätze zu
erreichen, führte zu personellen Veränderungen
bezüglich der
beiden
Intendanzen: Neue
Schauspiel-Intendantin ist ab der Spielzeit
2007/2008 Karin Beier (bis
2012/2013). Der gebürtige Kölner Uwe Eric
Laufenberg ist neuer Opern-Intendant ab
der
Spielzeit 2009/2010. Die
Geschäftsführung obliegt inzwischen Patrick Wasserbauer.
Das
Schauspiel
Köln ist bereits in den ersten
beiden Jahren der neuen Intendanz jeweils zum besten Schauspiel in
NRW gekürt
worden. Karin
Beier erhielt im
Nov.
2009 für die Inszenierung "Das goldenen Vlies" den renommierten
Theaterpreis FAUST in der Kategorie "Beste Regie". 2010 war das
Schauspiel Köln als einziges
Theater beim renommierten Theatertreffen Berlin dreimal
vertreten und war für die Spielzeit 2009/2010 auch
überregional bestens platziert. 2010 lag das Schauspiel Köln in allen
Kritikerumfragen an der Spitze der deutschsprachigen Bühnen. 2010 und
nun auch wieder 2011 wurde es von den Kritikern eines maßgeblichen
Fachmagazins zum
"Theater des Jahres" ernannt.
Auch
in der Oper geht es steil bergauf. Unter dem neue Opern-Indendant
ist die Auslastung des Hauses auf zuletzt sehr gute 90,1 % gestiegen.
Spätestens seit 2010 ist auch die Oper Köln wieder in der ersten Liga
angekommen (Zitate Online-Magazin: "Die
Oper Köln meldet sich mit einer zwar nicht spektakulären, aber doch
sehr ordentlichen Elektra
zurück in der Liga der ersten Häuser." und "Die
Kölner Oper findet in der Zentrale des untergegangenen Gerling-Konzerns
einen großartigen Ort, um Monteverdis L'Incoronatione
di Poppea
glanzvoll aufzuführen.").
Opernkritiker benannten die Oper Köln zum besten
NRW-Opernhaus der
Spielzeit 2010/2011, und dass, obwohl schon in dieser Spielzeit wegen
der bevorstehenden Renovierung an verschiedenen Orten gespielt werden
musste. Eine wichtige
räumliche Änderung ist womöglich auch dem
neuen Opern-Indendanten zuzuschreiben. Durch Verlegung der Kinderoper
an einen anderen Ort erstrahlt seit Herbst 2009 endlich das großartige
Foyer im 1. Obergeschoss des
Opernhaueses wieder in seinem alten Glanz.
Eine besondere Ehre
erhielt
die Kölner Oper zusammen mit dem Gürzenich-Orchester im Sept. 2010. Im Rahmen der
Weltausstellung
Expo 2010 in Shanghai (China) präsentierte die Kölner Oper als
kulturellen Höhepunkt des deutschen Pavillons im Shanghai Grand
Theatre das mächtige Wagnerwerk
"Der
Ring des Nibelungen"
(zweimal als geschlossenen Zyklus
mit den 4 Teilen "Das
Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und
"Götterdämmerung" ) in der Inszenierung von
Robert Carsen unter
musikalischer Leitung von Markus Stenz. Darüberhinaus wurde auf dieser
Reise danach
noch "Don Giovanni" in einer Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg in
Peking aufgeführt.
Derzeit ist ein
großes Projekt für die Städtischen Bühnen in der
Vorbereitung: die Neugestaltung des Opern-Karrees. Das
denkmalgeschützte Opernhaus (mit 1348 Plätzen eines der
größeren Opernhäuser Deutschlands) soll -
ursprünglich geplant im
Zeitraum von September 2010 bis Sept. 2014 - umfassend saniert
werden.
Der lange Zeit geplante und beschlossene gleichzeitige Neubau für
das Schauspielhaus wird nach einem Ratsbeschluss am 13.04.2010 nun doch
nicht durchgeführt; das Haus wird ebenfalls saniert. Was aufgrund
dessen aus der
ursprünglich geplanten städtebaulichen Umgestaltung des
Opern-Quartiers wird, ist derzeit unklar. Dieses
neugestaltete
Karree sollte eingebunden werden in ein geplantes großes
Kölner Kultur-Karree.
Aufgrund der neuen Beschlusslage soll die Sanierung beider Häuser
nunmehr von
2012 bis 2015 erfolgen. Weitere Infos zu den
Städtischen Bühnen
Köln sind auf deren Internet-Seite
zu finden.
Hinweise:
Während
der Sanierungsphase müssen Oper und
Schauspiel Ersatzspielorte nutzen. Diese
Planungen mussten an die neue Situation angepasst werden. In
der
Spielzeit 2010/2011 wurden von der Oper Köln bespielt: noch das
Opernhaus - allerdings
eingeschränkt - sowie die Ersatzspielstätten Palladium,
Gerling-Quartier (Casino), Aula der Uni, Trinitatiskirche, Staatenhaus
am Rheinpark und Philharmonie (konzertante Aufführungen). Ab 2012 soll
die Oper nach einem neuen Ratsbeschluss das sog. blaue Zelt
(Musical-Standort am Dom) benutzen. Das
Schauspiel bespielt vorerst noch weiterhin das
Schauspielhaus und
danach die Halle "Expo
XXI"
am Gladbacher
Wall in der nördlichen Kölner Innenstadt sowie ab 2014
zusammen mit der Oper das blaue Zelt.
Anfang
2010 war das Neu- und Umbauprojekt erneut in die Dikussion
gekommen, weil
eine
Bürgerbewegung für den Erhalt und die Sanierung des
Schauspielhauses eintrat - nach über 6 Jahren Diskussion und
getroffener Entscheidung fiel
das denen sehr früh ein! -. Angestoßen hatte diese
Diskussion u. a. die Schauspiel-Intendantin Karin Beier mit dem
völlig sachfremden Argument, angesichst der damals drohenden
Etatkürzungen "sei Inhalt wichtiger als Rahmen", sollte
heißen, das im
Falle einer Sanierung angeblich einsparbare Geld solle in den
Kulturetat geleitet
werden. Der Kölner OB hat hierauf völlig zu Recht
erklärt, es handele sich bei Investitions-Etat und aktuellem
jährlichem Etat (hier Kulturetat) um völlig getrennte
Finanztöpfe. Bemerkenswerter Weise waren der Opernintendant, der
ja
auch von etwaigen Kürzungen des Kulturetats betroffen wäre,
und der Bühnen-Direktor vehement für den Neubau, da nur so
der nötige Raum (übrigens auch in der Oper) geschaffen werden
könne. Sie haben die Etatfrage offenbar anders und richtig
beurteilt. Hinzu kommt, dass es sich bei Frau Beier um einen
merkwürdigen Meinungswechsel handelte, hatte sie sich doch noch im
Sept. 2009 "aufgrund
erdrückender pragmatischer Gründe" für die
Neubaulösung und gegen die Sanierung des alten Hauses
ausgesprochen. Bei
einem
durch das Bürgerbegehren ausgelösten neuen Ratsbeschluss
stimmten SPD und FDP für die Weiterführung der bisherigen
Pläne (Sanierung Oper, Neubau Schauspiel), eine merkwürdige
Allianz aus Grüne, CDU, Linke und Splittergruppen stimmte
mit Mehrheit gegen den Neubau des Schauspielhauses, obwohl die CDU
jahrelang vehement für den Neubau eingetreten war
...
mit unkalkulierbaren Folgen
für den Zeitablauf der Umgestaltungen und Bestand der Kölner
städt. Bühnen. Im August 2010 wurde bekannt, dass nach
einer neueren Kostenrechnung die Version Sanierung beider Häuser
nur geringfügig kostengünstiger wird als die
ursprüngliche Version Sanierung Oper/Neubau Schauspiel. Haben das
Bürgerbegehren und deren politischen Unterstützer mit
falschen Zahlen operiert?
Kölner Opernhaus
2.2 Freie Theater
Köln
gilt gilt
Köln
als Hochburg der freien
Theater in Deutschland.
In Köln
gibt es
- und das ist bemerkenswert - neben den Städtischen Bühnen
mit deren
Nebenspielplätzen über 30 private
Spielstätten der Theater-Szene
Köln wie z. B. die Kleinkunstbühne Senftöpfchen-Theater
(seit 1959, seit 1972 geleitet von Alexandra Kassen), das Theater am
Dom, die
Junge Kammeroper Köln, das Theater Der Keller, das Theater am
Sachsenring und viele andere.
Dass ferner Köln als Zentrum der Kleinkunst (mit dem seit 1991
jährlich stattfindenden "Köln Comedy Festival" mit
Kleinkünstlern aus aller Welt) gilt,
hängt sicher eng mit den meist fröhlichen Rheinländern,
aber
auch
mit den
hier angesiedelten großen Rundfunk-Programmanbietern WDR
und RTL zusammen. Bei der 21. Ausgabe des internationalen Comedy
Festivals (13. - 29.10.11) treten bei ca. 120 Veranstaltungen 240
Künstler auf.
In Köln spielen auch
seit jeher auch Volkstheater und
Puppentheater
eine
wichtige Rolle. Bundesweite Bekanntheit und Beliebtheit haben durch das
Fernsehen die - leider verstorbenen - Volksschauspieler Willy
Millowitsch und Trude Herr erhalten. Das
Millowitsch-Theater (seit 1936 in dem Gebäude in der Innenstadt an der
Aachener Str./Nähe Rudolf-Platz gelegen) wird - der Familientradition
entsprechend - von
Willys
Sohn Peter Millowitsch weitergeführt. Das frühere Theater der
Trude Herr in der Kölner Südstadt ist nach deren Tod leider
schon lange nicht
mehr vorhanden. Eine besondere Bedeutung in Köln hat die
älteste
Puppenbühne Deutschlands - das Hänneschen-Theater
-. Dieses sehr beliebten Puppentheater, mitten in der Kölner
Altstadt
in
Nähe Heumarkt gelegen, feierte im Jahre 2002 sein
zweihundertjähriges Jubiläum.
 Kölner
Hänneschen-Theater |  Kölner
Hänneschen-Theater |  Denkmal
Willy
Milowitsch (am
Hänneschen-Theater) |
+
Quelle: Homepage Höhner
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Köln
Stand: 12.01.2012